08. August 2019 / 16:14 Uhr

Carlo Fischer: In den dunkelsten Zeiten blieb der Dauerbrenner Fallersleben treu

Carlo Fischer: In den dunkelsten Zeiten blieb der Dauerbrenner Fallersleben treu

Lennart Pankau
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Foto: Sebastian Preuss, Fußball, Kühl-Cup, Calberlah, SSV Kästorf, VfB Fallersleben
Blieb Fallersleben auch in dunklen Jahren treu: Dauerbrenner Carlo Fischer (r.). © Sebastian Preuss
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Am Mittwoch spielte der Kreisliga-Aufsteiger VfB Fallersleben in der Fußball-Bezirksliga vor heimischer Kulisse gegen den SV Calberlah. Für den Fallersleber Carlo Fischer war es trotz der 0:1-Niederlage ein besonderer und schöner Tag.

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Fischer machte erstmal jeden Abstieg mit

Der VfB hat eine Achterbahnfahrt gemacht, ging durch dunkle Zeiten, und Fischer ging den ganzen Weg mit. In der Winterpause der Landesliga-Saison 2014/2015 hatte die gesamte erste Mannschaft samt Trainer und Betreuer den Klub verlassen. Lars Ebeling übernahm als Trainer – und hatte fast nichts. Einige Akteure aus der zweiten Mannschaft, ein paar Zugänge und ab und an Spieler aus der A-Jugend, mehr hatte er nicht. Einer dieser A-Jugendlichen war Carlo Fischer. Bereits in der Landesliga hatte er einmal (gegen Vahdet Braunschweig, 2:7) ausgeholfen, oft aber schon mittrainiert. Er war einer derer, die blieben. Und: Danach verpasste das Fallersleber Eigengewächs quasi kein Spiel mehr und führte das Team in der Bezirksliga sogar als Kapitän auf das Feld.

„Eigentlich bin ich gar nicht der richtige Mann dafür gewesen“, gestand Fischer. „Aber uns hat es zu der Zeit generell an Führungsspielern gefehlt. Deshalb habe ich das Amt für ein Jahr übernommen.“ Der Innenverteidiger ist ein ruhiger Typ, auf und neben dem Platz. Einer der mit viel Ruhe am Ball, der ein Spiel aufziehen kann, der jede Woche konstant eine starke Leistung auf dem Platz bringt. In der Bezirksliga half das aber nur bedingt.

Vereinswechsel kam nie infrage

Es lief nur unwesentlich besser in der Landesliga. „Es war eine schwere Zeit“, erinnerte sich Fischer. „Irgendwann hat man schon gar keinen Bock mehr auf die Spiele und ist schon mit einer schlechten Einstellung in die Partien gegangen.“ Ein Vereinswechsel oder gar ein Karriereende kamen aber nicht infrage: „Ich wusste ja, dass in der nächsten Saison eine Menge Qualität aus der A-Jugend hoch zu uns kommen würde. Und ich bin mit unserem Trainer immer gut ausgekommen.“ Und tatsächlich: In der darauf folgenden zwei Kreisliga-Saisons schlug sich der VfB besser. Es reichte erst für einen fünften und dann für einen zweiten Platz sowie für den Kreispokal-Sieg. „Für den ganz großen Wurf hat uns aber immer ein wenig Erfahrungen gefehlt“, stellte Fischer fest. „Aber die haben wir ja in der Saison darauf bekommen.“

Kreisliga Wolfsburg: VfB Fallersleben - WSV Wendschott. Zur Galerie
Kreisliga Wolfsburg: VfB Fallersleben - WSV Wendschott. © Roland Hermstein
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Mit Erfahrung kam der Aufschwung

Mit Marco Cuccia und Andrea Russo kamen 2018 zwei erfahrene Spieler. „Die beiden haben uns wirklich enorm geholfen, haben die Mannschaft auf dem Platz gelenkt, uns immer gepusht“, so Fischer. In einer grandiosen Saison entschieden die Fallersleber das Titelrennen gegen den TSV Heiligendorf für sich – und durften endlich den Aufstieg bejubeln. „Das war natürlich ein unheimlich gutes Gefühl“, erinnerte sich Fischer. „Aber ich war die ganze Saison auch fest davon überzeugt, dass wir es schaffen würden.“

Zwar ging das Auftaktspiel in der Bezirksliga am Mittwoch gegen den SV Calberlah mit 0:1 verloren, aber „wir haben gezeigt, dass wir eine gestandene Bezirksliga-Mannschaft über weite Strecken im Griff haben können“, so Fischer, der betonte: „Das Ziel ist der Klassenerhalt – und ich bin überzeugt davon, dass wir das auch packen werden.“ Heute ist er der dienstälteste Spieler der ersten Herren beim VfB – und ist zeitgleich der einzige Spieler, der die gesamte dunkle Zeit in Fallersleben miterlebt hat – und zusammen mit dem Verein überstanden hat.

So tippt Carlo Fischer den zweiten Bezirksliga-Spieltag:

FSV Adenbüttel/Rethen - SV Lauingen/Bornum 3:1.

"Adenbüttel als gestandene Bezirksliga-Mannschaft hat da denke ich die Nase vorne."

SV Gifhorn - VfB Fallersleben 1:2.

"Wir sind heiß auf die ersten Punkte."

Lupo Martini II - VfL Wahrenholz 1:3.

"Lupo hat ein sehr junges Team, hat es schwer gegen eine erfahrenes Wahrenholzer Team."

SV Calberlah - TSG Mörse 2:3.

"Mörse hat sich gut verstärkt. Deshalb sehe ich sie vorne."

MTV Gamsen - FC Brome 4:0.

"Ich kenne Bromes Team nicht wirklich, glaube aber Gamsen ist der Favorit."

VfR Wilsche-Neubokel - TSV Hillerse 0:2.

"Hillerse geht als Landesliga-Absteiger als Favorit in die Partie."

TSV Hehlingen - TSV Vordorf 3:1.

"Hehlingen hat eine starke Truppe."

1. FC Wolfsburg - TuS Neudorf-Platendorf 2:2. "Ich sehe beide auf Augenhöhe."

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