22. September 2020 / 19:18 Uhr

Bellingham, Sancho, Reyna, Haaland und Co.: Darum spielen so viele Top-Talente für den BVB

Bellingham, Sancho, Reyna, Haaland und Co.: Darum spielen so viele Top-Talente für den BVB

Stefan Döring
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die Toptalente wirbeln Borussia Dortmund auf: Youssoufa Moukoko (von links), Jude Bellingham, Erling Haaland, Jadon Sancho, Gio Reyna und Reinier.
Die Toptalente wirbeln Borussia Dortmund auf: Youssoufa Moukoko (von links), Jude Bellingham, Erling Haaland, Jadon Sancho, Gio Reyna und Reinier. © Getty Images, Montage
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Borussia Dortmund ist seit Jahren die heißeste Adresse für Talente. Gegen Borussia Mönchengladbach überzeugten Jude Bellingham, Gio Reyna und Erling Haaland erneut. Aber warum spielen so viele Top-Talente beim BVB?

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Der erst 17-jährige Jude Bellingham bedient den gleich alten Gio Reyna – und es klingelt zum ersten Mal im Tor der Gladbacher Borussia. Das jüngste Tor der Bundesliga-Geschichte, stellten die Statistiker hinterher fest. Der englische Neuzugang Bellingham schrieb sich zudem als jüngster Vorbereiter in die Geschichtsbücher. Im Verlauf des Spiels waren es dann die etwas älteren Jadon Sancho und Erling Haaland, die als Vorbereiter und Vollstrecker für die weiteren Tore beim 3:0-Erfolg sorgten.

Und schon waren sich die Experten einig: Die Dortmunder Rasselbande wird die Liga begeistern. Doch warum spielen so viele Toptalente eigentlich für den BVB? "In Dortmund erhoffen sich junge Spieler wie Jude Bellingham den nächsten Schritt in ihrer Karriere", sagte Lothar Matthäus dem SPORTBUZZER. "Der BVB kann stolz darauf sein, inzwischen die führende Adresse bei den größten Talenten in Europa zu sein." Neben Bellingham stehen mit Sancho, Haaland, Reyna oder dem von Real Madrid ausgeliehenen Reinier weitere Hochkaräter im Kader, die fast ihre gesamte Karriere noch vor sich haben. Zudem könnte der erst 15-jährige Youssoufa Moukoko, der als größtes deutsches Talent gilt, noch in diesem Jahr sein Profi-Debüt geben.

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"Der BVB gibt jungen Spielern die Möglichkeit, auf hochwertige Einsatzzeiten zu kommen", sagte Nachwuchskoordinator Lars Ricken einmal gegenüber Sport1. Zudem unterstützt der Verein die Talente auch in der Schulausbildung und beim Schulabschluss. Schließlich sei es wichtig, dass die Spieler auch außerhalb des BVB am Leben teilnehmen Der SPORTBUZZER beleuchtet den Talente-Pool der Dortmunder.

Jude Bellingham (17): Er kam im Sommer für 26,5 Millionen Euro vom englischen Zweitligisten Birmingham City zum BVB – dabei setzte sich der deutsche Vizemeister gegen namhafte Konkurrenz durch. Manchester United, der FC Chelsea und der FC Bayern waren ebenfalls stark an dem Mittelfeldspieler interessiert. Der 17-Jährige entschied sich aber bewusst für den BVB. "Es gibt keinen besseren Verein auf der Welt, der junge Talente hervorbringt und sie auf die nächste Karrierestufe führt", sagte er nach seinem Wechsel. Zudem hatte der BVB ihn das erste Mal schon vor rund drei Jahren beobachtet und immer den Kontakt gehalten.

Sancho ist Vorbild für viele Talente

Jadon Sancho (20): Er ist das Vorbild für viele Talente. Das gab Bellingham nach seinem Wechsel zu. "Jadon hat äußerst starken Einfluss darauf genommen, dass junge englische Spieler ins Ausland gehen, um ihr Spiel zu erweitern", sagte der Dortmunder Neuzugang über einen seiner Kollegen. Ebenfalls mit 17 Jahren kam Sancho damals zum BVB, weil ihm die Verantwortlichen eine Perspektive aufzeigten, die er bei Manchester City unter Pep Guardiola nicht sah. "Hier kann ich den nächsten Schritt machen. Ich bin allen sehr dankbar, die bisher an meiner Reise teilgenommen haben", sagte Sancho einmal. Mehr oder weniger auf Anhieb wurde Sancho zum Stammspieler beim BVB – und weckte nicht nur in diesem Sommer das massive Interesse von Manchester United. Doch die Dortmunder entschieden sich gegen einen Verkauf – und Sancho macht einfach bei dem weiter, wo er letzte Saison aufgehört hatte.

Giovanni Reyna (17): "Gio Reyna kam aus den USA zu uns, weil er mit Christian Pulisic ein positives Beispiel vor Augen hatte. Unsere Philosophie ist eben, dass wir auf junge Spieler setzen", sagt BVB-Nachwuchskoordinator Ricken. Und auch bei Reyna gilt: Die Verantwortlichen des Vizemeisters waren schon früh an ihm dran. Bereits 2017 sollen die Scouts ihn in Florida entdeckt haben – als 14-Jährigen. Damals lud der BVB ihn und seine Familie um den Ex-Bundesliga-Spieler Claudio Reyna schnell ein, um sich in Dortmund alles anzugucken. "Wir konnten Giovanni einen klaren Plan aufzeigen und nachweisen, dass dieser in jüngster Vergangenheit sehr häufig aufgegangen ist. Wir können unsere Glaubwürdigkeit mit der Durchlässigkeit vom Jugend- bis in den Profi-Bereich eindrucksvoll untermauern", sagte Ricken. Nachdem Reyna in der vergangenen Saison sein Bundesliga-Debüt gab, dürfte er in dieser Saison auf viel Einsatzzeit kommen.

Erling Haaland (20): Der ehemalige Bundesliga-Stürmer Jan Aage Fjörtoft war sich sicher: "Solch einen Stürmer hat der BVB benötigt. Das haben Erling und sein Vater erkannt", sagte er dem SPORTBUZZER. Dies ist wohl einer der Hauptgründe, warum eines der heißesten Talente in der Bundesliga spielt. Im Winter sollen die ganz großen Kaliber an Haaland dran gewesen sein: Real Madrid, Manchester United, Juventus Turin. Sie alle sollen bei Mino Raiola vorgesprochen haben, den die Familie Haaland als Berater hinzugezogen hat. Denn wichtige Entscheidungen sollen vor allem immer im Interesse ihres Schützlings getroffen werden. Deshalb sei der Stürmer einst auch von Molde nach Salzburg gewechselt – obwohl er andere Angebote gehabt hätte, weiß Fjörtoft. "Das zeigt, wie das Team Haaland denkt. Sein Umfeld hat immer die richtigen Schritte gemacht, um ihn zu entwickeln. Seine gesamte Karriere steht unter dem Stichwort Entwicklung", sagt der 53-Jährige. Die beste Gelegenheit dafür hat das Umfeld von Haaland wohl in Dortmund gesehen – zu Recht, wie sich aktuell zeigt.

Reinier zum BVB, weil er an Einsatzchancen glaubt

Reinier (18): Der Brasilianer kam im Sommer etwas überraschend auf Leihbasis von Real Madrid zum BVB. Erst Anfang des Jahres war der 18-Jährige nämlich von Flamengo Rio de Janeiro zu den "Königlichen" gewechselt. Allerdings: Schon da waren die Dortmunder an ihm interessiert, hatten ihn lange auf dem Radar. Doch 30 Millionen Euro wollte man dann doch nicht investieren. Nun spielt Reinier dennoch für den BVB – und das nicht zufällig. "Wir hatten zu Hause besprochen, dass es hier viele junge Spieler gibt und ich sehr gut hineinpassen könnte. Als sich dann die Möglichkeit bot, habe ich nicht zweimal überlegen müssen", sagte Reinier dem Kicker nach seinem Wechsel. Ex-BVB-Leihspieler Achraf Hakimi unterstützte ihn übrigens bei der Entscheidung.

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Youssoufa Moukoko (15): Er ist eines der Talente, die der BVB schon ganz früh entdeckte und ihn in die Nachwuchsabteilung holte. Mit dem Gesamtpaket rund um Betreuung, Schule und spielerischer Entwicklung überzeugte man seinen Vater Joseph damals. Gerade einmal 12 Jahre war Moukoko, als er vom FC St. Pauli zum BVB wechselte. "Die Phase war krass, von St. Pauli nach Dortmund zu kommen. Bei so einem großen Verein – für einen jungen Spieler war das ein Riesen-Schritt", sagte er einmal der Sport Bild. Mit nun 15 Jahren ist der Torjäger bereits Teil des Profi-Kaders und könnte im Laufe der Hinrunde zu seinem Bundesliga-Debüt kommen, nachdem er seinen 16. Geburtstag gefeiert hat. Noch trifft er aber in der A-Jugend-Bundesliga.