22. Mai 2020 / 17:33 Uhr

Handball: C-Junioren vom HSV Wildau holen erste Meisterschaft

Handball: C-Junioren vom HSV Wildau holen erste Meisterschaft

Oliver Schwandt
Märkische Allgemeine Zeitung
Die Meistermannschaft der C-Junioren vom HSV Wildau (h.R.v.l.): Trainer Sven Brade, Florian Wolle, Lennard Schönicke, Jakob Düring, Jakob Pforte, Hannes Kottke, Pius Trachte, Jordi Wehner, Willi Hahn, Co.Trainer Gerrit Schönicke. (V.R.v.l.): Leonard Farr, Thilo Weber, Lukas Uwer, Philip Volkmann, Bendix Hühnerfuß, Bjarne Rose, Collin Heinze. Nicht mit dabei: Bennet Petersen, Leander Haß. 
Die Meistermannschaft der C-Junioren vom HSV Wildau (h.R.v.l.): Trainer Sven Brade, Florian Wolle, Lennard Schönicke, Jakob Düring, Jakob Pforte, Hannes Kottke, Pius Trachte, Jordi Wehner, Willi Hahn, Co.Trainer Gerrit Schönicke. (V.R.v.l.): Leonard Farr, Thilo Weber, Lukas Uwer, Philip Volkmann, Bendix Hühnerfuß, Bjarne Rose, Collin Heinze. Nicht mit dabei: Bennet Petersen, Leander Haß. © Privat
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Handball-Oberliga: Brade-Team gewinnt den Titel am grünen Tisch.

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Mitte der vergangenen Woche, kurz vor seinem 47. Geburtstag, bekam Sven Brade, C-Junioren-Nachwuchstrainer beim Handball Sportverein Wildau, die erfreuliche Nachricht vom Handballverband Brandenburg mitgeteilt. Obwohl die Saison in der Oberliga aufgrund der Coronavirus-Krise fünf Spieltage vor dem Ende der Saison vorzeitig abgebrochen werden musste, wurde seine Mannschaft – die sich zum Zeitpunkt des Abbruches mit 28:2 Punkten auf dem ersten Rang befand – zum Meister erklärt. Es ist der erste Oberliga-Titelgewinn für eine C-Juniorenmannschaft des HSV Wildau überhaupt.

„Wir mussten wochenlang auf die Entscheidung des HVB warten, wie die Spielzeit 2019/2020 endgültig gewertet werden würde. Unterm Strich waren wir in der vergangenen Serie die beste C-Juniorenmannschaft Brandenburgs, da wir zwei Siege gegen die beiden Sportschulenteams vom VfL Potsdam und vom Lausitzer HC Cottbus einfahren konnten. Ich hätte mir aber schon sehr gewünscht, dass wir die Saison zu Ende gespielt hätten, da ich mir sicher gewesen wäre, dass meine Jungs den ersten Rang bis nach dem letzten Spieltag verteidigt hätten“, so der HSV-Coach, der bis zum vergangenen Sommer auch noch die Brandenburgliga-Männer des HSV Wildau unter seinen Fittichen hatte.

Jakob Pforte (l.) beim erfolgreichen Sprungwurf beim Sieg gegen Cottbus.
Jakob Pforte (M.) beim erfolgreichen Sprungwurf beim Sieg gegen Cottbus. © Privat

Bereits vor dem ersten Punktspiel am 7. September 2019, das der HSV-Nachwuchs klar und deutlich in eigener Halle gegen den SV 63 Brandenburg-West mit 47:10 gewinnen konnte, war sich Brade klar, dass im Kampf um die Meisterschaft für seine Mannschaft etwas gehen könnte. „Ich bin mit einem ganz starken Kader in die Spielzeit gegangen und ich wusste auch, dass die beiden Teams von den Sportschulen auf ihren älteren Jahrgang verzichten mussten und ihnen somit ein großer Umbruch bevor stand“, sagt der HSV-Trainer weiter. Bereits am dritten Spieltag empfing der HSV zuhause den VfL Potsdam zum ersten Gipfeltreffen. Die Dahmeländer setzten sich knapp mit 24:23 gegen die Truppe aus der Landeshauptstadt durch. „In dieser Begegnung passte bei meinen Jungs sehr viel und die vorher besprochenen Vorgaben wurden konsequent umgesetzt. Nach diesem Match wusste ich endgültig, dass in dieser Saison etwas gehen würde“, erzählt Brade weiter. Mit dieser Aussage behielt der C-Junioren-Coach recht, denn im zweiten Spitzenspiel, am 20. Oktober 2019 erneut in der Halle im Wildorado, wurde der Lausitzer HC Cottbus klar mit 28:23 besiegt.

Rückpartie gegen den VfL Potsdam fand nicht mehr statt

Bis zum Ende der Hinrunde verloren die Wildauer nicht eine einzige Partie. Die erste Saisonniederlage setzte es für das Brade-Team erst in der Rückrunde, als die Mannschaft das Rückspiel beim LHC Cottbus knapp mit 26:28 verlor. „Wir zeigten bei dieser knappen Pleite wahrlich keine schlechte Leistung. Am Ende waren es nur kleinere Schwächephasen, die uns um einen Punktgewinn brachten. Zudem hatte ich ein paar angeschlagene Spieler mit dabei, die aus diesem Grunde nicht ihre Normalform an den Tag legen konnten“, erklärt Brade die einzige Saisonniederlage für seine Mannschaft. Drei Spieltage später sollte die Rückbegegnung beim VfL Potsdam ausgetragen werden – doch Corona machte dem HSV einen Strich durch die Rechnung. „Wir hatten intern ausgiebig die Cottbus-Partie ausgewertet und waren schon voll fokussiert auf das Match in der Landeshauptstadt“, erzählt der 47-Jährige, „als wir vom Saisonabbruch hörten, waren wir natürlich alle sehr geknickt und am Boden zerstört. Unterm Strich kann ich aber nur betonen, war es die richtige Entscheidung des HVB, da wir einen Kontaktsport betreiben, bei dem die Gesundheit der Spieler und aller Beteiligten natürlich im Vordergrund steht.“

Willi Hahn (Nr. 6) setzt sich erfolgreich gegen zwei Gegenspieler vom Tabellenletzten  SV 63 Brandenburg-West durch.
Willi Hahn (Nr. 6) setzt sich erfolgreich gegen zwei Gegenspieler vom Tabellenletzten SV 63 Brandenburg-West durch. © Privat

Obwohl die HSV-C-Junioren die Meisterschaft am grünen Tisch gewonnen haben, sind sie sicherlich nicht unverdient zum Meister erklärt wurden. Das sieht auch Brade so: „Wir haben in 15 Spielen 237 Gegentore kassiert und somit die beste Abwehr aller elf Mannschaften aus der Oberliga gestellt. 479 erzielte Treffer bedeuteten in dieser Wertung Platz zwei, nur Cottbus war mit 535 Toren deutlich besser als wir, hatte aber zum Zeitpunkt des Saisonabbruches auch eine Begegnung mehr als mein Team ausgetragen.“

Sechs HSV-Spieler schaffen Sprung in die Landesauswahl

Die guten Auftritte des HSV-Nachwuchses in der vergangenen Serie waren auch dem Auswahltrainer des Landes Brandenburg nicht entgangen, denn mit Lennard Schönicke, Jakob Pforte, Pius Trachte, Jakob Düring, Hannes Kottke und Bendix Hühnerfuß kamen sechs Akteure des HSV Wildau zu Einsätzen in der Auswahlmannschaft. „Leider wechseln alle sechs im Sommer in die B-Junioren“, so Brade.

Auf die Übergabe der Meisterschaftsmedaillen muss der HSV Wildau noch bis zum ersten Spieltag der neuen Saison warten. „Dann sollen meine Jungs ihre Plaketten für den Staffelsieg bekommen“, informiert Sven Brade, „ich kann zum jetzigen Zeitpunkt aber nicht wirklich sagen, ob wir die neue Serie wirklich beginnen können. Dazu müssen wir erst einmal abwarten, wie es mit der Coronavirus-Krise in den kommenden Monaten weitergeht.“