30. Juni 2021 / 18:27 Uhr

Champions League der Frauen: Alle Spiele frei empfangbar

Champions League der Frauen: Alle Spiele frei empfangbar

Jasmina Schweimler
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Champions League: Die Fußballerinnen des VfL und des FC Bayern sind bei DAZN und auf Youtube live zu sehen.
Champions League: Die Fußballerinnen des VfL und des FC Bayern sind bei DAZN und auf Youtube live zu sehen. © Boris Baschin
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Wichtiger Deal für den Frauenfußball: In der kommenden Saison sind alle Spiele der Champions League kostenlos im Internet zu sehen. Der VfL Wolfsburg und 1899 Hoffenheim steigen in der Quali ein, Meister Bayern ist direkt in der Gruppenphase dabei.

Wenn die Fußballerinnen des VfL Wolfsburg künftig auf Europas größter Bühne auflaufen, wird die ganze Welt dabei zuschauen können: Der Streaming-Dienst DAZN ist für die nächsten vier Spielzeiten der neue Fernsehpartner der Champions League und wird in den ersten zwei Jahren ab der Gruppenphase alle 61 Spiele kostenfrei und weltweit zugänglich auf seinem Youtube-Kanal ausstrahlen. Ab 2023 sind dann 19 Partien gratis sowie alle Spiele über den kostenpflichtigen Streaming-Anbieter zu sehen.

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Dieser Schritt ist ein wichtiger Teil der großen Reform, die von der UEFA bereits Ende 2019 angekündigt wurde und zur neuen Saison in Kraft tritt. Zum ersten Mal vermarktete die UEFA die Rechte zentral und fand mit DAZN einen der größten Streaming-Dienste für Sportübertragungen als Partner. Neben den Partien möchte DAZN auch mit "Behind-the-Scenes"-Material für mehr Aufmerksamkeit sorgen und Sichtbarkeit garantieren.

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Ex-Wolfsburgerin Nadine Kessler, die als Chief of Women’s Football bei der UEFA agiert, betonte, dass eine solche Sichtbarkeit alles ändere, "denn die besten Spielerinnen und besten Frauenmannschaften der Welt können mehr junge Mädchen und Jungen dazu inspirieren, sich in diesen Sport zu verlieben. Gemeinsam bringen wir den Frauenfußball in die Welt und jeder, der einschaltet, wird wirklich etwas Großes bewirken." Auch Ada Hegerberg (Olympique Lyon), die mit insgesamt 55 Toren die beste Torschützin des Wettbewerbs ist, weiß: "Seit Jahren kämpfen die Leute darum, Zugang zu unseren Spielen zu haben, egal wo sie leben. Jetzt haben sie die einmalige Gelegenheit, auf der ganzen Welt zuzuschauen." Es sei längst an der Zeit gewesen, dass der Frauenfußball "diese Art von Bekanntheit bekommt", so die 25-Jährige.

In der neuen Saison wird es zudem eine Gruppenphase geben. Zuvor werden Vereine in der ersten und zweiten Qualifikationsrunde in einen Meister-Weg (für die nationalen Meister) und einen Liga-Weg eingeteilt. Danach treten 16 Mannschaften, die sich auf vier Vierergruppen verteilen, in Hin- und Rückspielen gegeneinander an. Dabei ziehen jeweils die erst- und zweitplatzierten Mannschaften in das Viertelfinale ein. Der Titelverteidiger und die Meister der drei stärksten Verbände steigen direkt in die neue Gruppenphase ein und müssen in keine Qualifikationsrunde. Aus der Bundesliga starten ab der Saison 2021/2022 erstmals drei statt zwei Mannschaften in der Königsklasse. Voraussetzung dafür ist die Platzierung unter den besten sechs Verbänden der UEFA-Rangliste.

Die Fußballerinnen des FC Bayern sind durch die Meisterschaft in der Frauen-Bundesliga somit automatisch für die Gruppenphase der neuen Champions League qualifiziert, Vizemeister VfL Wolfsburg muss vorher durch eine Qualifikationsrunde (mit Hin- und Rückspiel am 31.August/1. September und 8./9. September), der Bundesliga-Dritte Hoffenheim durch zwei. Bevor der lukrative Teil der Königsklasse beginnt, droht dem VfL damit ein harter Brocken in einer K.o.-Runde - zu den möglichen Gegnern zählt beispielsweise Olympique Lyon. Die CL-Dauersiegerinnen mussten in der französischen Liga erstmals seit 14 (!) Jahren wieder einem anderen Team den Vortritt lassen, Paris St. Germain feierte seinen ersten Titelgewinn.