06. Februar 2021 / 22:32 Uhr

Kommentar zum BVB: Watzke und Zorc haben sich in die Trainer-Klemme manövriert

Kommentar zum BVB: Watzke und Zorc haben sich in die Trainer-Klemme manövriert

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc haben sich beim BVB in die Trainer-Klemme manövriert, meint SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt.
Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke und Sportdirektor Michael Zorc haben sich beim BVB in die Trainer-Klemme manövriert, meint SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt. © imago images/Eibner
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Auch unter Edin Terzic taumelt Borussia Dortmund durch die Bundesliga. Eine erneute Trainer-Debatte würde die Bosse Hans-Joachim Watzke und Michael Zorc in größere Erklärungsnot bringen, meint SPORTBUZZER-Redaktionsleiter Tom Vaagt.

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Viele Personalfragen bei Borussia Dortmund hätte man in den vergangenen Jahren wohl kaum besser beantworten können. Der Kader ist auf dem Papier bärenstark besetzt. Mit erfahrenen Spielern wie Mats Hummels und Marco Reus. Und mit aufstrebenden Stars wie Erling Haaland und Jadon Sancho. Mit Sebastian Kehl wird der wahrscheinliche Nachfolger von Sportdirektor Michael Zorc schon jetzt an die künftige Aufgabe herangeführt. Die Transfer-Bilanz der vergangenen vier Jahre weist insgesamt ein sattes Plus von rund 100 Millionen Euro aus. Also alles in Butter? Keineswegs. Denn: Fast jedes Puzzleteil im BVB-Kader ist für sich genommen ein Gemälde. Fügt man jedoch alles zusammen, scheinen viele Farben nicht wirklich zueinander zu passen.

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Man könnte es sich jetzt einfach machen und mit dem Finger auf den Trainer zeigen. Schließlich ist dieser dafür verantwortlich, aus Vielem ein Ganzes zu machen. Doch das wäre zu einfach. Schon vor Edin Terzic konnten Thomas Tuchel, Peter Bosz, Peter Stöger und Lucien Favre kein dauerhaft harmonisches Gesamtkunstwerk erstellen. Mal passte es zwischenmenschlich nicht. Mal passte es in Sachen Spielweise nicht. Mal war der Verantwortliche ohnehin nur als Übergangslösung eingeplant. Mal waren die Mentalitäten zwischen Klub und Coach dann doch zu verschieden. Für die Auswahl des vielleicht wichtigsten Mannes im Verein verantwortlich: Geschäftsführer Hans Joachim Watzke und Manager Zorc.

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Auch nachdem sich das Duo im vergangenen Dezember für Terzic entschied, steckt der Klub wieder in der Trainer-Falle. Man hatte offenbar gehofft, dass die Mischung aus Stallgeruch und Fachkompetenz dafür genügt, um die Saison halbwegs erfolgreich und mit der sicheren Champions-League-Qualifikation zu beenden. Doch Terzic, der zuvor noch nie als Cheftrainer im Profibereich gearbeitet hatte, gelang es bislang nicht, das zuvor schon schlingernde Schiff auf Kurs zu bringen. Watzke und Zorc befinden sich nun in der Klemme: Mit einem weiteren Trainerwechsel würden sie die Terzic-Beförderung – und vielleicht sogar die Entlassung von Favre – als Fehler eingestehen. Und noch viel schlimmer: Marco Rose, der als Wunschkandidat gilt, ist erst ab Sommer verfügbar – wenn er überhaupt will.

Denn: Sollte der BVB die Königsklasse verpassen, könnte dem Coach sein derzeitiger Arbeitgeber Borussia Mönchengladbach vielleicht sogar attraktiver erscheinen. Fehlen den Dortmundern die Einnahmen und das Renommee der Champions League, werden Haaland, Sancho & Co. nur schwierig zu halten sein. Der Umbruch könnte massiv ausfallen. Gefragt wäre dann ein Baumeister, der viele neue Puzzleteile zusammenfügen muss. Ob Rose sich als solchen sieht, ist offen.