14. Oktober 2021 / 20:14 Uhr

BVB-Trainer Marco Rose beklagt Trainingsintensität bei Nationalteams: "Irgendwann ist das Rad überdreht"

BVB-Trainer Marco Rose beklagt Trainingsintensität bei Nationalteams: "Irgendwann ist das Rad überdreht"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
 BVB-Trainer Marco Rose gehen allmählich die Spieler aus
BVB-Trainer Marco Rose gehen allmählich die Spieler aus © IMAGO /Ulrich Hufnagel
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Gleich fünf Profis von Borussia Dortmund kehrten angeschlagen von ihren Länderspielreisen zurück. BVB-Trainer Marco Rose appellierte daher an die Verbände und Nationaltrainer und hofft auf einen besseren Austausch über die Belastung der Spieler.

Bei Borussia Dortmund war die ohnehin schon lange Liste verletzter oder angeschlagener Spieler während der Länderspielpause nochmal erheblich gewachsen. Mit Manuel Akanji, Thorgan Hazard, Thomas Meunier, Raphael Guerreiro und Youssoufa Moukoko kamen fünf Spieler mit Blessuren von ihren Auswahlmannschaften zurück. Für BVB-Trainer Marco Rose aber kein Grund, Trübsal zu blasen: "Solche Phasen hat man. Da müssen wir durch, ohne zu jammern. Das tun wir auch und freuen uns über jeden Spieler, der gesund zurückkommt", sagte er am Donnerstag auf der Spieltags-Pressekonferenz in Dortmund.

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Natürlich hätte auch er immer "gerne die volle Kapelle zur Verfügung, um Konkurrenzkampf zu schüren und die beste Elf auf dem Platz zu haben". Das Team profitiere nun davon, "dass wir nicht nur elf beste Spieler haben, sondern 15 oder 16. Jetzt fällt Guerreiro beispielsweise aus, aber Nico Schulz ist in einer guten Verfassung. Das ist immer wichtig. Wenn der jetzt auch noch ausfallen würde, hätten wir auf der Position schon ein Thema."

Nationalspieler werden "im Verein fit gemacht"

Trotzdem warnt der 45-Jährige: "Irgendwann ist das Rad überdreht. Dann kommt man vielleicht in eine Spirale, in der es schwierig wird, auf bestimmten Positionen noch nachzulegen. Natürlich machen wir uns Gedanken darüber, wo was herkommt." Denn die Schuld für die jüngsten Personalsorgen sieht er weniger beim Klub: "Es sind aber keine Verletzungen dabei, wo wir das Gefühl haben, wir hätten großartige Fehler in der medizinischen Abteilung oder Belastungssteuerung gemacht."

Als "Stellschraube, an der wir dann auch mal drehen müssen", hat Rose das Thema Nationalmannschaften identifiziert: "Wie geben wir Spieler ab? Wie kommunizieren wir, dass dort die Belastung richtig gesteuert wird?" Er ist der Meinung, dass die Profis bei ihren Nationalteams kein intensives Training mehr brauchen, "weil sie im Verein fit gemacht werden. Sie sind fit, wenn sie zur Nationalmannschaft gehen."

Rose: Spieler reisen vorermüdet zum Nationalteam

Natürlich sei ihm bewusst, dass auch die Nationaltrainer ihre speziellen Inhalte trainieren wollen und müssen. "Aber ich glaube, dass man das auch ohne Intensität machen kann." An dieser Stelle sieht Rose eine Schnittstelle, für eine bessere Zusammenarbeit zwischen Klubs und Verbänden.

Er stellte klar, dass er den Nationaltrainern nicht vorschreiben werde, was sie zu trainieren haben, "aber es ist doch klar, dass ich als Vereinstrainer Interessen habe". Tatsache sei, "dass die Jungs grundsätzlich vorermüdet zur Nationalmannschaft reisen, weil sie viele Spiele in der Champions League und Meisterschaft hatten. Dann haben sie Reisestress, dann trainieren sie dort und dann haben sie wieder zwei oder drei Spiele."


Mit den meisten Verbänden sei die Kommunikation laut Rose schon sehr gut, "aber möglicherweise kann man das an einigen Stellen noch optimieren und klarer kommunizieren". Was er meint, erläutert er am Beispiel des an der Wade verletzten Guerreiro. Ein Ansatz wäre es, "zu sagen: 'Männer, passt auf. Der hat extrem viel gespielt, ist sehr müde. Passt noch mehr auf im Training. Nehmt ihn vielleicht auch mal raus.' Denn die Jungs wollen selber natürlich immer auf den Platz, trainieren und arbeiten."