05. Juli 2019 / 20:30 Uhr

96-Zugang Cedric Teuchert im Interview: "Auf Schalke war's ein Scheißjahr"

96-Zugang Cedric Teuchert im Interview: "Auf Schalke war's ein Scheißjahr"

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Cedric Teuchert blickt optimistisch in die Zukunft - mit Hannover 96 und als Ehemann.
Cedric Teuchert blickt optimistisch in die Zukunft - mit Hannover 96 und als Ehemann. © Florian Petrow
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Auf Schalke wurde Cedric Teuchert als großes Talent gefeiert, den großen Durchbruch schaffte er nicht. Nach einem gebrauchten Jahr griff Hannover 96 zu, hat den Stürmer für ein Jahr ausgeliehen – Kaufoption inklusive. Im Interview spricht der 22-Jährige unter anderem über sportliches Pech und privates Glück.

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Inwieweit ist 96 für Sie ein Neuanfang? Auf Schalke lief's ja nicht so rund.

Klar ist das ein Neustart für mich. Auf Schalke war's ein Scheißjahr mit wenig Spielzeit. Ich kann jetzt nicht sagen, dass ich gestandener Erstligaprofi bin nach dem Jahr. Es gibt hier Spieler, von denen ich viel lernen kann, die seit Jahren auf höchstem Niveau spielen. Deswegen habe ich richtig Lust, mit den Jungs anzupacken und in die Saison zu starten.

Wie wichtig ist das nach so einem "Scheißjahr", bei 96 wieder Vertrauen zu fühlen?

Sehr wichtig! Ich brauche einfach die Gespräche, was ich besser machen kann, muss oder soll. Ich bin ein junger Spieler, ich muss noch viel lernen. Und da ist es wichtig, auch das Vertrauen zu spüren, egal, ob es gerade gut oder mal nicht so gut klappt. Das habe ich vom ersten Tag vom Trainer und von Herrn Schlaudraff mit auf den Weg bekommen.

Deshalb war Hannover für mich die beste Entscheidung! Ich habe vom Interesse gehört, Herr Schlaudraff ist extra nach Nürnberg gekommen, um sich mit mir zu treffen. Mir war es bei der Entscheidung wichtig, zu spüren, dass sich der Klub wirklich für mich interessiert. Da gab's keine andere Option, um die ich mir Gedanken gemacht habe.

Die Karriere von Cedric Teuchert in Bildern:

Der 22-jährige Cedric Teuchert begann seine Fußballkarriere beim 1.FC Nürnberg und durchlief dort sämtliche Jugendmannschaften. Dort spielte er unter anderem in der U17- und U-19-Bundesliga. Zur Galerie
Der 22-jährige Cedric Teuchert begann seine Fußballkarriere beim 1.FC Nürnberg und durchlief dort sämtliche Jugendmannschaften. Dort spielte er unter anderem in der U17- und U-19-Bundesliga. ©
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Wie haben Sie sich schon eingelebt in Hannover?

Die Mannschaft hat mich gut aufgenommen. Es war nicht schwer, sich wohlfühlen, weil die Mannschaft top ist. Die Stadt ist auch schön – ich glaube, ich werde mich wohlfühlen. Jeder, mit dem ich gesprochen habe, hat mir erzählt, dass Hannover den größten Stadtwald Europas hat. Meine Freundin Lisa und ich haben einen Hund, einen Jack-Russell-Mix, Marley heißt er. Mit dem werde ich dort bestimmt öfter mal unterwegs sein. Ich glaube, Hannover ist eine schöne, kompakte Stadt, in der man alles hat.

Was machen Sie sonst noch gern abseits des Fußballplatzes?

Ich bin eher ein ruhiger Typ, der gern daheim ist mit Frau und Hund, der auch mal spazieren geht. Es ist mir ganz wichtig, dass man nach dem Training, nach Spielen oder nach dem Trainingslager nach Hause kommt und auch mal nicht an Fußball denkt. Mir ist meine Familie extrem wichtig, sie gibt mir den nötigen Rückhalt. Da kann ich gut abschalten.

Bevor wir etwas Falsches schreiben: Freundin, Frau – was ist es denn jetzt?

(lacht) In wenigen Tagen ist es meine Frau. Am 13. Juli heiraten wir. Ich fliege am Freitag direkt ins Ruhrgebiet zur standesamtlichen Trauung. Die große Hochzeit mit Feier folgt dann nächstes Jahr.

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Gratulation! Apropos Zukunftsplanung: Sie sind ja erstmal nur für ein Jahr geliehen. Ist das Schalke-Kapitel für Sie trotzdem schon beendet?

Es wird ein langes, intensives Jahr. Für mich darf jetzt keine Rolle spielen, was nächstes Jahr ist. Ich konzentriere mich nur auf Hannover. Klar werde ich die Jungs auf Schalke verfolgen, da sind Freundschaften entstanden. Aber ich will jetzt hier den bestmöglichen Erfolg holen. Ich bin erstmal kein Spieler mehr von Schalke, deshalb ist nur Hannover wichtig. Wir wollen aufsteigen. Hannover gehört in die Bundesliga. Wir sind gut gewappnet, machen uns aber keinen Druck.

Haben Sie vorm Wechsel eigentlich den Rat von Salif Sané eingeholt?

Ich habe tatsächlich ein, zwei Worte mit ihm gewechselt. Mein Berater Hannes (Winzer – berät auch Per Mertesacker, d. Red.) wohnt auch in Hannover und hat früher bei 96 in der Jugend gespielt und auch mit den Profis trainiert. Der Hannes hatte auch die Nummer 33 hier, deshalb habe ich die auch. Da habe ich ihm einen Gefallen getan. (lacht) Aber letztlich gilt: Ob Berlin, München oder Hannover – ich muss mich einfach wohlfühlen, muss meine Familie bei mir haben, dann kann man es überall aushalten.

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