01. August 2018 / 16:30 Uhr

Carsten Buggeln: Keine Atempause am Thekenwagen

Carsten Buggeln: Keine Atempause am Thekenwagen

Karsten Hollmann
Weser-Kurier
Buggeln
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Der stellvertretende Vorsitzende des SV Aschwarden berichtet über eine Woche aus seinem Leben und gibt dabei auch Einblicke in die Sportwoche des Kreisligisten

Carsten Buggeln ist stellvertretender Vorsitzender des SV Aschwarden. Der Kommunikationselektroniker spielte viele Jahre Fußball beim SVA, dem er bereits seit 35 Jahren angehört. Der 45-Jährige ist verheiratet mit Kirstin, mit der er die Söhne Mika (12) und Cedric (16) hat. In der Rubrik "Meine Woche" aus der Zeitung "Die Norddeutsche" berichtet Buggeln nun über eine Woche aus seinem Leben und gibt dabei interessante Einblicke in die Sportwoche des SV Aschwarden.

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Mittwoch, 25. Juli: Nach dem Aufstehen gegen 6.30 Uhr gehe ich erst mal mit dem Hund Gassi. Dann fahre ich zur Arbeit. Ankunft ist gegen 7.45 Uhr in der Bremer Überseestadt-Süd. Ich bin bei der Deutschen Telekom Service GmbH beschäftigt. Heute erwarten wir Kollegen aus Cottbus, die ein Kollege und ich im Bereich Business-Router schulen. Der Arbeitstag verläuft gut, da die Büroräume glücklicherweise gut klimatisiert sind – Feierabend ist um 16.30 Uhr. Um 18 Uhr mache ich mich auf dem Weg zum Sportplatz, der nur ein paar Schritte von unserem Haus in Aschwarden entfernt liegt. Unsere Fußball-Sportwoche ist im vollen Gange. Heute wird der Finalgegner unseres SVA ermittelt. Ich beobachte beide Spiele und notiere mir für den Pressebericht die Aufstellung der Teams, Höhepunkte sowie Ein- und Auswechslungen. Der FC Hansa Schwanewede besiegt die TSV Farge-Rekum mit 4:1 und trifft somit am Freitag auf unser Team im Endspiel. Gegen 22 Uhr bin ich wieder zu Hause und genieße noch ein Getränk mit meiner Frau Kirstin auf der Terrasse bei angenehmen Temperaturen.

Donnerstag, 26. Juli: Auf der Arbeit nehme ich die Kollegen aus Cottbus in Empfang, die sich leicht über die hohen Temperaturen in Bremen beschweren. Nach Feierabend habe ich noch einen Termin mit dem Getränkezulieferer Schnug, der noch einmal für den SVA-Finaltag für Nachschub sorgt. Ansonsten ist heute Pause bei der Sportwoche. Dies beschert allen Helfern plus Spielern einen willkommenen Tag zum Entspannen. Meine Frau, ich und meine beiden Söhne machen am Abend noch eine Radtour an die Weser und genießen dabei das schöne Wetter.

Freitag, 27. Juli: Die Kollegen aus Cottbus verabschieden sich gegen Mittag, nachdem wir noch viele Fragen technischer Art klären konnten. Heute mache ich bereits gegen 13.30 Uhr Feierabend. Am Nachmittag entspanne ich mich zu Hause, bevor es um 17.30 Uhr zum Sportplatz geht. Ich übernehme einen Dienst auf dem Thekenwagen. Das Spiel um Platz drei beginnt um 19 Uhr. Der Andrang am Thekenwagen ist bereits jetzt so stark, dass ich vom Spiel zwischen dem FC Hagen/Uthlede II und SV Löhnhorst nichts mitbekomme. Ich erfahre nur, dass Hagen/Uthlede II sich mit 3:1 durchsetzt. Nach Ende dieses Spiels gibt es im Thekenwagenkeine Atempause mehr. Unsere Anlage ist mit 450 Zuschauern rappelvoll. Bis tief in die Nacht versuchen das Team und ich alle Getränkewünsche so schnell wie möglich zu erfüllen. Da aber alle ihr Bestes geben und auch Helfer mitwirken, die gerade zugezogen oder gar nicht im Verein sind, bleibt der Stress positiv. Am Rande erfahre ich, dass wir ein guter Gastgeber waren und dem FC Hansa Schwanewede nach guter Leistung, aber einer 1:2-Niederlage den Günther-Mehrtens-Gedächtnis-Wanderpokal überlassen müssen. Wir waren aber sicher dichter an der Titelverteidigung als die deutsche Fußball-Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Russland. Gegen 4 Uhr morgens falle ich völlig erschöpft ins Bett.

Sonnabend, 28. Juli: Um 11 Uhr treffen wir uns zum Abbauen und Aufräumen auf dem Vereinsgelände des SV Aschwarden. Es haben sich immerhin 20 Freiwillige dazu eingefunden. Gegen 13 Uhr ist das meiste auch schon wieder geschafft. Alle Beteiligten essen dann gemeinsam zu Mittag. Die Kosten für das Essen sowie die Getränke übernimmt der Verein. Nach dem Essen werden noch der Sand von der Cocktailbar abgefahren und einige Kleinigkeiten erledigt. Gegen 15 Uhr sind ich und mein älterer Sohn Cedric, der auch mitgeholfen hat, wieder daheim. Das war also die Sportwoche 2018. Ich denke, sie war auch ein voller Erfolg. Nachdem es nach langer Zeit einige Tropfen geregnet hat, grillen wir auf unserer Terrasse und machen uns einen gemütlichen Abend.

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Sonntag, 29. Juli: Nach spätem Aufstehen und einem gemütlichen Frühstück erfahre ich, dass mein Lieblings-Fußball-Bundesligaverein Werder Bremen erneut Claudio Pizarro verpflichtet hat. Ich finde das super. Mein jüngerer Sohn Mika sieht das aber eher kritisch. Am Nachmittag steht noch eine Fahrradtour mit der Familie an. Über Wersabe fahren wir nach Uthlede. Wir schauen uns das Spiel unserer ersten Herren an, die sich an der dortigen Sportwoche beteiligt. Im Anschluss geht die Fahrradtour weiter von Uthlede über den Aschwardener Ortsteil Bruch, wo meine Mutter und mein Bruder und dessen Frau wohnen, wieder zurück nach Aschwarden. Wir kommen gegen 19 Uhr wieder zu Hause an. Ich erfahre, dass Geraint Thomas aus Wales seinen Sieg bei der Tour de France perfekt gemacht und Sebastian Vettel im Formel-1-Rennen in Ungarn als Zweiter den Kürzeren gegen Lewis Hamilton gezogen hat. Nach dem Abendessen schauen wir uns wie fast jeden Sonntag den Tatort in der ARD an. Bei der Folge „Im Schmerz geboren“ handelt es sich zwar um eine Wiederholung, aber eben auch um eine sehr sehenswerte Ausgabe.


Montag, 30. Juli: Ich gehe wieder meiner Tätigkeit im technischen Service nach. Kleinere und mittlere Unternehmen, Ärzte und Apotheken wenden sich an mein Team und mich, da sie Konfigurationswünsche oder Störungen im Bereich Telefonie oder Netzwerk haben. Nach Feierabend nehme ich dann noch einen Termin bei meiner Steuerberaterin wahr. Im Anschluss hole ich meinen Sohn Mika vom Fußball-Training ab. Er spielt in der U 13-Mannschaft der JSG Meyenburg/Aschwarden. Seit seinem vierten Lebensjahr war ich hier sein Trainer. Leider musste ich diesen Sommer den Trainerposten aus Zeitgründen aber abgeben. Ich schaue mir den Rest des Trainings an und freue mich darüber, dass sich so viele Kids zum Saisonauftakt auf dem Sportplatz eingefunden haben. Abends drehe ich noch eine Runde mit dem Hund.

Dienstag, 31. Juli: In der Mittagspause machen ein Kollege und ich einen Spaziergang Richtung Schlachte. Dieser Sommer ist doch echt der Hammer. Nach Feierabend mähe ich nach einer Pause von ungefähr vier Wochen mal wieder den Rasen. Dieser hat sicherlich schon bessere Zeiten gehabt – überall ist es braun. Rund um meinen SV Aschwarden wird es jetzt wieder ruhiger. Ich freue mich aber bereits auf den Saisonauftakt. Das betrifft sowohl den Amateur- als auch den Profibereich. Ich bin mal sehr gespannt auf Werders 15-Millionen-Mann Davy Klaassen, dem vielversprechenden Neuzugang vom FC Everton. Fußball ist und bleibt natürlich meine Leidenschaft. Am Abend gehe ich dann noch eine Runde laufen – mit dem festen Vorsatz, das wieder regelmäßig zu machen.