02. Dezember 2021 / 14:49 Uhr

Casteels-Comeback in Wolfsburg offen, Hinrunden-Aus für Mehmedi

Casteels-Comeback in Wolfsburg offen, Hinrunden-Aus für Mehmedi

Andreas Pahlmann und Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Kehrt Koen Casteels ins Tor zurück? Das konnte Florian Kohfeldt (r.), der Trainer des VfL Wolfsburg noch nicht vollends beantworten.
Kehrt Koen Casteels ins Tor zurück? Das konnte Florian Kohfeldt (r.), der Trainer des VfL Wolfsburg noch nicht vollends beantworten. © Roland Hermstein
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Ob der der VfL Wolfsburg beim Spiel am Samstag in Mainz wieder auf den zuletzt an Corona erkrankten Torwart Koen Casteels zurückgreifen kann, ist weiterhin offen. Sicher ist dagegen, dass Admir Mehmedi für den Rest der Hinrunde ausfällt.

Beim VfL Wolfsburg steht weiterhin ein Fragezeichen hinter Koen Casteels. Der Torwart der Niedersachsen, der nach Corona-Infektion in dieser Woche aus der Quarantäne zurückgekehrt war, wird möglicherweise auch am Samstag (15.30 Uhr) beim Fußball-Bundesliga-Spiel in Mainz nicht zwischen den Pfosten stehen können. Nach individuellen Trainingseinheiten am Mittwoch und Donnerstag soll nun am Freitag die Rückkehr ins Mannschaftstraining folgen. Erst danach gibt es die Entscheidung, ob der Belgier mit zum Spiel reist. "Es geht ihm gut", so Trainer Florian Kohfeldt, "aber er hat ein paar Tage gelegen." Man werde nun in den Übungseinheiten "die Belastung steigern und dann schauen, ob es für das Mainz-Spiel reicht." Klappt's nicht, wird Pavao Pervan wieder im Tor stehen. Kohfeldt: "Wir haben mit Pavao einen sehr guten Vertreter, der es in den letzten beiden Spielen sehr gut gemacht hat."

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Größte Baustelle der Wolfsburger bleibt die Balance zwischen Torgefahr und Abwehrstabilität, die Offensivausbeute ist weiter mau: Nach dem am grünen Tisch annullierten 3:1 n.V. in der ersten Pokalrunde in Münster gelangen dem VfL in dieser Saison nie mehr als zwei Treffer pro Partie. In 13 der 18 Pflichtspiele erzielte der VfL einen oder keinen Treffer. Und in der Liga hat keine Mannschaft aus den Top 12 so wenig Tore erzielt wie die Wolfsburger. Immerhin: Die Chancenverwertung hat sich seit dem Trainerwechsel verbessert, unter Mark van Bommel wurden 17,24 Prozent der Gelegenheiten verwertet, unter Nachfolger Kohfeldt 28,30 Prozent.

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Hinten jedoch deuteten sich zuletzt Probleme an, der VfL kassierte in sechs der letzten acht Bundesliga-Partien zwei oder mehr Gegentore. "Natürlich geht es immer auch um hohe Ballgewinne", erläutert Kohfeldt. "Es geht aber auch darum zu akzeptieren, dass wir mal tiefer stehen müssen. Da dürfen wir dann nicht innerlich frustriert sein, sondern müssen auch dann bereit sein, unser Tor zu verteidigen. Das ist eine klare Vorgabe an die Spieler, das umzusetzen. Denn keines der Tore, die wir zuletzt bekommen haben, wäre unvermeidbar gewesen." Egal ob offensiv oder defensiv - Kohfeldt nutzte die volle Trainingswoche für Einzelgespräche mit Videostudium. "Da haben wir anhand von Szenen individuell gezeigt, was wir erwarten."


Ausfallen wird beim VfL Admir Mehmedi, der erneut Muskelprobleme hat, damit bis Weihnachten fehlt und womöglich gar nicht mehr für die Wolfsburger spielen wird. Dem Schweizer, der in dieser Saison kaum Einsatzzeiten hatte, werden Wechselabsichten in der Winterpause nachgesagt, auch wenn VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer den Ball (noch) flach hält. Für ihn gibt es im Momente "keine Tendenz, dass Admir uns verlassen wird".

Stürmer Bartosz Bialek, der in der Vorsaison gegen Mainz sein zweites und bisher letztes Bundesliga-Tor erzielt hatte, trainert nach Kreuzbandriss zwar wieder mit der Mannschaft, ist in der Hinrunde noch kein Kader-Kandidat.

Bei Mainz 05 freut man sich vor allem über die Rückkehr von Routinier Stefan Bell, der beim 1:2 in Stuttgart eine Gelbsperre abbrummte und schmerzlich vermisst wurde. "Bello ist wieder zurück am Samstag, das ist natürlich wichtig", so Trainer Bo Svensson über den Verteidiger. "Er gibt mit seiner Erfahrung den anderen Spielern, die weniger erfahren sind, viel mit." Fehlen wir dagegen weiterhin Dominik Kohr, der sich gegen Stuttgart eine Oberschenkelverletzung zugezogen hatte. "Es ist kein Geheimnis, dass Dome für uns ein wichtiger Spieler ist und schwer zu ersetzen ist", sagt Svensson, der nun in der Mittelfeldzentrale auf den 21-jährigen Leandro Barreiro setzt. "Leo kann diese Position übernehmen, er hat Qualitäten, die gut dahin passen."

Für Wolfsburg-Coach Kohfeldt ist Mainz "ein Gegner, der eine beeindruckende Serie spielt." Seit Bo Svensson das Traineramt im Januar übernommen hat, haben die 05er enorm an Stabilität gewonnen und seien nicht umsonst "übers Kalenderjahr eine der Mannschaften mit dem meisten Punkten". Das Team definiere sich "enorm über Physis", die Spieler seien "sich nicht zu schade, auch mal Foul zu spielen", wie die Statistk zeige. In der Tat: 180 Foulspiele gehen in dieser Saison aufs Mainzer Konto, kein anderer Bundesligist foulte häufiger.

Zudem verfüge der VfL-Gastgeber mit Offensivkräften wie Karim Onisiwo und Jonathan Burkardt "über viel Zielstrebigkeit und über "eine Mannschaft, die sehr genau weiß, was zu tun ist." Kurzum: "Es gibt da einige Aufgaben, die auf uns warten."

Die Aufgabe nach Mainz lautet für die VfLer OSC Lille. Am Mittwoch geht es gegen den französischen Meister ums Weiterkommen in der Champions League. Auch wenn sich Kohfeldt an die Vorgabe hält, erst einmal nur auf die Mainz-Partie zu blicken, so ist ihm doch klar: "Das werden sehr wichtige Wochen für uns, um die Weichen zu stellen - da werden gewisse Richtungen zu erkennen sein." Und das nicht nur international, denn nach Lille wird eine weitere englische Woche das Fußball-Jahr des VfL beschließen - mit Spielen gegen Stuttgart, gegen Köln und bei den Bayern.