12. November 2020 / 21:35 Uhr

BVB-Verteidiger Manuel Akanji nach Topspiel gegen den FC Bayern rassistisch beleidigt - Verein reagiert

BVB-Verteidiger Manuel Akanji nach Topspiel gegen den FC Bayern rassistisch beleidigt - Verein reagiert

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Manuel Akanji sah sich nach dem Topspiel gegen den FC Bayern rassistischen Anfeindungen ausgesetzt.
Manuel Akanji sah sich nach dem Topspiel gegen den FC Bayern rassistischen Anfeindungen ausgesetzt. © 2020 Getty Images
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Im Anschluss an den Bundesliga-Gipfel gegen den FC Bayern wurde Dortmund-Verteidiger Manuel Akanji über Instagram rassistisch beleidigt. Der BVB hat auf die Anfeindungen im Netz nun mit einem Statement reagiert. Auch die Schweizer Nationalmannschaft sprang dem 25-Jährigen zur Seite.

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Erst verlor er das Bundesliga-Topspiel mit Borussia Dortmund gegen den FC Bayern (2:3) - und dann das: BVB-Verteidiger Manuel Akanji, der gegen die Münchener 90 Minuten neben Mats Hummels in der Viererkette verteidigte, ist nach dem Liga-Klassiker via Instagram rassistisch angefeindet worden. Dies teilte der Verein am Donnerstag mit.

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Mit eindeutigen Worten positionierte sich der BVB. "Nach dem Topspiel gegen den FC Bayern am vergangenen Samstag wurde unser Spieler Manuel Akanji auf Instagram rassistisch beleidigt. Dies ist für uns nicht nur ein weiterer Vorfall in diesen Tagen, in denen es national und international Anfeindungen gegen Fußballspieler unterschiedlichster Vereine und Ligen gibt", heißt es auf der Internetseite des Vereins. "Die tatsächliche Zahl rassistischer Beleidigungen im Sport dürfte sogar noch deutlich höher sein, oftmals finden derlei Vorfälle aber keine Öffentlichkeit."

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Die wiederholt auftretenden Rassismus-Vorfälle im Fußball nutzten die Westfalen zu einem klaren Statement. "Wir werden auch künftig nicht aufhören, solche Anfeindungen öffentlich zu machen, unsere Spieler und betroffene Fans zu schützen und weiterhin konsequent gegen Rassismus im Fußball und in unserer Gesellschaft zu kämpfen", erklärte die Borussia in der Mitteilung und bot zudem Hilfe für Betroffene rassistischer Anfeindungen an.

Auch die Schweizer Nationalmannschaft, mit der Akanji am Samstag in der Nations League gegen Spanien sowie drei Tage später gegen die Ukraine antritt, äußerte sich zu den Beleidigungen gegen den Nationalverteidiger. Der Defensivmann selbst wandte sich über den Schweizer Instagram-Account mit eindringlichen Worten an die Follower. "Wir von der Schweizer Nationalmannschaft treten für Toleranz ein. Hassattacken gegen Ethnien, Religion, Geschlecht, sexuelle Orientierung und jede andere Form von Diskriminierung haben in dieser Welt keinen Platz", schrieb der 25-Jährige. Unterstützt wurde er von seinen Mitspielern in einem Video.


Moukoko-Beleidigungen liegen nur wenige Wochen zurück

Erst Mitte Oktober hatte es den letzten gegen einen BVB-Spieler gerichteten rassistischen Zwischenfall gegeben. Top-Talent Youssoufa Moukoko wurde beim 3:2-Derbysieg der U19 gegen den FC Schalke massiv und auf übelste Art von Zuschauern beleidigt. Der Teenager musste sich anhören, er solle "sich verpissen" oder "ins Grab legen". Ein Zuschauer drohte ihm sogar Gewalt an: "Ich brech' dir die Knochen." Moukoko wurde zudem als "Hurensohn" bezeichnet und mit rassistischen Äußerungen bedacht. Nach einem Urteil des DFB-Sportgerichts muss Schalke 04 deshalb eine Geldstrafe in Höhe von 6000 Euro zahlen und die Anzahl der Ordner für Junioren-Spiele gegen Dortmund bis zur Saison 2022/2023 auf mindestens 20 erhöhen.