29. Juli 2020 / 10:29 Uhr

CAS-Begründung zeigt: Neun Premier-League-Klubs wollten Man-City-Begnadigung verhindern

CAS-Begründung zeigt: Neun Premier-League-Klubs wollten Man-City-Begnadigung verhindern

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Zahlreiche Premier-League-Klubs haben eine Aufrechterhaltung der Europapokalsperre für Manchester City gefordert.
Zahlreiche Premier-League-Klubs haben eine Aufrechterhaltung der Europapokalsperre für Manchester City gefordert. © imago images/Colorsport
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Der Quasi-Freispruch für Manchester City vor dem CAS wurde europaweit heftig diskutiert. Nun hat der Sportgerichtshof eine 93-seitige Urteilsbegründung veröffentlicht. Diese zeigt: Schon im März formierte sich in der Premier League eine namhafte Allianz gegen den entthronten englischen Meister.

Die Entscheidung des Internationalen Sportgerichtshofs CAS, die von der UEFA verhängte Europapokal-Sperre von Manchester City zu kippen, hat europaweit für Entsetzen gesorgt. DOSB-Boss Alfons Hörmann bezeichnete das Urteil im SPORTBUZZER als "Schlag ins Gesicht für all diejenigen, die um die Fairness im Sport kämpfen"; auch Karl-Heinz Rummenigge, der Vorstandsvorsitzende des FC Bayern, ging mit der UEFA hart ins Gericht, die "keine tolle Arbeit geleistet" habe. Nun kommt raus: In England bildete sich schon vor den CAS-Beratungen eine große Allianz gegen die Citizens.

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Aus der am Dienstag veröffentlichten, 93-seitigen Urteilsbegründung des CAS im Fall Man City geht hervor, dass sich am 9. März neun Vereine der Premier League mit einer Intervention an den CAS wandten, um die Sperre von Manchester City aufrechtzuerhalten. Dabei handelte es sich um den FC Arsenal, den FC Burnley, den FC Chelsea, Leicester City, den FC Liverpool, Manchester United, Newcastle United, Tottenham Hotspur und Wolverhampton Wanderers. Also fast die Hälfte aller englischen Erstligisten und insbesondere Vereine mit Europacup-Ambitionen.

Ein Großteil der genannten Vereine hätte von einem Ausscheiden der Citizens aus dem Rennen um den Europapokal direkt profitiert. Leicester City etwa hätte sich für die Champions League qualifiziert, auch der FC Arsenal hätte noch in die Europa League aufrücken können. Da die im Februar von der UEFA verhängte Sperre wegen Verstößen gegen das Financial Fairplay vom CAS aber aufgehoben wurde, blieb die schriftliche Intervention der Klubs letztlich wirkungslos. Die anhand geleakter Dokumente aufgedeckten Tricksereien des aus Abu Dhabi alimentierten Klubs bleiben damit praktisch ungesühnt.

Internationale Pressestimmen zum Manchester-City-Urteil des CAS

Manchester City konnte den zweijährigen Ausschluss aus dem Europapokal vor dem CAS noch abwenden. Der <b>SPORT</b>BUZZER hat die Reaktionen der internationalen Presse zusammengefasst. Zur Galerie
Manchester City konnte den zweijährigen Ausschluss aus dem Europapokal vor dem CAS noch abwenden. Der SPORTBUZZER hat die Reaktionen der internationalen Presse zusammengefasst. © Screenshots

Die UEFA hatte nach CAS-Lesart in den Verhandlungen nicht zweifelsfrei nachweisen können, dass Manchester City unerlaubte Zahlungen unter anderem von Klubchef Scheich Mansour als Sponsoreneinnahmen verschleierte. "Auf der Grundlage der Beweise kann das Gremium nicht zu der Schlussfolgerung kommen, dass eine verschleierte Finanzierung an City gezahlt wurde", heißt es in dem CAS-Schreiben.

Der Gerichtshof stellte allerdings fest, dass Man City die Untersuchungen des europäischen Verbandes nicht nur nicht unterstützt, sondern sogar "eklatant" missachtet habe. Erst im Berufungsverfahren vor dem CAS hatte der entthronte englische Meister Zeugenaussagen und Schriftstücke bereitgestellt, die letztlich zum De-facto-Freispruch führten.