04. April 2020 / 07:58 Uhr

Michael Rummenigge: So kann der BVB-Plan mit Moukoko aussehen - neue Regel wird Top-Talente locken

Michael Rummenigge: So kann der BVB-Plan mit Moukoko aussehen - neue Regel wird Top-Talente locken

Michael Rummenigge
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Ex-Nationalspieler Michael Rummenigge schreibt in seiner SPORTBUZZER-Kolumne über die Absenkung der Altersgrenze in der Bundesliga und über BVB-Youngster Youssoufa Moukoko.
Ex-Nationalspieler Michael Rummenigge schreibt in seiner SPORTBUZZER-Kolumne über die Absenkung der Altersgrenze in der Bundesliga und über BVB-Youngster Youssoufa Moukoko. © Imago Images/Montage
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SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge begrüßt die Senkung der Altersgrenze in der Bundesliga und hält große Stücke auf BVB-Juwel Youssoufa Moukoko. Zudem glaubt er, dass die neue Regel mehr Top-Talente in die Bundesliga lockt.

Die DFL hat in dieser Woche einem der größten Talente Europas den Weg zum nächsten Karriereschritt geebnet: Youssoufa Moukoko kann mit Abschluss seines 16. Lebensjahres ab November für Borussia Dortmund in der Bundesliga auflaufen. Ich finde, dass das ein tolles Zeichen ist. Ich selbst hätte das in diesem Alter zwar nicht hinbekommen, aber mittlerweile findet alles viel früher und schneller statt. Und: Heutzutage sind die Jungs durch die Nachwuchsleistungszentren ganz anders ausgebildet, als zu meiner Zeit. Ich erinnere mich an mein Probetraining beim FC Bayern im Februar 1981 - danach hätte man mich eigentlich nach Hause schicken müssen.

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Aber ich hatte trotzdem gute Anlangen und eine Sache, die auch Moukoko nun an den Tag legen muss: Biss. Er ist wahnsinnig schnell und körperlich weiter als seine Alterskollegen. Er muss allerdings noch robuster, cleverer, durchsetzungsstärker werden. Das ist in seinem Alter jedoch ganz normal. Er sollte jetzt ganz langsam an den Profi-Fußball herangeführt werden. Über das Training, bei dem sich für ihn wahrscheinlich auch in Sachen Tempo eine ganz neue Welt auftun wird. Und über kurze Einsätze in der Bundesliga.

BVB-Juwel Moukoko: Vergleiche mit Lewandowski & Co. unangebracht

Man darf nicht verrücktspielen und seine tollen Torquoten in der Jugend auch bei den Profis erwarten - oder gar Vergleiche mit Robert Lewandowski oder Gerd Müller anstellen. Es gab schon genug Talente, um die ein großer Hype gemacht wurde, und bei denen es dann nicht mit der großen Karriere klappte. Ich denke da an den Frankfurter Michael Anicic oder an Donis Avdijaj von Schalke 04.

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Beim BVB haben sie Moukoko bisher sehr, sehr gut aufgebaut. Man hat Medienanfragen abgeblockt, ihn zeitweise auch aus den Junioren-Nationalmannschaften herausgehalten. Sie wissen in Dortmund ganz genau, dass sie einen tollen Spieler haben, dem ein großes Talent in die Wiege gelegt wurde. Was man so hört, stimmt bei Moukoko zudem das private Umfeld. Wenn er jetzt hart arbeitet und gesund bleibt, kann er ein Riesenspieler werden.

Vielleicht sehen wir Moukoko und Haaland gemeinsam im BVB-Sturm

Er sollte sich zum Beispiel Erling Haaland zum Vorbild nehmen. Der Norweger ist ja nicht so viel älter, aber natürlich schon weiter. Wenn Moukoko im Training sieht, wie Haaland, Marco Reus und Jadon Sancho dieses oder jenes machen und das Beobachtete auf sein eigenes Spiel anwendet, wird er sich immer weiter verbessern. Und wer weiß: Vielleicht sehen wir Haaland und Moukoko ja dann auch mal gemeinsam im BVB-Sturm. Für mich wäre es jedenfalls eine Option, Moukoko als Stürmer Nummer zwei aufzubauen. Nach dem Abgang von Paco Alcacer fehlt ja ein zweiter Torjäger im Kader.

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Vielleicht noch ein paar generelle Worte zur Absenkung der Altersgrenze: Auch wenn ich außer Moukoko derzeit eigentlich keinen deutschen Spieler sehe, der davon zeitnah profitieren wird, ist das ein ganz wichtiges Zeichen. Gerade in den momentanen Krisen-Zeiten können die Vereine nun noch mehr zeigen, dass sie auf den eigenen Nachwuchs bauen. Und: Die Bundesliga ist für Top-Talente aus der gesamten Welt attraktiver geworden. Manch 15- oder 16-Jähriger wird nun eher bereit sein, nach Deutschland zu kommen. Schließlich sind die Chancen auf frühe Einsätze im Profibereich deutlich gestiegen.