17. August 2021 / 18:09 Uhr

Vor den Playoff-Entscheidungen: Diese Deutschen kämpfen um die Champions League

Vor den Playoff-Entscheidungen: Diese Deutschen kämpfen um die Champions League

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
David Wagner, Mario Götze und Alexander Nübel sind nur drei von insgesamt 18 Deutschen, die in der Champions-League-Quali dabei sind.
David Wagner, Mario Götze und Alexander Nübel sind nur drei von insgesamt 18 Deutschen, die in der Champions-League-Quali dabei sind. © Getty Images (Montage)
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Von den 32 Champions-League-Teilnehmern stehen 26 schon fest. In den Playoffs kämpfen zwölf Teams um die letzten sechs Plätze. Deutsche Mannschaften sind da zwar nicht dabei, an deutscher Beteiligung mangelt es trotzdem nicht. Insgesamt 18 Deutsche spielen in der Qualifikation um das Ticket. Ein Überblick.

Welche Teams aus der Bundesliga den deutschen Fußball in der kommenden Saison in der Champions League vertreten, ist bereits seit Monaten klar: Der FC Bayern, RB Leipzig, der BVB und der VfL Wolfsburg. Die vier Teams schlossen die Spielzeit 2020/21 auf den ersten vier Plätzen der Tabelle ab. Die deutsche Beteiligung ist trotzdem hoch, wenn an diesem Dienstag und Mittwoch (jeweils 21 Uhr/Sky, Amazon Prime und DAZN) europäische Mannschaften um den Einzug in die Königsklasse kämpfen. In den Playoff-Hinspielen gilt es, sich eine gute Ausgangsposition zu verschaffen, bevor in der kommenden Woche endgültig die letzten sechs der insgesamt 32 Teilnehmer ermittelt werden. 18 Deutsche, die bei Champions-League-Aspiranten unter Vertrag stehen, sind dann dabei.

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RB Salzburg (gegen Bröndby IF, Dienstag, 21 Uhr, Sky Sport Austria 2 HD und DAZN)

Nico Mantl, Philipp Köhn, Alexander Walke: Was Torhüter angeht, setzt RB Salzburg auf Personal aus dem Nachbarland. Routinier Alexander Walke ist im Trio der Dienstälteste: Seit 2010 steht der 38-Jährige beim 15-maligen österreichischen Meister unter Vertrag. Obwohl er nie ein Spiel im deutschen Oberhaus gemacht hat, wurde Walke mit Werder Bremen 2004 Deutscher Meister.

Der 23-jährige Philipp Köhn ist zwar in Dinslaken (NRW) geboren, hütete aber seit 2016 das Tor der Schweizer U-Nationalmannschaften. Ausgebildet wurde er beim MSV Duisburg, Schalke 04 und dem VfB Stuttgart. Zur Saison 2017/18 sicherte sich RB Leipzig die Dienste des 1,90-Meter großen Keepers. Nach einer Leihe zum FC Wil 1900 kehrte er zum Start dieser Saison zu RB Salzburg zurück.


Nico Mantl ist mit seinen 21 Jahren der Jüngste der drei Torhüter. Der gebürtige Münchner kam im Januar aus Unterhaching zu RB Salzburg. Drei Einsätze in der österreichischen Bundesliga und einen im ÖFB-Cup hat er seitdem gesammelt. Unter Ex-U20-Nationaltrainer Manuel Baum lief Mantl zudem im Oktober 2019 beim 1:0 gegen die Schweiz auf.

Kilian Ludewig: Kilian Ludewig erwischte keine gute Saison, um zum FC Schalke 04 zu wechseln. Der 21 Jahre alte Rechtsverteidiger kam im Oktober 2020 auf Leihbasis von den Salzburgern zum Ex-Bundesliga-Klub. Nach sechs Spielen, von denen er fünf über 90 Minuten absolvierte, wurde der bei RB Leipzig ausgebildete gebürtige Hamburger aus der Startelf gestrichen. Ein Mittelfußbruch kostete den vierfachen U20-Nationalspieler die komplette Rückrunde, ehe er nach Salzburg zurückkehrte.

Mergim Berisha: Der 23-Jährige ist einer der U21-Europameister von 2021. Im Team von Stefan Kuntz lief der gebürtige Berchtesgadener in allen Turnier-Partien als Offensivakteur in der Startformation auf. Im ersten Spiel gegen Ungarn legte er das 3:0 für Ridle Baku auf. Berisha kommt aus der Salzburger Jugend, seine einzige Station in Deutschland war eine Leihe zum 1. FC Magdeburg über sechs Monate (2018). Derzeit laboriert der 23-Jährige an einer Adduktorenverletzung.

Karim Adeyemi: Auch der 19 Jahre alte Münchner gewann mit der deutschen U21 in diesem Jahr den Europameistertitel. In den K.o.-Spielen kam der Mittelstürmer zu drei Kurzeinsätzen. Der Linksfuß wechselte 2018 für eine Ablöse von 3,35 Millionen Euro (transfermarkt.de) aus der Jugend der SpVgg Unterhaching nach Salzburg.

Auch der Trainer ist bei den Salzburgern ein Deutscher: Matthias Jaissle ist der Nachfolger von Jesse Marsch, der zu RB Leipzig wechselte. Der 33 Jahre alte Ex-Spieler der TSG Hoffenheim begann seine Trainer-Karriere im Profi-Bereich als Co-Trainer bei Salzburgs Playoff-Gegner Bröndby IF.

AS Monaco (gegen Shachtar Donezk, Dienstag, 21 Uhr, Sky Sport Austria 3 HD und Amazon Prime)

Alexander Nübel: Im Trophäenschrank des gebürtigen Paderborners stehen eine Meisterschale, der deutsche Supercup und der der UEFA. Gespielt hat Nübel in seiner Zeit beim FC Bayern bisher allerdings kaum. Für ihn war einfach kein Vorbeikommen an Manuel Neuer – nicht mal in vermeintlich unwichtigeren Spielen. Auch die wollte Weltmeister Neuer stets selbst spielen. Seit dieser Saison ist der 24-jährige Nübel für zwei Jahre an die AS Monaco ausgeliehen. Unter Ex-Bayern-Trainer Niko Kovac soll der 17-fache U21-Nationalspieler Spielpraxis sammeln. In 46 Bundesliga-Spielen für den FC Schalke 04 (2015-2020) blieb der designierte Neuer-Nachfolger 13 mal ohne Gegentor.

Ismail Jakobs: Der U21-Europameister kam in diesem Sommer vom 1. FC Köln nach Monaco. Der linke Mittelfeldspieler kann bereits auf 43 Bundesliga-Spiele zurückblicken und wird auch in seiner ersten Saison bei der AS Monaco eine Rolle spielen. In der CL-Quali wurde er in beiden Spielen gegen Sparta Prag eingewechselt, zu Hause legte er beim 3:1-Erfolg einen Treffer vor.

Kevin Volland: Ex-Bundestrainer Joachim Löw nahm den 29 Jahre alten Stürmer in diesem Sommer mit zur EM und wechselte ihn zwei mal – gegen Frankreich und Ungarn – kurz vor Schluss ein. 247 Bundesliga-Spiele hat Volland von 2012 bis 2020 für die TSG 1899 Hoffenheim und Bayer 04 Leverkusen gemacht. Ausgebildet wurde der Sohn des Eishockey-Nationalspielers Andreas Volland bei 1860 München.

Benfica Lissabon gegen PSV Eindhoven (Mittwoch, 21 Uhr, Sky und DAZN)

Ein portugiesischer gegen einen niederländischen Erstligisten, aber gleich mehrere deutsche Akteure, die gegeneinander antreten. Benfica Lissabon setzt auf eine deutsche Achse:

Odysseas Vlachodimos: Der Ersatztorwart der U21-Europameister von 2017 ist mittlerweile die Nummer eins von Griechenlands A-Nationalmannschaft. Beim VfB Stuttgart schaffte er 2014 den Sprung zu den Profis, konnte sich dort allerdings nicht gegen Sven Ulreich und Thorsten Kirschbaum durchsetzen. Im Januar 2016 wechselte Vlachodimos dann ablösefrei zu Panathinaikos Athen, wo er sich ins Sichtfeld internationaler Top-Klubs spielte. Benfica kaufte den Deutsch-Griechen 2018 für 2,4 Millionen Euro. Seitdem stand er 125 mal für den portugiesischen Meister von 2019 auf dem Platz – zwölf mal davon in der Champions League.

Julian Weigl: Der defensive Mittelfeldspieler wurde 2017 mit Borussia Dortmund DFB-Pokalsieger. Beim Halbfinal-Sieg gegen den FC Bayern (3:2) stand der heute 25-Jährige noch über 90 Minuten auf dem Platz, im Finale gegen Eintracht Frankfurt fehlte der bei 1860 München zum Profi ausgebildete fünffache deutsche Nationalspieler dann verletzt. Bei Benfica war Weigl vergangene Saison unangefochtene Stammkraft unter Trainer Jorge Jesus.

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Luca Waldschmidt: Der Stürmer wurde Torschützenkönig bei der U21-Europameisterschaft 2019 kam im August 2020 vom SC Freiburg nach Lissabon. Bei Eintracht Frankfurt ausgebildet und zwischen 2016 und 2018 für den Hamburger SV aktiv, besitzt der siebenfache deutsche A-Nationalspieler (zwei Tore) beim 37-fachen portugiesischen Meister jetzt eine Ausstiegsklausel von 88 Millionen Euro.

Hinzu kommt mit dem derzeit verletzten Rodrigo Pinho ein Brasilianer, der als Sohn des Ex-HSV-Profis Nando in der Nähe von Hamburg geboren wurde und die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt.

Benfica trifft auf eine PSV Eindhoven, deren Trainer Roger Schmidt in der Champions League mit Bayer Leverkusen (2014 bis 2017) zwar nie über das Achtelfinale hinaus kam, auch in der Europa League war für den heute 54-Jährigen immer in der Runde der letzten Sechzehn Schluss. Aber Schmidt hat zwei Landsmänner nach Holland gelotst, die sich in den Niederlanden pudelwohl fühlen.

Mario Götze: Der Weltmeister-Torschütze von 2014 schaffte es in der Saison 2012/13 mit dem BVB ins Finale der Königsklasse. Kurz vor dem Endspiel gegen den FC Bayern machte der deutsche Rekordmeister den Wechsel des Offensivspielers offiziell. Dortmund verlor die Partie im Londoner Wembley-Stadion mit 1:2, Götze fehlte wegen eines Muskelbündelrisses. 2016 kehrte Götze als verlorener Sohn zu Borussia Dortmund zurück, konnte jedoch nicht an seine Leistungen von vor dem Wechsel anknüpfen. Bei der PSV blüht der heute 29-Jährige wieder richtig auf.

Philipp Max: Max hat auch mal beim FC Bayern gespielt – allerdings nur in der Jugend. Der Sohn von Martin Max lief ab 2014 für Schalke 04 und den FC Augsburg 147 mal in der Bundesliga auf. Auch drei Länderspiele hat der 27 Jahre alte Linksverteidiger unter Joachim Löw bereits gemacht.

Young Boys Bern (gegen Ferencvaros Budapest, Mittwoch, 21 Uhr, Sky Sport Austria 2 HD und DAZN)

David Wagner: Weil Gerardo Seoane von den Young Boys Bern zu Bundesligist Bayer 04 Leverkusen abwanderte, verpflichteten die Berner den in Frankfurt am Main geborenen Trainer David Wagner. Der Trauzeuge von Jürgen Klopp stand zuletzt von Juli 2019 bis September 2020 bei Schalke 04 an der Seitenlinie. Zuvor hat der 49-Jährige schon Huddersfield Town in die englische Premier League geführt. Seine Anfänge als Trainer machte der ehemalige Profi-Spieler (unter anderem bei Mainz 05 und Schalke 04) als Jugendtrainer in Hoffenheim und bei der zweiten Mannschaft von Borussia Dortmund.

Ludogorez Rasgrad (gegen Malmö FF, Mittwoch, 21 Uhr, Sky Sport Austria 3 HD und DAZN)

Cauly: Der deutsch-brasilianische Mittelfeldspieler wurde in Porto Seguro in Brasilien geboren. Aufgewachsen ist er aber in der Nähe von Köln. In der Metropole am Rhein durchlief der 25-Jährige die Jugendmannschaften des 1. FC Köln und wurde 2013 A-Junioren-Pokalsieger mit dem Effzeh. Nach Stationen bei Fortuna Köln, dem MSV Duisburg und dem SC Paderborn – für den er 13 Bundesliga-Spiele machte – schloss sich Cauly im Januar 2020 dem bulgarischen Dauermeister der letzten zehn Jahre an.