25. Oktober 2018 / 18:18 Uhr

Celtic Glasgow in Leipzig : Grüner Rauch über dem Marktplatz

Celtic Glasgow in Leipzig : Grüner Rauch über dem Marktplatz

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Fanmarsch von Celtic Glasgow am 25. Oktober 2018 vor der Europa-League-Partie gegen RB Leipzig.
Vom Marktplatz aus zogen die Celtic-Fans in Richtung Red Bull Arena - und waren bester Laune. © Dirk Knofe
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Tausende Fans des Celtic FC haben sich am Nachmittag vor dem Europa-League-Spiel bei RB Leipzig auf dem Leipziger Marktplatz getroffen, um gemeinsam zum Stadion zu marschieren. Sie präsentierten sich friedlich und angeheitert – aber hinterließen Berge aus Müll.

Leipzig. Schottische Fangesänge hallen durch die Leipziger Innenstadt. Ein grüner Ball wird von einer Seite des Marktplatzes, wo sich hunderte Anhänger von Celtic Glasgow versammelt haben, zur anderen geschossen. Lange bevor sich die Fangemeinde aus Schotten und einigen Deutschen in Bewegung setzt, hatten sich die Fußball-Verrückten auf dem Platz für einen gemeinsamen Umtrunk getroffen.

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Vor dem Europa League Spiel gegen RB Leipzig marschieren die stimm-und sangesgewaltigen Fans des Celtic FC zur Red Bull-Arena. Zur Galerie
Vor dem Europa League Spiel gegen RB Leipzig marschieren die stimm-und sangesgewaltigen Fans des Celtic FC zur Red Bull-Arena. ©

„Ich liebe deutschen Fußball und deutsches Bier sowieso!“, meint Allan O’Neill (54), der mit seinem Sohn Adam (22) für das Spiel nach Deutschland gereist ist. Er ist schon seit der Kindheit Celtic-Fan – sein Sohn natürlich auch. „Ein Verein mit Tradition. Celtic muss man einfach lieben. RB hat zwar tolle Fußballer, aber da steckt nur Geld dahinter“, kritisiert der Schotte. An einen Sieg ihrer Mannschaft glauben sie trotzdem nicht. 3:0, vielleicht ein 3:1 für RB, tippt das Duo. Das scheint die generelle Meinung auf dem Marktplatz zu sein, für schlechte Stimmung sorgt es aber nicht.

Zu den Fangesängen in der Luft mischt sich grüner Rauch. Die Polizei, mit Pferdestaffel und einem Dutzend Einsatzfahrzeugen vor Ort, versucht mit Durchsagen dagegen zu steuern – erfolglos. Immer wieder werden die Bengalos in den Farben des schottischen Clubs gezündet. Nach mehreren Stunden der ausgelassenen Stimmung setzt sich die grüne Menge gegen 17 Uhr in Bewegung. Zurück bleibt eine Ansammlung aus zerbrochenem Glas, weggeworfenen Essensresten und Bierkästen.

„Wir dachten, Leipzig wäre ein kleines verschlafenes Nest – aber hier ist es richtig schön und viel größer als gedacht“, erzählen die O’Neills auf dem Weg zum Stadion, wo sich rund 3000 Fans der schottischen Mannschaft eingefunden haben. Vor allem die höfliche Polizei werde ihnen positiv in Erinnerung bleiben. Am Hauptbahnhof wurden die Fans direkt von den Einsatzkräften empfangen. „Sie wollten uns nur begrüßen und kurz die Leipziger durchlassen, dann durften wir auch weiter“, berichten die beiden Fans.

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Die positive Stimmung und der gute Fußball lockte auch James Ward nach Leipzig. Mit Freunden hat er zunächst die Club-Szene in Berlin getestet und ist am frühen Morgen mit dem Zug in Leipzig angekommen. „Eine wunderschöne Stadt“, betont der 30-Jährige. Für ihn ist es der sechste oder siebte Besuch in Deutschland. Auch zum Celtic Spiel gegen Bayern war er angereist. „Ich hab immer eine tolle Zeit in Deutschland. Das Bier ist verdammt gut und sehr günstig. Was sollte man da noch kritisieren“, scherzt er.

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Auch Ward tippt auf einen Sieg der Rasenballer, gut findet er das aber nicht. „Die Bundesliga hat so viele tolle Vereine, aber RB ist einfach nur aufgebaut durch Geld. Die haben sich das nicht über Jahrzehnte erkämpft“, sagt er, ergänzt aber: „Guten Fußball spielen sie trotzdem. Das ist unser Problem.“

Tilman Kortenhaus

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