30. Oktober 2020 / 15:37 Uhr

BVB-Sportdirektor Michael Zorc erklärt offenen Brief: "Hygienekonzept hat rund um die Spiele funktioniert"

BVB-Sportdirektor Michael Zorc erklärt offenen Brief: "Hygienekonzept hat rund um die Spiele funktioniert"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Im Dortmunder Signal Iduna Park werden im November keine Zuschauer zugelassen sein - genau wie in der gesamten Liga. Sportdirektor Michael Zorc kann das nur bedingt nachvollziehen.
Im Dortmunder Signal Iduna Park werden im November keine Zuschauer zugelassen sein - genau wie in der gesamten Liga. Sportdirektor Michael Zorc kann das nur bedingt nachvollziehen. © imago images/Team2sportphoto
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Sportdirektor Michael Zorc von Borussia Dortmund hat sich vor dem Bundesliga-Auswärtsspiel bei Arminia Bielefeld zu dem offenen Brief geäußert, den der BVB am Donnerstag an seine Fans gerichtet hatte. Zorc betonte, dass das Hygienekonzept "rund um die Spiele gut funktioniert habe".

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Mit einem offenen Brief an seine Fans als Reaktion auf die neuesten, am Mittwoch unter anderem von der Bundesregierung beschlossenen Schutzmaßnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie hat Borussia Dortmund am Donnerstag die Vorgabe thematisiert, dass Bundesliga-Spiele im November wieder nur ohne Zuschauer ausgetragen werden dürfen. In der Pressekonferenz vor dem Auswärtsspiel bei Arminia Bielefeld an diesem Samstag (15.30 Uhr, Sky) verteidigte der BVB den Brief als solchen und die Formulierungen darin. Mediendirektor Sascha Fligge betonte, der Klub habe den Fans mitteilen wollen, "dass es uns wehtut, dass sie nicht dabei sein können". Gleichwohl beteilige sich der BVB an den Maßnahmen zur Eindämmung der Infektionszahlen.

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Sportdirektor Michael Zorc ergänzte: "Uns war trotzdem wichtig, darauf hinzuweisen, dass das Hygienekonzept rund um die Spiele gut funktioniert hat." Selbst beim Heimspiel gegen den SC Freiburg (4:0), als 11.500 Zuschauer im Stadion waren, habe es in der Arena nachweislich keine Infektion eines Stadionbesuchers gegeben. Laut Fligge sei es lediglich zu seiner Infektion außerhalb des Stadions gekommen. "Da wurde uns aber gespiegelt, dass es keine Folgeansteckungen gegeben hat", so der BVB-Sprecher.

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In dem offenen Brief hatten sich die Dortmunder - unabhängig von dem ausdrücklichen Hinweis, dass der Verein die Beschlüsse mittrage und andere von den Auswirkungen der Krise deutlich härter getroffen seien - kritisch über die Entscheidung geäußert, dass im November wieder ohne Zuschauer gespielt werden muss, nachdem zu Saisonbeginn bei entsprechend niedrigen Infektionszahlen am Spielort wieder 20 Prozent Auslastung der Stadionkapazität erlaubt worden waren. Unter anderem schrieb der BVB in dem Brief, vor dem Hintergrund, dass der Profifußball kein Treiber der Pandemie sei, sei "es schwierig zu akzeptieren, dass Fakten nicht zählen". Zorc ergänzte am Freitag: "Es ist wichtig, dass wir den Spielbetrieb aufrecht erhalten und wie anderen unserem Beruf nachgehen können. Wenn wir die Voraussetzungen geschaffen haben, dass das möglich ist, sollte man uns auch lassen."

Bei der Pressekonferenz sprachen außerdem...


...Trainer Lucien Favre über die personelle Situation vor dem Bielefeld-Spiel und eine mögliche Rotation: "Nico Schulz hat etwas, kann wahrscheinlich nicht da sein. Sonst sind alle an Bord. Ich weiß nicht,wieviel, aber wir werden rotieren. Das ist logisch und nötig. Vielleicht wird Arminia uns pressen. Wir müssen mehrere Situationen vorbereiten. Es wird ein sehr schwieriges Spiel, wie fast alle."

Sportdirektor Zorc verteidigt BVB-Kapitän Marco Reus

...Zorc über die Rolle von Kapitän Marco Reus nach dessen langer Verletzungspause: "Wir sind froh, dass er wieder zur Verfügung steht. Er hat monatelang nicht spielen können. Er wird uns mit jeder Woche weiter helfen. Wir verstehen die Diskussion nicht, die extern von den Journalisten entfacht wird, weil es klar sein sollte, dass jemand, der so lange raus war, nicht alle drei Tage auf höchstem Niveau spielen kann."

...Favre über sein engagiertes Coaching im Champions-League-Spiel gegen Zenit St. Petersburg (2:0): "Das kann passieren, dass ich viel spreche. Das ist leichter als gewohnt, denn normalerweise spielen wir vor 80.000 Zuschauern. Das habe ich natürlich lieber. Aber ich profitiere davon, dass die Spieler mich hören können. Normalerweise kannst du nur mit den Flügelspielern oder den Außenverteidigern sprechen."

...Zorc über einen möglichen Corona-bedingten Verzicht auf die Abstellung von Nationalspielern in der kommenden Länderspielperiode im November: "Wenn wir darauf verzichten könnten, würden wir sicher darüber nachdenken. Aber leider gibt es eben dieser Abstellungspflicht. Wenn wir das nicht täten, könnte der Spieler gesperrt werden. Das ist auch nicht im Sinne des Erfinders. Es ist wichtig, dass die Reisen optimal organisiert werden. Die Spieler sind meistens in einer Blase, wo die Infektionsgefahr meistens relativ gering ist. Aber die Zwischenzeit muss bedacht werden. Wir Vereine sind leider in einer Position, wo wir nicht viel ausrichten können."