22. Mai 2020 / 02:43 Uhr

BVB-Star Haaland: Tor-Premiere gegen den jetzigen Wolfsburg-Trainer

BVB-Star Haaland: Tor-Premiere gegen den jetzigen Wolfsburg-Trainer

Andreas Pahlmann und Engelbert Hensel
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Sein erstes Liga-Tor für Salzburg: Der jetzige BVB-Star Haaland traf vor einem Jahr gegen Glasner und den LASK.
Sein erstes Liga-Tor für Salzburg: Der jetzige BVB-Star Haaland traf vor einem Jahr gegen Glasner und den LASK.
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Borussia Dortmund gastiert am Samstag beim VfL Wolfsburg - und bringt den Shootingstar der Rückrunde mit. Mit VfL-Trainer Oliver Glasner verbindet Erling Haaland eine besondere Erinnerung.

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In der Fußball-Bundesliga gibt es keinen Spieler, der auf Anhieb so durchgestartet ist wie er: Erling Haaland. In der Winterpause verpflichtete Borussia Dortmund den jungen Norweger, in bisher 9 Liga-Spielen erzielte er 10 Tore. Fünf davon allein in seinen beiden ersten Partien (bei jeweils nur rund einer halben Stunde Einsatzzeit!), das hat in der 57-jährigen Geschichte dieser Liga noch keiner geschafft. Am Samstag spielt er mit dem BVB beim VfL, es ist Haalands erste Begegnung mit Wolfsburg - aber nicht seine erste mit dem Wolfsburger Trainer.

Im Januar 2019 war Haaland von Molde FK zu RB Salzburg gewechselt, ein halbes Jahr verbrachten der jetzige Wolfsburg-Coach Oliver Glasner (als Trainer des Linzer ASK) und der Stürmer noch gemeinsam in der österreichischen Bundesliga. In dieser Zeit schoss Haaland nur ein Tor, und das bei seinem einzigen Startelf-Einsatz - gegen Glasners LASK, vor ziemlich genau einem Jahr. Es war zwar das Spiel Erster (RB) gegen Zweiter (LASK), aber das Meister-Rennen war da schon seit einer Woche entschieden. Also gab der jetzige Gladbach-Coach und damalige Salzburg-Trainer Marco Rose seinem jungen Neuzugang eine Chance, und der nutzte sie beim 2:1-Sieg mit einem Tor (bei dem er geschickt an der Kante zum Abseits lauerte) und einer Vorlage.

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Erling Haaland mischt die Fußball-Welt auf und trifft für den BVB am laufenden Band. Der <b>SPORT</b>BUZZER stellt den jungen Norweger näher vor – von A wie Ausstiegsklausel über L wie Leeds bis Z wie Zorc! Zur Galerie
Erling Haaland mischt die Fußball-Welt auf und trifft für den BVB am laufenden Band. Der SPORTBUZZER stellt den jungen Norweger näher vor – von A wie Ausstiegsklausel über L wie Leeds bis Z wie Zorc! ©

Ansonsten, so erinnert sich Glasner, "hat er in der Zeit ja eigentlich gar nicht gespielt, deswegen habe ich mich mit ihm damals auch kaum auseinandergesetzt. Wir wussten natürlich, dass er schon in Norwegen für sein Alter viele Tore gemacht hat, aber er hat in Salzburg zunächst wenig Spielzeit bekommen." Als Glasner dann Österreich verlassen hatte, kam der für Haaland "unglaubliche Herbst", wie der VfL-Coach es nennt. In allen drei Wettbewerben (Liga, ÖFB-Cup, Champions League) schoss der erst 19-Jährige in der Hinrude dieser Saison im Schnitt mehr als ein Tor pro Spiel, kam auf 30 Treffer in 24 Pflichtspiel-Einsätzen und wurde europaweit als der Nachwuchs-Stürmer schlechthin gesehen. Viele wollten ihn, Dortmund bekam ihn.

"Er hat", so Glasner, "da Selbstvertrauen getankt und ist der bullige, robuste Stürmer, den Dortmund lange Zeit gesucht und nicht gefunden hatte." Denn: In der Gesamtkonstellation der Dortmunder mit ihren flinken Halbraum-Spielern wie Hazard, Brandt, Sancho oder Reyna ist er mit seiner Robustheit eine sehr, sehr gute Ergänzung und hat das gesamte Spiel noch einmal bereichert."

Überraschend kommt die Entwicklung nicht - findet beispielsweise Haaland-Landsmann und Sky-Experte Jan-Aage Fjörtoft. "Er hat sich systematisch in den vergangenen Jahren verbessert. Dieser Junge macht so viele Sachen: wie er isst, wie er schläft, wie er trainiert. Er ordnet alles dem Fußball unter", so der Ex-Angreifer von Eintracht Frankfurt.

Die Entwicklung des Tore-Teenagers ist dabei noch lange nicht abgeschlossen - und er wird längst von noch größeren Klubs aufmerksam verfolgt. Der spanische Radiosender "Radio Marca" berichtete schon im Februar, dass Real Madrid den Angreifer im Visier hat, unter anderem Juventus Turin und Manchester United hatten Haaland schon vor dem Wechsel nach Dortmund auf dem Zettel. Doch statt in England (wo er geboren wurde, weil sein Vater dort spielte) oder Italien zu spielen, bereichert er jetzt die Bundesliga - sehr zur Freude auch des DFL-Chef. "Es ist einfach, einen Spieler zu bewundern, der im weltweiten Fokus steht", so Christian Seifert gegenüber der Marca. "Schwierig ist es aber, ihn zu verpflichten, bevor das passiert. Dortmund hat das geschafft, und wieder einmal einen exzellenten Job gemacht!"

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Und was macht man jetzt, wenn man gegen Erling Braut Haalnd - wie er vollständig heißt - spielen muss? Grundsätzlich, so Glasner, sei Dortmunds Offensive mit nach innen ziehenden Flügelstürmern und aufrückenden Außenverteidigern schwer zu bespielen. "Wir werden, wie in jedem Spiel, als Mannschaft verteidigen und versuchen, die Räume eng zu halten. Wir können das Tempo der Dortmunder nur als Mannschaft in den Griff bekommen. Die Qualität der Offensivspieler des BVB ist sicherlich mit das Beste, was in der Bundesliga auf uns zukommt und ein Gradmesser inwieweit wir das als Mannschaft verteidigen können."