19. Juni 2020 / 17:17 Uhr

Michael Rummenigge: "Die BVB-Niederlage gegen Mainz war Wettbewerbsverzerrung"

Michael Rummenigge: "Die BVB-Niederlage gegen Mainz war Wettbewerbsverzerrung"

Michael Rummenigge
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 Für SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge hat der BVB fahrlässig in den Abstiegskampf eingegriffen.
Für SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge hat der BVB fahrlässig in den Abstiegskampf eingegriffen. © FOTOAGENTUR SVEN SIMON
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SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge kritisiert Borussia Dortmund für die Niederlage gegen Mainz 05 scharf. Zudem analysiert er die Lage beim BVB und befürchtet im Bundesliga-Titelkampf über Jahre hinweg Langeweile.

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Ich habe mir am vergangenen Mittwoch schon ein wenig die Augen gerieben. Warum? Borussia Dortmund hat eine Entscheidung in dieser Saison wahrscheinlich maßgeblich beeinflusst, mit der der Klub eigentlich nichts zu tun hat: Den Abstieg. Normalerweise können die Mainzer nicht beim BVB gewinnen. Das haben sie aber - und im Kampf um den Klassenerhalt nun alle Karten in der eigenen Hand. Die Dortmunder müssen sich fragen, wie man mit so einer Einstellung in ein Spiel gehen kann. Man hat auch eine Verantwortung den Fans und den anderen Mannschaften gegenüber. Die Leidtragenden sind nun Werder Bremen und Fortuna Düsseldorf. Die BVB-Niederlage gegen Mainz war Wettbewerbsverzerrung. Da wurde mit angezogener Handbremse gespielt.

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Natürlich geht es für die Borussia in dieser Saison um nicht mehr viel. "Vizemeister" kann man sich ja schlecht auf den Briefkopf schreiben. Wenn es denn für diesen "Titel" überhaupt reicht. Bei der Niederlage gegen Mainz setzte sich das fort, was man schon in den Wochen zuvor beobachten konnte. Die Siege gegen Hertha BSC und in Düsseldorf waren eher glücklich. Der Titel war da schon kein Thema mehr. Dabei hatte Klubchef Hans-Joachim Watzke ja vor der Saison noch angekündigt, dass die Meisterschaft dieses Mal das Ziel sei. Der Schuss ging weit daneben. Das ist bitter und enttäuschend.

Das BVB-Spiel in Mainz war der Tiefpunkt

Zumal das Spielermaterial ja da ist. Schon vor der Saison hat man gut eingekauft, im Winter dann noch einmal glänzend nachgelegt. Emre Can, ein wunderbarer Spieler, kam von Juventus Turin. Dazu Erling Haaland, der die Welt in seinen ersten Spielen für den BVB förmlich aus den Angeln gehoben hat, aus Salzburg. Einen Titel gibt es trotzdem auch in dieser Saison nicht. Aus in der Champions League, Aus im DFB-Pokal, ohne Chance in der Meisterschaft. Das Spiel gegen Mainz war da der Tiefpunkt.

Bayern ist dank Flick aus dem Dornröschenschlaf erwacht

Langsam müssen sich die Dortmunder - aber auch Leipzig, Gladbach oder Leverkusen - mal hinterfragen, warum sie dem FC Bayern nicht die Stirn bieten können. In München hat man einmal kurz die Notbremse gezogen, Niko Kovac entlassen und Hansi Flick zum Cheftrainer gemacht. Danach ist die Mannschaft aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht und hat den Marsch zum achten Titel in Folge angetreten. Der achte Titel in Folge! Wenn das so weitergeht, werden es 14 oder mehr Titel nacheinander. Das kann doch nicht im Interesse der Liga sein. Das Problem: Ich sehe auch künftig keinen Verein, der die Bayern aufhalten kann.

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Noch einmal zurück zum aktuellen Abstiegskampf: Bremen und Düsseldorf werden den Relegationsplatz nun wohl unter sich ausmachen. Ich tippe darauf, dass Werder es schafft und dann gegen den Hamburger SV ran muss. Für den HSV wäre das zwar immer noch die Chance auf die Bundesliga-Rückkehr - aber irgendwie doch bitter. Eigentlich müssten sie längst als Aufsteiger feststehen. Durch viele späte Gegentore hat man sich aber immer wieder selbst ins Knie geschossen.