13. März 2020 / 00:17 Uhr

BVB- und Bayern-Fans fordern DFL zu Bundesliga-Stopp auf: "Fußball ohne Fans ist wertlos"

BVB- und Bayern-Fans fordern DFL zu Bundesliga-Stopp auf: "Fußball ohne Fans ist wertlos"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Fans des BVB und des FC Bayern haben sich für einen Bundesliga-Stopp ausgesprochen. 
Fans des BVB und des FC Bayern haben sich für einen Bundesliga-Stopp ausgesprochen.  © imago/MIS/Montage
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In weiten Teilen Europas wie Italien und Spanien ruht bereits der Ball. Die Top-Ligen haben wegen des Coronavirus bereits den Spielbetrieb eingestellt. Die Bundesliga zögert mit einer Absage weiterhin. Stand jetzt werden alle Partien am kommenden Wochenende als Geisterspiele ohne Zuschauer ausgetragen. BVB- und Bayern-Fangruppen kritisieren dies scharf.

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Die Bundesliga hält den Spielbetrieb trotz des grassierenden Coronavirus vorerst aufrecht. Stand Donnerstagabend wird der 26. Spieltag der höchsten deutschen Spielklasse wie geplant durchgeführt. Aufgrund der Gefährdungslage durch das neue Virus werden jedoch alle Partien, darunter auch das Revier-Derby zwischen Borussia Dortmund und Schalke 04. Das BVB-Fanbündnis "Südtribüne Dortmund" hat per Mitteilung nun angekündigt, ihr Team vor dem Stadion - anders als die Fans von Borussia Mönchengladbach nach dem Derby-Sieg gegen Köln - nicht anzufeuern - ungeachtet des Ergebnisses. "Mit diesem verhältnismäßig kleinen Schritt können wir (...) schlichtweg ein unnötiges Risiko vermeiden", schreiben die Fans.

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Und die BVB-Fans gehen noch weiter: "Zwar werden die Funktionäre hierzulande hinter verschlossenen Türen gerade wahrscheinlich hitzig über den Fortlauf der Saison diskutieren, aber dass der Spielbetrieb in der 1. und 2. Bundesliga zum aktuellen Zeitpunkt noch nicht ausgesetzt ist, zeugt nicht von Weitsicht und Verantwortungsbewusstsein", so die Fan-Gruppierung. "In unseren Augen ist eine Aussetzung der nächsten Spieltage unumgänglich - am besten schon an diesem Wochenende."

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DFL hält sich bezüglich Spieltags-Absagen zurück

Unterstützung erhalten die BVB-Anhänger von den Rivalen aus München. Deren Fan-Gruppierung "Südkurve München" kritisierte die Ansetzung der Geisterspiele scharf: "Die 'Lösung' der Geisterspiele ignoriert (...) komplett, dass Fußball auch abseits des Stadions eine massive soziale Komponente darstellt. Auch bei Geisterspielen treffen sich Fans in Kneipen und Wohnzimmern", schreibt die FCB-Fangruppe. "Viele Fans opfern seit Jahren einiges, sowohl finanziell als auch zeitlich, um ihrem Herzensverein überall hin zu folgen. Diese Möglichkeit wird uns nun genommen, den Vereinen fehlen die Einnahmen und den Mannschaften die Unterstützung in der entscheidenden Phase der Saison. Fußball ohne Fans ist wertlos."

Die Hoheit über die Bundesliga, die ihren Spieltag erstmals komplett unter Ausschluss der Öffentlichkeit absolvieren wird, und der zweiten Liga hat derweil die Deutsche Fußball Liga. Und die hielt sich in den vergangenen Tagen mit Äußerungen zurück, selbst als in Deutschland in Timo Hübers von Hannover 96 der erste Profi positiv getestet worden war. DFL-Geschäftsführer Christian Seifert lobte stattdessen die Sky-Pläne, die Konferenz am Samstag ohne Bezahlschranke zu übertragen: "Auch wenn der Stadionbesuch nicht möglich ist, muss an den kommenden Spieltagen niemand auf Bundesliga und 2. Bundesliga als Live-Erlebnis verzichten." Für Montag hat die DFL eine Krisensitzung aller Klubs terminiert.

BVB-Sportdirektor Michael Zorc plädiert für Spieltags-Absage

Woanders wurde konsequent gehandelt. Die beste Basketball-Liga der Welt, die NBA, stellte den Spielbetrieb vorerst ein, nachdem ein Spieler der Utah Jazz positiv getestet wurde. Die NHL und MLS zogen nach. Auch in der italienischen Fußball-Liga Serie A und die spanische Primera Division wird der Ball vorerst ruhen.

Selbst BVB-Sportdirektor Michael Zorc brachte am Donnerstagabend eine Bundesliga-Pause ins Spiel: "Es gibt ja keine Blaupause, wie man mit so einer Lage umgeht. Das ist für alle und jeden neu, und die Situation hat eine unglaubliche Dynamik", sagte er der Süddeutschen Zeitung. "Aber wenn ich sehe, dass die spanische und die italienische Liga ab sofort pausieren, obwohl die mit ihren 20 Erstliga-Vereinen ja noch mehr Spieltage und deshalb größere Terminprobleme haben, frage ich: Warum sollten wir es nicht genauso machen können?" BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke stellte am Donnerstagabend in der WAZ jedoch klar, dass „Niemand bei Borussia Dortmund - auch nicht Michael Zorc“ gesagt habe, „dass die Bundesliga jetzt sofort pausieren soll“.

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