11. Oktober 2019 / 09:24 Uhr

Bundestrainer Joachim Löw über BVB-Juwel Youssoufa Moukoko: „Habe mich schon erkundigt“

Bundestrainer Joachim Löw über BVB-Juwel Youssoufa Moukoko: „Habe mich schon erkundigt“

Heiko Ostendorp und Andreas Kötter
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bundestrainer Joachim Löw hat sich über BVB-Juwel Youssoufa Moukoko bereits bei den Dortmunder Verantwortlichen informiert.
Bundestrainer Joachim Löw hat sich über BVB-Juwel Youssoufa Moukoko bereits bei den Dortmunder Verantwortlichen informiert. © imago images/MaBoSport
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Youssoufa Moukoko ist das Wunderkind des deutschen Fußballs, spielt aber derzeit nicht für eine DFB-Auswahl. Das soll sich nach dem Willen des Verbandes rasch ändern. Bundestrainer Joachim Löw hat sich über die Qualitäten des 14 Jahre alten Stürmers bereits informiert.

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Am Montagnachmittag war es so weit. Auf dem Trainingsgelände von Borussia Dortmund kreuzten sich erstmals die Wege von Joachim Löw und Youssoufa Moukoko. Der Bundestrainer absolvierte im Stadtteil Brackel die erste Einheit mit der Nationalmannschaft in Vorbereitung auf das Länderspiel gegen Argentinien, ein paar Meter weiter lief das Wunderkind des deutschen Fußballs mit der U19 des BVB auf – und das, obwohl er im November erst 15 Jahre alt wird.

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„Er ist so jung und schon so gut“, sagt sein Coach Michael Skibbe, 2002 noch selbst Co-Trainer des DFB-Teams bei der Vizeweltmeisterschaft in Japan und Südkorea. „Der Junge wird eines Tages Profi werden, das ist so sicher wie das Amen in der Kirche. Nur Verletzungen können ihn stoppen“, so Skibbe. „Er besitzt eine sehr gute Technik, Schnelligkeit und einen sehr guten Torabschluss. Das sind drei sehr gute Qualitäten, die da zusammenkommen.“

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Moukoko wird aktuell nicht für den DFB nominiert – U18-Trainer wünscht sich Comeback

Moukoko, der in Yaoundé in Kamerun geboren wurde, wechselte 2016 vom FC St. Pauli zum BVB und schießt seitdem alles in Grund und Boden. 40 Tore in 28 Spielen machte der Stürmer in seiner ersten Saison für die U17, 50 bei 28 Einsätzen in der zweiten. Nach sieben Partien für die U19 steht Moukoko aktuell bei 15 Treffern. „Er ist fußballerisch extrem weit, hat eine hohe Spielintelligenz“, sagt Dortmunds Nachwuchsleiter Lars Ricken, der im Champions-League-Finale 1997 für den BVB gegen Juventus Turin (3:1) mit seinem ersten Ballkontakt traf – er war damals 20. Dennoch blieb ihm danach die ganz große Karriere verwehrt. Bei Moukoko soll das anders laufen.

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Und das ist auch ein Grund, warum er aktuell auf dem Trainingsplatz anzutreffen ist, statt mit einem der DFB-Nachwuchsteams unterwegs zu sein. „Youssoufa ist ein großes Talent, das mit knapp 13 Jahren sein erstes U16-Länderspiel bestritten hat. Das dadurch entstandene Interesse war für die Angehörigen und den Spieler selbst nicht immer einfach. Mit Blick auf seine weitere individuelle Entwicklung und auf Wunsch der Familie haben wir uns dazu entschlossen, dass er nicht nominiert wird“, sagte U17-Trainer Michael Fichtenbeiner Ende letzten Jahres dem SPORTBUZZER. Und obwohl sich U18-Nationaltrainer Christian Wörns inzwischen „wünschen würde“, dass Moukoko wieder mit dem Bundesadler auf der Brust aufläuft, hat sich daran bis heute nichts geändert.


Hype um Youssoufa Moukoko wird immer größer: 400.000 Instagram-Follower

Der Hype um Moukoko nimmt aber auch ohne DFB-Einsätze nicht ab, sondern wird immer größer. Nach Spielen muss er Autogramme schreiben und Selfies machen, knapp 400.000 Follower hat er bei Instagram. Zum Vergleich: BVB-Nationalspieler Nico Schulz folgen 116.000 Menschen. Ausrüster Nike gab Moukoko im April einen Mega-Vertrag, für den er eine Million Euro sofort und bis zu 10 Millionen kassieren kann. Unter anderem gibt es auch eine dicke Prämie für sein erstes Profi- und A-Länderspiel – doch bis dahin ist es noch ein weiter Weg.

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Nuri Sahin war als jüngster Bundesliga-Spieler aller Zeiten 16 Jahre, elf Monate und einen Tag alt, als er erstmals für den BVB in der höchsten deutschen Spielklasse auflief – mit Einwilligung seiner Eltern. Aber auch Beispiele von „Jahrhundert-Talenten“, denen eine Weltkarriere prophezeit wurde, aus der nichts wurde, gibt es genug. Wie US-Boy Freddy Adu, der mit 14 Jahren sein Profidebüt gab und heute mit 30 bei den Las Vegas Lights kickt. Löw hat Moukoko aber schon auf dem Schirm: „Ich habe mich bei Michael Skibbe schon mal erkundigt“, sagt der Bundestrainer im Gespräch mit dem SPORTBUZZER. „Aber alle Beteiligten tun gut daran, seine Entwicklung in Ruhe abzuwarten.“ Der Rest käme dann von ganz alleine. Mittlerweile hat BVB-Juwel Moukoko bei Instagram auf die Aussagen von Löw reagiert, die „einen sehr stolz machen“.

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