04. Oktober 2020 / 08:51 Uhr

Cem Özdemir kritisiert Mesut Özil: "Er taugt nicht mehr als Vorbild" - Nähe zu Erdogan schädlich

Cem Özdemir kritisiert Mesut Özil: "Er taugt nicht mehr als Vorbild" - Nähe zu Erdogan schädlich

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Kritisiert Mesut Özil: Cem Özdemir.
Kritisiert Mesut Özil: Cem Özdemir. © Richard Heathcote/Getty Images, Christoph Schmidt/dpa
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Der Grünen-Politiker Cem Özdemir hat in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" Mesut Özil noch einmal scharf kritisiert - vor allem für seine Nähe zum türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Özil tauge so nicht mehr zum Vorbild.

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Mesut Özil ist nicht nur sportlich beim FC Arsenal aufs Abstellgleis geraten - auch politisch wird der ehemalige deutsche Nationalspieler missachtet. Einst galt der 31-Jährige als Vorzeigeperson für gelungene Integration. Doch ein Foto mit dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan mitten im türkischen Wahlkampf 2018 sorgte für mächtig Wirbel. Seitdem steht Özil in der Kritik - vor allem wegen seiner Nähe zu dem Autokraten.

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Der Politiker Cem Özdemir - wie Özil mit türkischen Wurzeln - kritisiert den Arsenal-Profi nun noch einmal für sein Verhalten seitdem. "Er entwertet seine eigenen Aussagen, und deswegen taugt er meiner Meinung nach auch nicht mehr als Vorbild", sagte der Grünen-Politiker der Welt am Sonntag. "Özil hat sich selbst diskreditiert. Nicht allein durch das Foto mit Erdogan, sondern auch dadurch, dass er sich anschließend nicht distanziert hat."

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Kurz vor der Weltmeisterschaft 2018 veröffentlichte Erdogan ein Foto, das ihn zusammen mit den deutschen Nationalspielern Özil und Ilkay Gündogan zeigte. Mit den Deutsch-Türken wollte er für seinen Wahlkampf unter türkischstämmigen Personen in Deutschland werben. Gündogan distanzierte sich später von den Denkweisen des türkischen Präsidenten, Özil unterstützte ihn weiter und sagte, es sei eine Sache des Respekts gewesen.

Dies ist für Özdemir bis heute kein Argument. "Das war keine Respektsbekundung gegenüber dem Staatschefs eines anderes Landes, das war eine geschmacklose Wahlkampfhilfe eines deutschen Nationalspielers für einen autoritären Herrscher, der zu Hause Journalisten und Opposition wegsperrt und übrigens auch vor andersdenkenden Fußballern keinen Halt macht", sagt Özdemir.