16. Dezember 2019 / 19:07 Uhr

Breyer zu den Champions-League-Gegnern von Bayern, BVB und Leipzig: Das Losglück ist beleidigt

Breyer zu den Champions-League-Gegnern von Bayern, BVB und Leipzig: Das Losglück ist beleidigt

Jochen Breyer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Die deutschen Klubs hatten bei der Achtelfinal-Auslosung kein Glück, meint SPORTBUZZER-Kolumnist Jochen Breyer.
Die deutschen Klubs hatten bei der Achtelfinal-Auslosung kein Glück, meint SPORTBUZZER-Kolumnist Jochen Breyer. © imago images / PanoramiC/Montage
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Die Achtelfinal-Auslosung in der Champions League hat den deutschen Klubs FC Bayern, BVB und RB Leipzig starke Gegner beschert. In der Reihe "Viererkette" spricht SPORTBUZZER-Kolumnist Jochen Breyer über fehlendes Losglück, die Chancen der deutschen Klubs und Vergangenheitsbewältigung.

Als erstes müssen wir mal darüber reden, was eigentlich mit dem angeblichen deutschen Losglück passiert ist. Erst zieht (die deutsche Losfee) Philipp Lahm die schwersten Gegner für die kommende Euro (Frankreich, Portugal), und jetzt zieht (die halbdeutsche Losfee) Hamit Altintop als Gegner der deutschen Teams im Champions-League-Achtelfinale nicht Bergamo, nicht Valencia. Sondern: Bergamo gegen Valencia.

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Vielleicht ist das Losglück ja einfach beleidigt, seit es dem deutschen Nationalteam für die WM 2018 extra eine einfache Gruppe geschenkt hatte und diese undankbaren Deutschen daraufhin die Schamlosigkeit besaßen, diese Gruppe als Letzter abzuschließen.

Aber Spaß beiseite, die gute Nachricht lautet doch: Es sind verdammt spannende Duelle, die da im Achtelfinale auf uns warten. Die Überschrift, die zu allen Partien passt: Vergangenheitsbewältigung.

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Vergangenheitsbewältigung I: Bayern vs. Chelsea

Siebeneinhalb Jahre ist es her, dass ich mit meinem Fahrrad aus einem Münchner Biergarten, wo ich das Spiel mit Freunden geschaut hatte, nach Hause fuhr und das Gefühl nicht los wurde, durch eine Geisterstadt zu radeln. Es sollte die größte Party der Stadtgeschichte werden, es wurde: eine Schockstarre. An diesen Abend des „Finale dahoam“ werde ich mich jedenfalls noch lange erinnern.

Nun also kehrt Chelsea nach München zurück – mit dem damaligen Kapitän als Trainer: Frank Lampard. Und mit einem ganz anderen Fußball. Keine zynische Betontaktik wie damals unter Roberto Di Matteo, sondern Tempofußball mit jungen Spielern wie Abraham, Mount oder Pulisic. Sollten die Bayern mutiger auftreten als in ihrem letzten Achtelfinale (Liverpool, wir erinnern uns ...), sind sie für mich auf jeden Fall Favorit. Und dann gibt es auch keinen „Achtelfinale dahoam“-Schock im Rückspiel.

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Der FC Bayern erhält gegen den FC Chelsea die Chance auf eine Revanche für das missglückte Finale dahoam. Die Pressestimmen zur Auslosung des Champions-League-Achtelfinals. Zur Galerie
Der FC Bayern erhält gegen den FC Chelsea die Chance auf eine Revanche für das missglückte "Finale dahoam". Die Pressestimmen zur Auslosung des Champions-League-Achtelfinals. ©

Vergangenheitsbewältigung II: Dortmund vs. Paris

Thomas Tuchel kehrt zurück nach Dortmund und trifft dort auf Hans-Joachim Watzke. Natürlich lautet die Spielpaarung offiziell nicht Tuchel vs. Watze, sondern PSG vs. BVB, aber das Verhältnis – beziehungsweise: Nicht-Verhältnis – der beiden, wird natürlich ein Thema. Kurz zusammengefasst besteht dieses (Nicht-)Verhältnis ja aus der Antithese zum Klub-Slogan: „Echte Abneigung“ statt „Echte Liebe“.


Im Zentrum stehen aber natürlich dennoch die Teams und da kommt Tuchel mit einer Mannschaft, die eine „Echte Wucht“ ist: Neben den Offensivgenies (Neymar, Mbappe & Co) hat PSG ja neuerdings auch eine stabilere Defensive. Umso mehr erwarten die Investoren aus Katar wohl endlich mal eine anständige Rendite, ergo: den Henkelpott. Der Druck (Lieblingswort von Olli Kahn, muss ich in jede Kolumne mindestens ein Mal einbauen) liegt also bei PSG. Sollte Tuchel wie schon letztes Jahr im Achtelfinale ausscheiden – und dann auch noch gegen seinen Ex-Klub Dortmund – das wäre für ihn auf jeden Fall, pardon, „Echte Sch...“

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Vergangenheitsbewältigung III: Leipzig vs. Tottenham

Vergangenheitsbewältigung bezieht sich bei diesem Duell lediglich auf einen rätselhaften Spitznamen von Julian Nagelsmann: „Mini-Mourinho“ wurde er vor einigen Jahren getauft. Das sollte wohl bedeuten, dass Nagelsmann der kommende Star-Trainer sein würde, was sicher nicht von der Hand zu weisen ist. Aber ansonsten sehe ich keine Parallelen zwischen den beiden. Im Gegenteil: Mourinhos Fußball ist für mich, sorry, etwas aus der Zeit gefallen. Auch deshalb verlegt sich „Mou“ meiner Meinung nach so oft und so gerne auf seine berühmten Psychospielchen – weil es im Fußballspielchen hapert. In Tottenham gibt er sich zwar bisher als „Charmeur“ und hat vier der letzten fünf Ligaspiele gewonnen. Ich traue Nagelsmann aber dennoch zu, „The Special One“ sehr speziell auszucoachen.

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Wöchentlich wechseln sich an dieser Stelle Bestsellerautor Ronald Reng, der Ex-Schiedsrichter und heutige Motivationscoach Babak Rafati, Sky-Kommentator Wolff Fuss und Jochen Breyer, Moderator des ZDF-„Sportstudios“, mit Meinungsbeiträgen ab. Sie sind alle Kolum­nisten des RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND), zu dem auch der SPORTBUZZER gehört..