07. August 2021 / 21:37 Uhr

Reichweiten-Verluste für BVB und FC Bayern: Weshalb die Abgänge von Sancho, Alaba und Co. Millionen kosten

Reichweiten-Verluste für BVB und FC Bayern: Weshalb die Abgänge von Sancho, Alaba und Co. Millionen kosten

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jadon Sancho (links) und David Alaba kosten ihren Ex-Klubs BVB und FC Bayern eine große Social-Media-Reichweite - und damit einen Mediawert in Millionenhöhe.
Jadon Sancho (links) und David Alaba kosten ihren Ex-Klubs BVB und FC Bayern eine große Social-Media-Reichweite - und damit einen Mediawert in Millionenhöhe. © IMAGO (Montage)
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Borussia Dortmund und der FC Bayern haben in diesem Sommer schon einige namhafte Profis abgegeben. Doch nicht nur sportlich bedeuten die Abgänge einen Verlust, sondern auch bezogen auf die Social-Media-Reichweiten - verbunden mit finanziellen Nachteilen. Dies zeigt eine exklusive Analyse der Agentur "web-netz" für den SPORTBUZZER.

Kaum ein Wechsel wurde in der Bundesliga so lange diskutiert wie der von Jadon Sancho. Der englische Nationalspieler stand über mehrere Monate im Fokus der englischen Klubs, im vergangenen Jahr schien sein Transfer in die Premier League zu Manchester United schon nah - und in diesem Sommer hat er Borussia Dortmund nun tatsächlich in Richtung der "Red Devils" verlassen. Die Ablösesumme beträgt laut einer Ad-hoc-Meldung des börsennotierten BVB insgesamt 85 Millionen Euro.

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Doch fernab der sportlichen Qualität und des Marktwerts bedeutet der Abgang einen herben Verlust für den Klub um den neuen Trainer Marco Rose. Wieso? Das hat die Onlinemarketing-Agentur "web-netz" in einer exklusiven Analyse für den SPORTBUZZER errechnet. Mit etwa 6,8 Millionen Followern allein bei Instagram war Sancho ein lukrativer Werbeträger, wenn er im Dortmunder Dress abgelichtet wurde und davon Fotos veröffentlichte. Auch Oldie Lukas Piszczek, der seine Karriere beendet hat, brachte rund eine Million Instagram-Fans mit. Gemeinsam mit den drei weiteren Abgängen Leonardo Balerdi (Marseille), Jeremy Toljan (Sassuolo) und Sergio Gómez (Anderlecht) geht Dortmund, so zeigt die Auswertung, eine Reichweite verloren, die in klassischer Werbung rund 2,3 Millionen Euro kosten würde.

Sancho-Ersatz Malen: Kaum Reichweite

Einen Ersatz für Sancho gibt es mit dem Niederländer Donyell Malen von der PSV Eindhoven bereits. Für ihn haben die Schwarz-Gelben dem Vernehmen nach 30 Millionen Euro exklusive möglicher Bonuszahlungen bezahlt. Der WM-Teilnehmer und Ex-Teamkollege von Mario Götze bringt allerdings "nur" etwa 113.000 Follower mit. Hinzu kommen die ebenfalls nicht ansatzweise mit Millionen-Reichweiten ausgestatteten Zugänge Gregor Kobel und Frankreich-Teenie Soumaily Coulibaly. Daraus errechnet sich laut "web-netz" ein Mediawert von gerade einmal etwa 35.000 Euro. Damit verliert der BVB rund 2,26 Millionen Euro - und damit an dieser Stelle allein bei Instagram erheblich. Bei Facebook summiert sich der Verlust auf weitere 1,3 Millionen Euro, so sind es insgesamt etwa 3,5 Millionen Euro.

In absoluten Zahlen ist der Verlust beim FC Bayern sogar noch deutlich größer - vor allem, weil Abwehrchef David Alaba nach seinem Vertragsende sogar ablösefrei zu Real Madrid gewechselt ist. Ähnliches gilt für Weltmeister Jérome Boateng, der nach dem Auslaufen seines Arbeitspapiers in München noch einen neuen Verein sucht. Boateng (7,2 Millionen) und Alaba (6,3 Millionen) vereinen bei Instagram rund 13,5 Millionen Follower auf sich. Zusammen mit dem Abgang von Javi Martinez (2,2 Millionen Follower) gehen dem Serienmeister der Analyse zufolge 5,5 Millionen Euro an Mediawert verloren.

FC Bayern: Mediawert-Verlust durch Alaba

In diesem Bereich können RB-Leipzig-Neuzugang Dayot Upamecano mit etwa 400.000 Instagram-Fans oder Omar Richards (72.000 Follower) kaum punkten. Der Mediawert beträgt etwa 100.000 Euro, wodurch die Münchener einen Mediawert-Verlust bei Instagram in Höhe von etwa 5,4 Millionen Euro verzeichnen. Dazu kommen noch etwa 2,8 Millionen Euro bei Facebook - macht ein Minus von beinahe 8,2 Millionen Euro.