10. Dezember 2020 / 18:33 Uhr

Gladbach, BVB, Bayern und RB: So lief es, wenn vier deutsche Klubs im Achtelfinale der Champions League standen

Gladbach, BVB, Bayern und RB: So lief es, wenn vier deutsche Klubs im Achtelfinale der Champions League standen

Constantin Paschertz
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Vier deutsche Vertreter in der K.o-Runde der Champions League: Das gab es so erst zweimal in der Geschichte.
Vier deutsche Vertreter in der K.o-Runde der Champions League: Das gab es so erst zweimal in der Geschichte. © Getty Images (Montage)
Anzeige

Das hat es so erst zweimal gegeben. Mit dem FC Bayern, dem BVB, RB Leipzig und den Gladbachern stehen vier deutsche Mannschaften im Achtelfinale der Champions League. Der SPORTBUZZER zeigt, wer in der Vergangenheit dabei war und wie die Klubs angeschnitten haben.

Die Profis von Borussia Mönchengladbach mussten nach Abpfiff ihres 0:2 gegen Real Madrid am Mittwochabend noch lange Minuten zittern, aber als der Schlusspfiff im San Siro von Mailand das 0:0 zwischen Inter und Shakhtar Donezk besiegelte, kannte der Jubel bei Lars Stindl und Co. trotz der eigenen Niederlage keine Grenzen mehr. Zum ersten Mal in der Klub-Geschichte zogen die Fohlen ins Champions-League-Achtelfinale ein.

Anzeige

Neben den Gladbachern haben es auch der FC Bayern München, RB Leizig und Borussia Dortmund in der K.o.-Phase der Königsklasse 2020/21 geschafft. Nur in den Spielzeiten 2013/14 und 2014/15 hatten es schon einmal vier deutsche Mannschaften im Achtelfinale gegeben. Der SPORTBUZZER blickt zurück, welche Vereine dabei waren, welche Stars sie in der Mannschaft hatten und wie weit sie gekommen sind.

Mehr vom SPORTBUZZER

2013/14 – Das Jahr nach dem Bayern-Triple

Gut ein halbes Jahr nachdem der FC Bayern als Sieger aus dem deutschen Champions-League-Finale gegen den BVB hervorgegangen war und das Triple gefeiert hatte, standen neben dem Titelverteidiger und dem Vize auch Bayer Leverkusen und der FC Schalke 04 im Achtelfinale der Königsklasse.

Bayer Leverkusen

Die Werkself hatte einen echten Champion als Coach – Sami Hyypiä, der die Trophäe bereits mit dem FC Liverpool als Spieler gewinnen konnte. In der Gruppe mit Manchester United, Shakhtar Donezk und Real Sociedad San Sebastián war Bayer Favorit auf den Platz hinter den Engländern. Mit zehn Punkten erreicht Leverkusen das Achtelfinale, United sammelt 14 Punkte. Leistungsträger waren unter anderem Lars Bender, der erst 19 Jahre alte Emre Can und Heung-min Son mit Stefan Kießling im Sturm. Gemeinsam waren die beiden an fünf der neun Bayer-Tore beteiligt. Im Achtelfinale scheiterte Leverkusen aber am Star-Ensemble von Paris-Saint Germain (0:4; 1:2).

Schalke 04

Der heutige Krisen-Klub FC Schalke spielt unter Trainer Jens Keller in einer Gruppe mit dem FC Chelsea, dem FC Basel und Steaua Bukarest. Auch hier bestand kein Zweifel, dass die Königsblauen heißer Anwärter auf Platz zwei waren. Sie sammelten zehn Zähler, die Blues kamen auf zwölf. Die Stars der Keller-Elf hießen Benedikt Höwedes, Julian Draxler, Jefferson Farfán und Klaas-Jan Huntelaar. Als Neuling dabei: Das 17-jährige Megatalent Leroy Sané. Achtelfinalgegner Real Madrid ließ S04 aber keine Chance (1:6; 1:3) und holte am Ende auch den Titel.

Borussia Dortmund

Etwas anders, aber irgendwie auch ähnlich erging es dem Vorjahres-Vize Borussia Dortmund. Unter Top-Trainer Jürgen Klopp war man klarer Favorit auf den Gruppensieg gegen den FC Arsenal, die SSC Neapel und Olypique Marseille. Der fiel aber denkbar knapp aus. Der BVB, die Gunners und Neapel holten je zwölf Punkte, aber mit 11:6 Treffern ließ sich Schwarz-Gelb nicht entthronen. Das Team war mit Stars wie Mats Hummels, Ilkay Gündogan, Marco Reus und Robert Lewandowski gespickt und erreichte nach dem Achtelfinale gegen Zenit St. Petersburg (4:2;1:2) das Viertelfinale, wo gegen den späteren Champion Real Madrid (0:3; 2:0) das Halbfinal-Wunder aus dem Vorjahr nur knapp verpasst wurde.


FC Bayern

Der Titelverteidiger aus München bekam es in seiner Gruppe mit Manchester City, Viktoria Pilsen und ZSKA Moskau zu tun. Die Mannschaft von Heynckes-Nachfolger Pep Guardiola auf der Trainerbank schaffte mit 15 Punkten und 17:5 Toren den Gruppensieg vor Manchester City (ebenfalls 15 Punkte). Damals noch dabei: Bastian Schweinsteiger, Toni Kroos, Franck Ribéry und Arjen Robben. Im Achtelfinale bezwang der FCB den FC Arsenal (2:0;1:1), im Viertelfinale Manchester United (1:1;3:1) und scheiterte im Halbfinale mit der Titelverteidigung – wie der BVB und Schalke zuvor – am späteren Sieger Real Madrid (0:1;0:4).

2014/15 – Klopps letzte BVB-Runde, Bayerns Halbfinal-Fluch

Auch ein Jahr später standen wieder die vier Bundesliga-Teams FC Bayern München, Borussia Dortmund, Bayer Leverkusen und der FC Schalke 04 im Achtelfinale der Champions League.

Bayer Leverkusen

Die Leverkusener wurden auch mit dem neuen Trainer Roger Schmidt in ihrer Gruppe mit der AS Monaco, Zenit St. Petersburg und Benfica Lissabon Zweiter mit zehn Zählern. Die holten elf Punkte. Mit Hakan Calhanoglu, Julian Brandt, Josip Drmic und Tin Jedvaj taten sich viele junge Spieler hervor. Wie im Vorjahr kam die Mannschaft aber nicht über das Achtelfinale hinaus. Im Elfmeterschießen im Rückspiel verlor die Werkself das Viertelfinal-Ticket an Atlético Madrid (1:0;2:4 n.E.).

Schalke 04

Die Königsblauen – nach wie vor unter Trainer Keller – holten in Matija Nastasic, Leon Goretzka und Eric Maxim Choupo-Moting namhafte Spieler dazu. Dazu gesellten sich die jungen Eigengewächse Draxler, Max Meyer, Sead Kolasinac und Leroy Sané, die sich stetig entwickelten und in die Mannschaft spielten. Wieder musste S04 in der Gruppe gegen Chelsea ran, außerdem gegen Sporting Lissabon und NK Maribor. Als Gruppenzweiter mit acht Punkten erreichte die Keller-Elf die K.-o.-Phase. Die Krux: Dort ging es wieder gegen das weiße Ballett aus Madrid mit Cristiano Ronaldo und den frisch gebackenen Weltmeistern Toni Kroos und Sami Khedira. Schalke schied erneut, aber denkbar knapp aus (0:2;4:3).

Borussia Dortmund

Im letzten Dienstjahr von Klopp als Trainer konnte der BVB in seiner Gruppe noch einmal richtig glänzen. Mit 13 Punkten als Erster vor dem FC Arsenal (13), dem RSC Anderlecht (6) und Galatasaray Istanbul (1) zog die Borussia ins Achtelfinale ein. Viele Hoffnungen setzten die Schwarz-Gelben in die Zugänge Matthias Ginter, Nuri Sahin, Shinji Kagawa, Ciro Immobile und Adrián Ramos, die das Star-Ensemble in der Breite verstärken sollten. Für das Viertelfinale reichte es in Hin- und Rückspiel gegen Juventus Turin (1:2; 0:3) aber nicht und wegen einer durchwachsenen Spielzeit verließ Klopp den Verein zum Saisonende.

FC Bayern

Rekordmeister FC Bayern München wollte im zweiten Jahr unter Pep Guardiola den Titel an die Isar zurückholen. Dafür kammen Mehdi Benatia, Xabi Alonso und Robert Lewandowski. Gegen Manchester City (8), die AS Rom (5) und ZSKA Moskau (5) wurden die Bayern mit 15 Punkten verdient Gruppensieger. Im Achtelfinale schaltete der FCB Shakhtar Donezk aus (0:0;7:0), überwand im Viertelfinale den FC Porto (1:3;6:1) und musste sich wie im Vorjahr im Halbfinale geschlagen geben. Zwei Niederlagen setzte es gegen den FC Barcelona (0:3;2:3).

Und noch ein Stück Geschichte

Durch die Qualifikationen von Leverkusen und der TSG Hoffenheim für die K.-o.-Phase der Europa League 2020/21 stehen auch erstmals seit der Saison 1997/98 sechs deutsche Teams in den Achtelfinals beider europäischer Wettbewerbe. In der Königsklasse schafften es damals Leverkusen (bis Viertelfinale), die Bayern (Viertelfinale) und der BVB (Halbfinale). Die Euro League heißt da noch Uefa Cup und die deutschen Vertreter waren der Karlsruher SC (Achtelfinale), der VfL Bochum (Achtelfinale) und Schalke 04 (Viertelfinale).