19. Dezember 2015 / 10:33 Uhr

Carlo Ancelotti - "Der große Bär"

Carlo Ancelotti - "Der große Bär"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
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Er weilt gerade nicht nur in Kanada, sondern fischt auch gerne – und er ist ein Trainer von Weltformat. Auf seinen Stationen beim AC Mailand, FC Chelsea, in Paris oder Madrid sammelte Ancelotti reihenweise Titel.

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Sein Sabbatical hat Carlo Ancelotti nicht wie Pep Guardiola in New York verbracht. Der Italiener lud seine Batterien nach seinem Abschied bei Real Madrid im Sommer in Vancouver auf. Guardiola, dessen Abgang sich beim FC Bayern immer mehr abzeichnet, erholte sich nach vier titelreichen Jahren beim FC Barcelona im Big Apple, ehe er nach einem Jahr Pause 2013 den FC Bayern übernahm. 

Titel ohne Ende

Ancelotti gilt nun als heißester Kandidat für die mögliche Nachfolge des spanischen Startrainers. Ancelotti vereint vieles, was dem deutschen Fußball-Rekordmeister gefallen dürfte. Vor allem die Titelsammlung des Mannes aus Reggiolo in der Emilia-Romagna ist standesgemäß für die Münchner. Dreimal gewann Ancelotti die Champions League (2003 und 2007 mit dem AC Mailand, 2014 mit Real Madrid), Landesmeisterschaften gehören für ihn fast schon zum Pflichtprogramm. Mit Milan, dem FC Chelsea und auch Paris Saint-Germain gelang ihm die nationale Krönung.

"Bis ich das nächste gute Projekt finde, fische ich"

"Ich genieße meine Zeit jetzt, aber natürlich will ich wieder arbeiten, denn das ist meine Leidenschaft", versicherte Ancelotti vor wenigen Wochen bei einer Veranstaltung in London. Wann immer zuletzt ein Trainer mit Autorität, Stil, Weltgewandtheit und der Lizenz zum Erfolg gesucht wurde - der Name Ancelotti durfte nicht fehlen. Der Vater zweier erwachsener Kinder (Katia, Davide) hat seine Auszeit gebraucht. Nach dem Erringen von "La Decima" 2014, dem so lange ersehnten zehnten Champions-League-Triumph mit Real, ließ sich der heute 56-Jährige am Rücken operieren und genoss die Zeit mit seiner spanisch-kanadisch-stämmigen Frau Mariann Barrena. "Wenn ich keinen Verein mit einem guten Projekt finde, kann ich warten. Was ich machen werde in der Zwischenzeit? Spiele anschauen, Fischen, all diese Sachen", sagte Ancelotti jüngst dem "Independent".

"Er ist wie ein großer Bär"

Ancelotti kann mit starken Persönlichkeiten umgehen. Auf dem Platz war er Dompteur von Fußball-Diven wie Zlatan Ibrahimovic, Cristiano Ronaldo oder Frank Lampard. Auch mit den mächtigen Führungsfiguren in seinen Clubs wie Silvio Berlusconi, Roman Abramowitsch oder Florentino Perez arrangierte sich Ancelotti. Sein ehemaliger Coach sei eine "unglaubliche Person", sagte vor Kurzem Cristiano Ronaldo bei ESPN und lobte Ancelottis Wärme. "Er ist wie ein großer Bär."

Penetrant Kaugummi kauend

Ancelotti und auch Guardiola kennen sich gut. 2014 demütigte Real die Bayern in München im Rückspiel des Champions-League-Halbfinals mit 4:0. Ancelotti selbst kennt die Tiefen des Geschäfts aber auch. Seine vielleicht bitterste Niederlage erlitt der penetrant Kaugummi kauende Coach 2005, als er mit Milan das "Königsklassen"-Endspiel gegen den FC Liverpool trotz einer 3:0-Pausenführung noch verlor.