25. Februar 2023 / 23:06 Uhr

BVB auf Meisterkurs? Terzic will "das Träumen nicht verbieten" – Brandt warnt vor Übermut

BVB auf Meisterkurs? Terzic will "das Träumen nicht verbieten" – Brandt warnt vor Übermut

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
BVB-Trainer Edin Terzic will seinen Spielern nicht verbieten vom Titel zu träumen.
BVB-Trainer Edin Terzic will seinen Spielern nicht verbieten vom Titel zu träumen. © IMAGO/foto2press
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Der neue Tabellenführer der Bundesliga heißt zumindest für eine Nacht Borussia Dortmund. Die BVB-Profis können sich am Sonntag auf dem Sofa in aller Ruhe den Kracher zwischen dem FC Bayern und Union Berlin anschauen – und vielleicht vom Titel träumen. Das wollte Trainer Edin Terzic am Samstag nach dem Sieg bei der TSG Hoffenheim niemandem verbieten.

Torhüter Gregor Kobel riss energisch die Arme hoch, seine Kollegen umarmten sich ausgiebig. Eigentlich war es für Borussia Dortmund nur ein Pflichtsieg bei einem Abstiegskandidaten, aber die ausgelassene Freude verdeutlichte: Immer mehr glauben die BVB-Profis daran, dass sie im Titelkampf noch lange dabei sein werden. "Weinen tut keiner", sagte Außenbahnspieler Marius Wolf lächelnd, als er nach der Stimmung beim neuen Spitzenreiter in der Kabine gefragt wurde.

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Mit dem 1:0 (1:0) bei der TSG Hoffenheim feierten die Dortmunder am Samstag den siebten Sieg im siebten Spiel 2023 in der Bundesliga und eroberten die Tabellenführung – zumindest für 26 Stunden, ehe der Schlager zwischen dem FC Bayern München und Union Berlin am Sonntag (17.30 Uhr, Sky) vorbei ist. "Wir spielen um die Meisterschaft mit, das ist klar", sagte Kobel.

Vor 30.150 Zuschauern im ausverkauften Stadion von Sinsheim - darunter Bundestrainer Hansi Flick - erzielte Julian Brandt (43. Minute) das Tor des Tages. Mit dem Rücken verlängerte der Nationalspieler den scharf getretenen Ball von Marco Reus ins Netz – sein achtes Saisontor und das vierte im vierten Spiel hintereinander.

Brandt warnt: "Man kann sich das schnell wieder kaputt machen"

Beim Torschützen herrschte nach Abpfiff große Freude: "Es war kein einfaches Spiel, wir haben das Glück ein bisschen strapaziert. Das ist jetzt eine sehr, sehr starke Momentaufnahme", jubelte Brandt, fügte allerdings mahnend an: "Man kann sich das aber schnell auch wieder kaputt machen." Der Schlendrian sollte beim BVB nun nicht einkehren. Zumal am Freitag mit RB Leipzig ein Titelrivale nach Dortmund kommt.

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"Wir sind natürlich sehr, sehr froh über den Sieg heute, aber wir sind noch lange nicht fertig", kündigte BVB-Trainer Edin Terzic an. Eine Titelansage angesichts des Dortmunder Höhenflugs gab es allerdings nicht. Diese hatte BVB-Sportdirektor Sebastian Kehl schon vor dem Anpfiff verweigert – "weil wir wissen, wo wir herkommen", sagte er im Sky-Interview. "Wenn es irgendwann so weit ist, werden wir uns auch mit dem Thema beschäftigen. Aber noch ist es zu früh."

Die BVB-Fans sangen nach dem Erfolg trotzdem vom Titel - und Terzic dimmte die Begeisterung erst gar nicht herunter, sondern philosophierte bei der Pressekonferenz: "Nicht nur die Fans, sondern jeder Mensch sollte träumen. Weder die Mannschaft noch ich werden fürs Träumen bezahlt. Träumen wird uns nicht helfen, ins nächste Spiel zu gehen und zu gewinnen. Trotzdem werden wir niemanden auf dieser Welt verbieten zu träumen."