24. Juni 2022 / 21:38 Uhr

Nicht jedem gelang der Durchbruch: Das wurde aus den Teenager-Transfers des BVB vor Prince Aning

Nicht jedem gelang der Durchbruch: Das wurde aus den Teenager-Transfers des BVB vor Prince Aning

André Batistic und Fynn Engelbrecht-Greve
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Prince Aning (rechts) wechselt von Ajax Amsterdam zu Borussia Dortmund. Schlägt er eher den Erfolgsweg von Jude Bellingham und Jadon Sancho (von rechts) ein? Oder floppt er wie einst Emre Mor (links)?
Prince Aning (rechts) wechselt von Ajax Amsterdam zu Borussia Dortmund. Schlägt er eher den Erfolgsweg von Jude Bellingham und Jadon Sancho (von rechts) ein? Oder floppt er wie einst Emre Mor (links)? © IMAGO/Sportfoto Rudel, Sven Simon, Uwe Kraft, Revierfoto (Montage)
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Am Freitag machte Borussia Dortmund mit dem Transfer des niederländischen Juwels Prince Aning den nächsten Teenager-Transfer perfekt. Seit einigen Jahren beweist der BVB bereits ein gutes Händchen mit jungen Spielern. Einige floppten jedoch auch komplett. Der SPORTBUZZER macht den Teenie-Check beim BVB.

Der BVB macht es schon wieder: Mit Prince Aning (18 Jahre alt) von Ajax Amsterdam und Jayden Braaf (19) von Manchester City hat Borussia Dortmund die nächsten hochtalentierten Teenager verpflichtet. Die Erfolgsquote des Vizemeisters bei Jungtransfers kann sich sehen lassen. Der SPORTBUZZER hat die vom BVB transferierten Teenies seit dem ersten sensationellen Erfolg mit dem Wechsel von Ousmane Dembélé im Jahr 2016 nach Dortmund unter die Lupe genommen.

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Ousmane Dembélé (kam 2016 für 35 Millionen Euro von Stade Rennes, Alter beim Wechsel: 19 Jahre)

Nach einer Top-Debütsaison bei Stade Rennes in der Ligue 1 mit zwölf Toren in 26 Erstligaspielen wurde der BVB auf Ousmane Dembélé aufmerksam und zahlte eine bis heute gültige Rekordablöse für den Franzosen. Unter Trainer Thomas Tuchel gehörte der Teenie direkt zum Stammpersonal und glänzte in seiner ersten Spielzeit mit 33 Torbeteiligungen in 50 Einsätzen. Der Grundstein für eine Weltkarriere beim BVB war gelegt – eigentlich. Als Barcelona-Star Neymar für 222 Millionen Euro von Paris Saint-Germain abgeworben wurde, buhlten die Katalanen um den BVB-Star, der sich schließlich wegstreikte. Immerhin erhielten die Dortmunder 140 Millionen Euro für den Transfer des dann 20-Jährigen. Nach fünf größtenteils durchwachsenen Jahren bei Barca steht Dembélé beim La-Liga-Klub mittlerweile auf dem Abstellgleis. Sein Vertrag läuft Ende Juni aus.

Emre Mor (kam 2016 für 9,75 Millionen Euro vom FC Nordsjaelland, Alter beim Wechsel: 18 Jahre)

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Als Hoffnungsträger für die Offensive verpflichtet, konnte der türkische Nationalspieler Mor die in ihn gesteckten Erwartungen keineswegs erfüllen. Nach einer enttäuschenden Saison mit 19 Pflichtspieleinsätzen und nur einem Treffer wechselte Mor schon im folgenden Jahr zu Celta Vigo nach Spanien. Immerhin verkaufte der BVB ihn gewinnbringend für 13 Millionen Euro. Es folgten weitere enttäuschende Spielzeiten mit vielen Leihen. Bis heute kam der Türke in keiner Saison über sechs Treffer und sorgte immer wieder für Ärger bei seinen Klubs.

Alexander Isak (kam 2017 für 8,6 Millionen Euro vom AIK Solna, Alter beim Wechsel: 17 Jahre)

Der Schwede galt als der neue Ibrahimovic, als ihn der BVB mit der Empfehlung von 13 Toren in 29 Pflichtspielen vom schwedischen Klub AIK Solna für 8,6 Millionen Euro verpflichtete. Doch als Back-up für Star-Stürmer Pierre-Emerick Aubameyang und später Michy Batshuayi sowie Paco Alcacer konnte der Youngster nie wirklich glänzen. Nach einer Leihe zu Willem II Tilburg in die Niederlande verkaufte ihn der BVB schließlich 2019 zu Real Sociedad. Isaks magere BVB-Bilanz: Nur jeweils ein Treffer und eine Vorlage in 13 Pflichtspielen. Dass er es besser kann, zeigte der Schwede dann schließlich bei San Sebastián, die er als 2020 als Torschützenkönig zum spanischen Pokalsieg schoss. Sein Marktwert ist laut Daten-Portal transfermarkt.de auf mittlerweile 30 Millionen Euro gestiegen.

Dan-Axel Zagadou (kam 2017 ablösefrei von Paris Saint-Germain, Alter beim Wechsel: 18 Jahre)

Bei seinem Wechsel aus der zweiten Mannschaft von Paris Saint-Germain galt Dan-Axel Zagadou als nächstes Toptalent. Doch zahlreiche Verletzungen verhinderten vorerst eine mögliche Weltkarriere des Innenverteidigers. In keiner seiner fünf Bundesliga-Saisons absolvierte der Franzose mehr als die Hälfte aller Spiele. Aufgrund zahlreicher Neuzugänge in der Defensive wie Nico Schlotterbeck oder Niklas Süle entschied sich der BVB dazu, Zagadous 2022 auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Ab 1. Juli ist der Abwehrspieler vereinslos, sollte er vorher keinen neuen Klub finden. Die TSG Hoffenheim soll an einem Wechsel interessiert sein.

Jadon Sancho (kam 2017 für 20,5 Millionen Euro von Manchester City, Alter beim Wechsel: 17 Jahre)

Der Mittelfeldspieler ist das Paradebeispiel für einen gelungenen Teenie-Transfer bei Borussia Dortmund: Sancho wurde trotz der hohen Ablöse behutsam aufgebaut und reifte zu einem der besten Profis aus England, die die Bundesliga jemals gesehen hat. 114 Torbeteiligungen (50 Treffer, 64 Vorlagen) in 135 Partien für den BVB sprechen eine deutliche Sprache. Im Gegensatz zu Ousmane Dembélé folgte Sancho auch nicht den ersten Rufen aus dem Ausland, sondern wechselte erst nach vier Saisons 2021 für stolze 85 Millionen Euro zu Manchester United. An alte BVB-Glanzzeiten konnte Sancho in seiner ersten Saison bei den insgesamt blassen "Red Devils" allerdings nicht anknüpfen.

Leonardo Balerdi (kam 2018 für 15,5 Millionen Euro von den Boca Juniors, Alter beim Wechsel: 19 Jahre)

Aus Dortmunder Sicht ein teures Missverständnis. Kam als Abwehr-Hoffnung der Zukunft aus seiner Heimat Argentinien, kam in eineinhalb Jahren jedoch häufiger für die Reserve (elfmal) als für die Profis (siebenmal) zum Einsatz. Der Durchbruch in Europa gelang ihm bei Olympique Marseille. Nach einer überzeugenden Saison 2020/21 als Leihspieler zahlte der Ligue-1-Klub dem BVB im vergangenen Sommer immerhin 11 Millionen Euro Ablöse für eine feste Verpflichtung.

Sergio Gomez (kam 2018 für 3 Millionen Euro vom FC Barcelona, Alter beim Wechsel: 17 Jahre)


Als "weltweit einer der stärksten Spieler seines Jahrgangs" wurde Sergio Gomez bei der Verkündung seiner Verpflichtung von Manager Michael Zorc angepriesen. Der Spanier sollte behutsam über die Dortmunder U19 an die Profis herangeführt werden, doch der erhoffte Durchbruch gelang ihm in den folgenden drei Jahren nach seinem Wechsel nicht. Nur sieben Minuten in der ersten Mannschaft standen zu Buche, als er den BVB im Sommer 2021 verließ und zum RSC Anderlecht wechselte. Dort wurde er vom Mittelfeldspieler zum Linksverteidiger umgeschult, blühte auf und und entwickelte sich mit 22 Torbeteiligungen in 49 Einsätzen zum Leistungsträger.

Achraf Hakimi (von 2018 bis 2020 ausgeliehen von Real Madrid, Alter beim Wechsel: 19 Jahre)

Steiler nach oben ging die Karriere bei kaum einem anderen der Dortmunder Teenie-Transfers. Der Marokkaner beackerte die rechte Außenbahn so überzeugend, dass der BVB sich nach zwei Leihjahren im Sommer 2020 eine feste Verpflichtung schlicht nicht mehr leisten konnte. Inter Mailand schlug für 43 Millionen Euro zu. Nur ein Jahr und einen Meister-Titel in der Serie A später zahlte PSG sogar 65 Millionen Euro Ablöse. Auch im Pariser Star-Ensemble ist Hakimi unumstrittener Stammspieler.

Mateu Morey (kam 2019 ablösefrei vom FC Barcelona, Alter beim Wechsel: 19 Jahre)

Mateu Morey kam als vielversprechendes Talent für die rechte defensive Außenbahn aus der Jugend des FC Barcelona. Nach einem Jahr in der Regionalliga debütierte er im Mai 2020 unter Trainer Lucien Favre für die Profis in der Bundesliga. In der folgenden Spielzeit 2020/21 kam der Spanier auf 24 Einsätze in Liga, Pokal und Champions League, davon 18-mal in der Startelf. Eine schwere Knieverletzung kurz vor Saisonende stoppte seinen Aufstieg zum Stammspieler jedoch – bis heute.

Erling Haaland (kam 2019 für 20 Millionen Euro von RB Salzburg, Alter beim Wechsel: 19 Jahre)

Der Norweger kam im Wintertransferfenster von RB Salzburg und war als 19-Jähriger bereits gestandener Erstliga-Profi und Champions-League-Spieler. Erling Haaland brauchte keinerlei Eingewöhnungszeit, traf bei seinem Debüt dreifach und produzierte Tore wie am Fließband. Nach 89 Pflichtspielen mit 86 Treffern und 23 Vorlagen verließ Haaland den Klub nach der Saison 2021/22. Manchester City machte Gebrauch von einer Ausstiegsklausel und zahlte dem Vernehmen nach eine Ablösesumme zwischen 60 und 75 Millionen Euro.

Jude Bellingham (kam 2020 für 25 Millionen Euro von Birmingham City, Alter beim Wechsel: 17 Jahre)

Beim englischen Zweitligisten Birmingham City hinterließ Jude Bellingham in seinen jungen Jahren einen solch großen Eindruck, dass seine Rückennummer 22 im Klub nie mehr vergeben wird. Mehr muss man über den heute 18-Jährigen nicht wissen. Schon direkt nach seinem Wechsel gehörte der Engländer zu den Führungsspielern bei den Dortmundern und ist aus dem Mittelfeld nicht mehr wegzudenken. Er könnte beim BVB noch mehr Eindruck hinterlassen als einst sein Landsmann Jadon Sancho.

Jamie Bynoe-Gittens (kam 2020 ablösefrei von Manchester City, Alter beim Wechsel: 16 Jahre)

Der englische Junioren-Nationalspieler Jamie Bynoe-Gittens ist eine Quasi-Kopie von Jadon Sancho. Ein Tempodribbler, der aus dem Stand explodieren kann. Der Rechtsaußen kann als hängende Spitze und als Flügelspieler agieren. Wie Sancho wechselte auch Bynoe-Gittens aus der Jugend von Manchester City nach Dortmund. "Als Sancho bei Manchester City gespielt hat, hat er bei der U18 geglänzt, in jedem Spiel getroffen. Also ja, in gewisser Weise will ich wie er sein", hatte Bynoe-Gittens kurz vor seinem Wechsel gegenüber dem Portal The Secret Scout gesagt. Beim BVB könnte der Brite in der kommenden Saison eine ernsthafte Alternative auf der Außenbahn sein. Zum Ende der abgelaufenen Saison absolvierte Bynoe-Gittens beim 3:4 gegen den VfL Bochum sein erstes Pflichtspiel von Beginn an.

Reinier (von 2020 bis 2022 ausgeliehen von Real Madrid, Alter beim Wechsel: 18 Jahre)

Real Madrid zahlte im Januar 2020 sage und schreibe 30 Millionen Euro Ablöse für den damals 18-Jährigen von Flamengo Rio de Janeiro, der in Brasilien als eines der größten Talente seit Neymar galt. Umso größer war die Erwartungshaltung, als die Dortmunder den Zuschlag für eine Leihe des vermeintlich künftigen Weltstars erhielt. Was nach zwei Jahren von der Leihe übrig blieb: 39 (Kurz-)Einsätze, ein Tor und eine Vorlage, ein Spiel über die vollen 90 Minuten. Vor der Rückkehr zu Real Madrid ist der Marktwert des offensives Mittelfeldspielers von einst 25 Millionen Euro auf mittlerweile 8 Millionen Euro abgesackt. Die Leihe hat sich weder für ihn noch für den BVB rentiert. Jetzt steht er vor einem Wechsel zu Benfica Lissabon.

Soumaila Coulibaly und Abdoulaye Kamara (kamen beide 2021 ablösefrei von Paris Saint-Germain, Alter beim Wechsel: 17 beziehungsweise 16 Jahre)

Für eine Bewertung der beiden Neuzugänge aus der U19 von Paris Saint-Germain aus der vergangenen Saison ist es noch viel zu früh. Der Innenverteidiger aus Frankreich (Coulibaly) und der defensive Mittelfeldspieler aus dem Senegal (Kamara) werden bislang behutsam in den Nachwuchsmannschaften der Dortmunder aufgebaut, ohne großartig zu glänzen. Immerhin stand Coulibaly schon zweimal im Profikader des BVB.

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