17. Mai 2021 / 13:13 Uhr

Calberlah: Zwei Youngster und ein Stück TuS-Geschichte für den SV

Calberlah: Zwei Youngster und ein Stück TuS-Geschichte für den SV

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
 Freut sich über drei Zugänge: Calberlahs Coach Stefan Timpe begrüßt unter anderem Tom-Lucas Wulfes (am Ball) in seinem Landesliga-Team.
Freut sich über drei Zugänge: Calberlahs Coach Stefan Timpe begrüßt unter anderem Tom-Lucas Wulfes (am Ball) in seinem Landesliga-Team. © Lea Rebuschat/Sebastian Preuß
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Der SV Calberlah vermeldet drei Zugänge für die kommende Saison. Dabei setzt das Team mit zwei jungen Spielern seinen Umbruch fort. Verzichten muss der SVC in Zukunft allerdings auf die Dienste einer jahrelangen Stammkraft.

Der Umbruch geht weiter: Bisher war die Fußball-Landesliga für Aufsteiger SV Calberlah ein Schnupperkurs, nach vier Spielen kam erst der Corona-bedingte Abbruch und dann die Annullierung. Aber der SVC hat bewiesen, dass er das Zeug für die Landesliga hat, ist gekommen um zu bleiben - und arbeitet weiter an der Kaderplanung. Nachdem Stefan Timpe bereits im Januar seinen Vertrag als Trainer verlängert hatte, stehen nun drei Zugänge fest. Ein Routinier verlässt hingegen das Team, aber nicht den Verein.

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Den kürzesten Weg ins Landesliga-Team hat Marcel Hekkel, der Torwart kommt aus der eigenen Jugend. "Das ist genau das, wo wir als Verein hinkommen müssen", freut sich Timpe über die Nachwuchsarbeit: "Marcel ist jetzt schon sein sehr guter Torhüter." In Sachen Ballführung und Strafraumbeherrschung "hat er jetzt die Möglichkeit, bei Philipp Korsch, einem der besten Torhüter, die ich kennengelernt habe, zu lernen". Für Calberlahs Coach ist das "ein gutes Paket".

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Neben Hekkel hat Calberlah mit Marvin Mundry aus der Jugend von Lupo/Martini Wolfsburg einen weiteren 18-Jährigen verpflichtet. "Er ist ein gut ausgebildeter Defensivmann, kann rechten Verteidiger, aber auch die Sechs spielen", sagt Timpe, der Mundry schon lange im Fokus hatte. "Ich habe öfter versucht ihn zu den Vereinen zu holen, wo ich tätig war. Vor allem im Jugendbereich beim MTV Gifhorn. Er hat mir damals immer einen Korb gegeben, aber wir haben auch immer ein tolles Verhältnis gehabt." Gute Ausbildung, charakterlich top - Timpe hält große Stücke auf den 18-Jährigen. "Er bringt ein tolles Niveau mit." Dabei findet Mundry bei Lupo ein Bezirksliga- und Oberliga-Team im Herrenbereich vor. "Er kann seine Chancen reell einschätzen. Er setzt bei uns mehr auf die Spielpraxis, was ja nicht ausschließt, dass er in ein, zwei Jahren den Sprung in die Oberliga schafft", so der Coach.

Mundry soll Calberlah auch helfen, die zumindest temporäre Lücke zu schließen, die die Kreuzband-Verletzung von Yannick Grünheid gerissen hat. "Ihm geht es super und die Heilung verläuft gut. Aber wir wissen nicht genau, wann er wieder auf dem Fußballplatz stehen wird", sagt Timpe. Für Grünheid ist es schon die zweite schwerwiegende Verletzung in Folge.

Was für Hekkel und Mundry gilt, trifft auch auf Zugang Nummer 3, Tom-Lucas Wulfes von Bezirksligist TuS Neudorf-Platendorf zu. "Wir holen nicht nur blind die Leute, sondern schauen gezielt auf den Kader und haben diese drei Spieler gesucht", so Timpe. Wulfes wurde als Ersatz für Jan Ahrens (34) geholt, der ins Altherren-Team wechselt. "Ich bedauere es sehr, ich habe Jan in den zwei Jahren, in denen ich hier bin, sehr schätzen gelernt." Zum Aufstieg und dem guten Start in die Landesliga habe Ahrens einen großen Teil beigetragen. "Nicht nur auf dem Platz, sondern auch daneben." Der Routinier habe mit für das aktuelle Fundament gesorgt, die Neuen ans Team rangeführt. Timpe: " Ich kann sagen, dass es jetzt für ihn gar keinen besseren Zeitpunkt geben kann, ohne schlechtes Gewissen zu den Altherren zu gehen." Aus der Welt sei Ahrens ja nicht. "Wer weiß, vielleicht braucht man ihn auch mal", sagt der Coach mit einem Augenzwinkern. Zugang Wulfes ähnelt aber Ahrens vom Spielertyp. "Beide können den Ball sehr gut festmachen, beide haben ein Auge für die Mitspieler."

Mit Wulfes wechselt auch ein Stück TuS-Geschichte nach Calberlah. Wulfes erzielte das vorerst letzte Platendorfer Tor auf Bezirksebene vor dem Rückzug - und das war spektakulär. Beim 3:3 gegen den SV Barnstorf hatte er in der achten Minute (!) der Nachspielzeit zum 3:3-Endstand ausgeglichen.


"Tom-Lucas ist fußballerisch extrem gut ausgebildet,war lange in der VfL-Jugend tätig", sagt Timpe. Bei Platendorf habe er aber aufgrund verschiedener Verletzungen nie sein wirkliches Leistungspotenzial abrufen können. Der SV-Coach will ihm nun dabei helfen, verletzungsfrei zu bleiben: "Tom-Lucas kann uns mit seinen fußballerischen Fähigkeiten explizit weiterhelfen, gerade im offensiven Zentrum." Dabei sah es zunächst danach aus, als würde Wulfes nach dem Aus fürs Bezirksliga-Team mit Platendorf in die 1. Kreisklasse gehen, jetzt geht's für ihn in die Landesliga hoch.

Die Planungen für die kommende Spielzeit sind damit für Calberlah "zu 95 Prozent abgeschlossen", so Timpe. Bis auf Jan Ahrens gibt es keine Abgänge. "Die Handlungsfelder, die ich hatte, haben wir gut geschlossen. Natürlich gucke ich noch nach einem jungen Perspektivspieler, davon kannst du im Verein nie genug haben. Du musst ihnen aber auch die Möglichkeit geben zu spielen."

Timpe selbst hatte im Januar seinen Vertrag beim SV verlängert.Ich fühle mich sehr wohl in Calberlah und habe den Verein und die Leute sehr schätzen gelernt. In den vergangenen zwei Jahren haben wir eine ganze Menge erreicht, durch Corona ist das alles aber ein wenig auf der Strecke geblieben und man konnte es nicht genießen. Auch deshalb habe ich für mich gesagt, dass ich weitermachen möchte“, sagte Timpe damals, der deutlich machte, dass er in Calberlah seine sportliche Heimat gefunden hat. „Mit dem Umbruch, den wir im Verein eingeleitet haben, sind wir noch nicht fertig. Die Identität des Vereins ist wichtiger als die Liga. Davon lebt dieser Verein und das ist das, was mich an Calberlah so fasziniert.“

Timpe hatte Calberlah im Sommer 2019 als damaliger B-Jugend-Trainer des MTV Gifhorn von Coach Marco Propfe übernommen und war in seiner ersten Spielzeit mit dem Team als Tabellenzweiter und Nachrücker für die TSG Mörse von der Bezirks- in die Landesliga aufgestiegen.