22. Februar 2017 / 17:17 Uhr

Champions-League-Sperre für RB Leipzig? So kontert Boss Mintzlaff!

Champions-League-Sperre für RB Leipzig? So kontert Boss Mintzlaff!

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Muss RB Leipzig um die Champions League bangen? Boss Oliver Mintzlaff dementiert!
Muss RB Leipzig um die Champions League bangen? Boss Oliver Mintzlaff dementiert! © imago/Montage
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Die Fans von RB Leipzig zittern: Darf der Klub überhaupt international spielen, wenn sich auch Red Bull Salzburg für das europäische Geschäft qualifiziert? Einen entsprechenden Bericht der Salzburger Nachrichten kontert nun RB-Leipzig-Boss Oliver Mintzlaff.

Nein, kein neues Thema, aber eines mit immer hoher Einschaltquote. Dürfen RB Salzburg und RB Leipzig zeitgleich an einem internationalen Wettbewerb teilnehmen oder wird damit die vom Europäischen Fußball-Verband Uefa geforderte „Integrität des Wettbewerbs" ausgehebelt? Die Salzburger Nachrichten wollen erfahren haben, dass insbesondere bei Leipzigs Rasenballern um einen wie auch immer gearteten Europa-Start gezittert werde. 

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Es habe entsprechende Signale aus Reihen der Uefa gegeben, die Verzahnung und Abhängigkeiten zwischen den beiden Red-Bull-Klubs sei offenkundig und verletze die Wettbewerbsbestimmungen. Schlussfolgerung der Zeitung: Nur ein Verein werde bei entsprechender Qualifikation im Sommer Europa League oder Champions League spielen.

Und das müsse nicht zwingend der aktuelle Tabellenzweite der deutschen Bundesliga sein.

Uefa: Entscheidung fällt erst nach Saisonende!

Wenige Stunden, nachdem dieser Beitrag der Salzburger Nachrichten auf dem Markt war, meldete sich ein Sprecher der Uefa. Eine Entscheidung über die Starterlaubnis aller Klubs werde erst „nach dem Saisonende fallen". Und zwar nach Prüfung der von den Vereinen eingereichten Unterlagen „Momentan ist das daher Spekulation“.

Mintzlaff: "Glauben Sie mir, es gibt bei RB Leipzig keine Nervosität und auch die vermeintlichen Signale der Uefa gibt es nicht."

Zuvor hatte RB-Leipzig-Boss Oliver Mintzlaff Stellung bezogen: „Mit Überraschung habe ich den Artikel der Salzburger Nachrichten gelesen. Glauben Sie mir, es gibt bei RB Leipzig keine Nervosität und auch die vermeintlichen Signale der Uefa gibt es nicht."

Um diese Paragraphen geht es:


Mintzlaff und RB-Sportdirektor Ralf Rangnick hatten sich in der Vergangenheit auch gegenüber der Leipziger Volkszeitung mehrfach zum Thema geäußert. Quintessenz: Ruhig Blut - wir haben unsere Hausaufgaben gemacht - wir machen immer unsere Hausaufgaben. Das müssen sie. Weil die Gründungsgeschichte der Roten Bullen und die Anschubfinanzierung eine besondere ist, steht RB Leipzig unter steter Beobachtung, darf sich schlicht keine Fehler erlauben.

Zu den Hausaufgaben gehörte, dass Red Bull in Salzburg nur noch unter Sponsor firmiert und eine formale Trennung erfolgt ist. Dazu gehört auch, dass Mintzlaff sein Büro in der Salzburger Red-Bull-Arena geräumt hat. Wie auch die Tatsache, dass Rangnick seine Doppel-Rolle als Sportdirektor in beiden Klubs beendet hat und ausschließlich für RB Leipzig in die Bütt steigt.

Bei all der Aufgeregtheit, die vorm Bullen-Heimspiel gegen den 1. FC Köln (Sonnabend, 15.30 Uhr) entstand, ist es unwahrscheinlich, dass man in Salzburg und Leipzig die Front „Internationaler Fußball" unterschätzt hat und sich der Lächerlichkeit preis gibt. RB Leipzig beschäftigt Heerscharen hochbezahlter Manager. Die sind seit Jahren in der Spur, haben Lizenzierungshürden genommen, Logos kunstvoll verändert, 50+1 regelgerecht umdribbelt.

Partie mit Europa-Charakter

Nahezu internationalen Anstrich hat die Partie RB gegen Köln. Der Überraschungszweite empfängt den Überraschungssiebten. Es ist auch das Duell des österreichischen Wunderwuzzis Ralph Hasenhüttl gegen Peter Stöger. Die Herren haben einst bei Austria Wien zusammen gekickt. Wenn die von Regisseur Stöger angeführte filigrane Austria nicht mehr weiter wusste, kam Abrissbirne Hasenhüttl zum Einsatz. Mann mochte sich und mag sich immer noch.

Modeste über den China-Wechsel: "War kein Thema für mich"

Im Fokus zudem das Aufeinandertreffen der Tormaschinen. Hier Timo Werner (12 Tore), da Anthony Modeste (17). Der Effzeh hat just ein nahezu unanständiges Angebot für den Mittelstürmer abgelehnt. Geboten war eine Ablöse von 40 Millionen Euro. Der Bieter kam weder aus Leipzig noch aus Salzburg, sondern aus dem fernen China. Die Roten Bullen sind nicht für alles Böse und Dekadente zuständig.