07. Februar 2022 / 08:01 Uhr

BVB-Manager Michael Zorc: Darum hat Borussia Dortmund im Winter keinen Ersatz für Erling Haaland verpflichtet

BVB-Manager Michael Zorc: Darum hat Borussia Dortmund im Winter keinen Ersatz für Erling Haaland verpflichtet

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
BVB-Manager Michael Zorc (r.) hat über die Personalie Erling Haaland gesprochen.
BVB-Manager Michael Zorc (r.) hat über die Personalie Erling Haaland gesprochen. © Getty Images/IMAGO/Matthias Koch (Montage)
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Gegen Bayer Leverkusen fehlte Erling Haaland wieder einmal verletzt. Einen klassischen Ersatzstürmer fürs Zentrum gibt es im Kader von Borussia Dortmund nicht. Und der BVB verzichtete im Winter auch bewusst darauf, nach einem Backup Ausschau zu halten.

Bis auf zwei Abgänge (Knauff nach Frankfurt/Raschl nach Fürth) war es bei Borussia Dortmund in der abgelaufenen Transfer-Periode still. Trotz einer Hinrunde mit Höhen und Tiefen verzichteten die Klub-Verantwortlichen, personell nachzubessern - und das ganz bewusst.

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Sportdirektor Michael Zorc sagte vor der Bundesliga-Partie am Sonntag gegen Bayer Leverkusen (2:5) bei DAZN, dass es zwei Gründe für die Zurückhaltung auf dem Transfermarkt gab: "Wir mögen es gerne, Planungen für die ganze Saison zu machen. Bei uns waren in der Hinrunde einige Spieler häufiger verletzt und haben uns nicht zur Verfügung gestanden. Giovanni Reyna ist zum Beispiel wie ein gefühlter Neuzugang für uns. Wir hoffen, dass einzelne Spieler stabiler bleiben - gesundheitsmäßig und leistungsmäßig. Und dann sind wir insgesamt gut aufgestellt."

Der andere Grund: "Die Pandemie kostet Geld, Corona kostet Geld. und da muss man sich sehr wohl überlegen, ob und wie man das Geld investiert", so der 59-Jährige, der seinen Job zur kommenden an Sebastian Kehl übergeben wird.

Auch ein möglicher Backup-Stürmer für Top-Torjäger Erling Haaland sei keine Überlegung gewesen. "Wir haben uns ja ganz bewusst vor der Saison für Donyell Malen entschieden, der sowohl als Außen als auch im Zentrum spielen kann", erklärte Zorc. Beim Debakel gegen Leverkusen machte sich das Fehlen von Haaland deutlich bemerkbar, mangelnde Treffsicherheit und fehlende Kaltschnäuzigkeit verhinderten eine Aufholjagd gegen die "Werkself".

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Er gab gab zudem zu Bedenken, dass ein klassischer Ersatzmann einen schweren Stand hätte: "Erling ist ein Spieler, wenn er fit ist, der jede Minute spielen will, der sauer ist, wenn er in der 85. Minute ausgewechselt wird, auch wenn er schon drei Tore gemacht hat. Insofern ist es nicht ganz einfach, da den richtigen Ersatz zu haben." Vielmehr sollte der aktuelle Kader im Falle eines Ausfalls von Haaland einen Ersatzmann hergeben, der ansonsten "auch andere Aufgaben" auf dem Platz hat, als nur ein Stoßstürmer zu sein.

In der Diskussion um einen möglichen Abgang des Norwegers im Sommer glaubt Zorc nicht, dass diese von der Haaland-Seite gezielt "befeuert wird. Wichtig ist, dass wir uns an die Fakten halten und wir wissen, in welchem Dialog und Austausch wir mit der Seite sind. Es ist bekannt, dass er im Sommer wechseln kann, wenn gewisse Parameter erfüllt werden. Wir sind im Dialog. Ich würde nicht sagen, alles okay, aber wir sind auf dem Weg."

Man habe vorher gewusst, worauf man sich bei der Verpflichtung von dem Stürmer einlasse und sich bewusst "dafür entschieden". Dass der 21-Jährige sich öffentlich in einem TV-interview über das Vorgehen des Klubs beschwert hatte, sei kein Thema mehr: "Wir haben einmal jetzt einen kleinen Dissenz gehabt in der Kommunikation", so Zorc, der zudem das Verhalten von Haaland lobte. Ein Motivationsproblem befürchte er nicht, "wenn man ihn jeden Tag am Trainingsgelände sieht, wie er sich jetzt auf sein Comeback wieder vorbereitet."

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