31. Juli 2020 / 09:55 Uhr

Champions Check: Der FC Bayern will das Triple – und gegen Chelsea Revanche für das "Finale Dahoam"

Champions Check: Der FC Bayern will das Triple – und gegen Chelsea Revanche für das "Finale Dahoam"

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der FC Bayern greift in der Champions League nach dem Titel.
Der FC Bayern greift in der Champions League nach dem Titel. © Getty Images (Montage)
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Champions-League-Serie, Teil vier: Der FC Bayern hat im Kampf um den Titel in der Königsklasse viele Trümpfe in der Hand – und könnte auf dem Weg dahin gegen Chelsea endlich das Trauma vom "Finale Dahoam" besiegen.

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Es ist bis heute ein Begriff, der bei jedem Bayern-Fan, jedem Spieler oder Verantwortlichen, der vor acht Jahren dabei war, ein intensives Unbehagen auslöst: Das "Finale dahoam". Anno 2012 hätte der deutsche Rekordmeister der erste Klub sein können, der nicht nur die Champions League gewinnt, sondern den Pokal mit den zwei großen Ohren auch noch im eigenen Stadion entgegennimmt. Alles war angerichtet, der FC Bayern war gegen den FC Chelsea haushoch überlegen, führte durch den Ur-Bayer Thomas Müller mit 1:0 und hatte bereits eine Hand am Pott – dann schlug der Kopfball von Didier Drogba kurz vor dem Abpfiff aus dem Nichts im Kasten von Manuel Neuer ein, der Rest ist bekannt. Bayern verlor mit 3:4 nach Elfmeterschießen, das Endspiel wurde zum "Drama dahoam". Bis heute bezeichnen die Bayern-Bosse diesen Abend als einen der schwärzesten in der Klubgeschichte. Karl-Heinz Rummenigge guckt sich in jedem Sommer die bittere Pleite noch mal in voller Länge auf DVD an.

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Am nächsten Freitag geht es in der Allianz Arena nun wieder gegen Chelsea – diesmal allerdings im Achtelfinale und unter völlig anderen Vorzeichen. Da die Münchner das Hinspiel vor der Corona-Pause in London bereits mit 3:0 für sich entschieden hatten, dürfte das Weiterkommen und die Qualifikation für das Finalturnier der besten acht europäischen Teams in Lissabon nur noch Formsache sein. Doch genau da liegt die größte und vielleicht einzige Gefahr. "Ich habe viele Spiele angeschaut. Mir hat imponiert, wie Chelsea spielt, wie sie die Spiele angegangen sind", sagte Bayerns Trainer Hansi Flick. "Sie haben zuletzt sehr gut agiert, haben für viel Wirbel beim Gegner gesorgt. Sie sind enorm gefährlich."

"Finale dahoam": Das wurde aus den Spielern, die in der Startelf standen

Der SPORTBUZZER zeigt, was aus den Spielern wurde, die in der Startelf des „Finale dahoam“ standen. Zur Galerie
Der SPORTBUZZER zeigt, was aus den Spielern wurde, die in der Startelf des „Finale dahoam“ standen. ©

Die Bayern sind seit der Corona-Pause ungeschlagen

Trotz, oder gerade wegen dieser Warnungen, spricht alles für die Bayern. Auf nationaler Ebene kamen die Münchner bärenstark aus der Corona-Pause, holten sich ohne Niederlage die Meisterschaft, dann auch noch den DFB-Pokal gegen Bayer Leverkusen. Nach der reduzierten Party erholten sich die Profis zwölf Tage lang, bekamen von Flick sogar den Befehl, eine Woche ausschließlich die Füße hochzulegen. Erst danach wurde mit individuellen Trainingsplänen langsam wieder hochgefahren.

Die erste Elf des deutschen Rekordmeisters hat sich in den letzten Monaten eingespielt, nur Benjamin Pavard muss ersetzt werden. Ansonsten dürfte Flick gegen Chelsea und ab dem Viertelfinale den zehn Profis vertrauen, auf die er auch im Titelendspurt setzte: Neuer, Boateng, Alaba, Davies, Kimmich, Goretzka, Gnabry, Müller, Coman und Lewandowski. Der spektakulärste Einkauf, Leroy Sané, ist dagegen in der Königsklasse noch nicht spielberechtigt, auch auf Ersatztorhüter Alexander Nübel (kam aus Schalke) wird Flick in Lissabon verzichten müssen.

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Vor allem Lewandowski soll die Bayern zum Champions-League-Titel schießen

Die großen (Triple-)Hoffnungen ruhen vor allem auf Robert Lewandowski. Der Pole, der in der abgelaufenen Bundesliga-Spielzeit auf 34 Treffer kam, will nun nicht nur beweisen, dass er auch in den entscheidenden Partien treffen kann, sondern sich auch die Torjägerkrone in der Champions League aufsetzen, nachdem der Ballon d’Or wegen der Corona-Pandemie abgesagt wurde. Lewandowski führt die Liste mit elf Toren vor Dortmunds Erling Haaland (10) an, der allerdings nicht mehr im Wettbewerb ist – der restlichen Konkurrenz ist Bayerns Tormaschine schon ein gutes Stück voraus.

Eine Mär ist übrigens seit der Auslosung vor einigen Wochen auserzählt: Jahrelang hieß es – nicht nur in Deutschland – dass der FC Bayern sämtliche Losfeen dieser Welt bestochen habe. Fast immer, wenn die Kugeln rollten, gab es den berüchtigten „Bayern-Dusel“. Sollten die Münchner nun Chelsea rauskegeln, hieße der mögliche Gegner im Viertelfinale FC Barcelona. Im Halbfinale drohen Real Madrid, Manchester City oder Juventus Turin, im Endspiel Paris St. Germain. Theoretisch könnten Müller und Co. also hintereinander Messi, Ronaldo und Neymar aus dem Wettbewerb kegeln – mehr ist im Weltfußball nicht möglich.

Das Bayern-Testspiel am Freitag gegen Olympique Marseille (16 Uhr) wird live bei MagentaSport übertragen.