21. November 2021 / 15:30 Uhr

Waspo 98 feiert Punktgewinn gegen Budapest: "Wir machen immer weiter"

Waspo 98 feiert Punktgewinn gegen Budapest: "Wir machen immer weiter"

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Ivan Nagaev sichert Waspo 98 mit seinem Treffer einen Punkt - und bejubelt das entsprechend ausgelassen.
Ivan Nagaev sichert Waspo 98 mit seinem Treffer einen Punkt - und bejubelt das entsprechend ausgelassen. © Florian Petrow
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Waspo 98 hat in der Champions League gegen den OSC Budapest geholt. Beim 12:12 sicherte Ivan Nagaev seiner Mannschaft mit einem No-Look-Goal einen Zähler. "Wir machen immer weiter, das war sehr stark", lobte Waspo-Vorsitzender Bernd Seidensticker.

Karsten Seehafer musste kurz den Arm ausschütteln nach Abpfiff, die Anspannung war enorm gewesen. Der Trainer von Meister Waspo 98 hält dann meist einen Wasserball ganz fest. Als er locker genug war, klatschte er seinem Team Beifall für einen guten Auftritt in der Champions League. Gegen den OSC Budapest erkämpfte Waspo im Stadionbad ein 12:12 (4:2, 2:6, 1:1, 5:3) und bleibt Tabellensechster in Pool B. „Wir haben gegen einen Favoriten dieser Gruppe gepunktet“, sagte Seehafer. 

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Es war ein denkwürdiger Auftritt im ersten Heimspiel für Hannover gegen ein Team, das zuvor beide Partien gewonnen hatte. Waspo schottete sich gut ab, ließ die gefährlichen Konter des ausschließlich mit Ungarn bestückten Rivalen nicht zu. Obendrein war jeder Treffer Waspos ein Genuss, in Überzahl zeigte sich der Meister klar verbessert. Bis auf 4:1 zogen die Gastgeber davon, woran Schlussmann Moritz Schenkel mit insgesamt 14 Paraden einen großen Anteil hatte.

Bilder vom Wasserball-Spiel der Champions League zwischen Waspo 98 Hannover und dem OSC Budapest

Bilder vom Wasserball-Spiel der Champions League zwischen Waspo 98 Hannover und dem OSC Budapest Zur Galerie
Bilder vom Wasserball-Spiel der Champions League zwischen Waspo 98 Hannover und dem OSC Budapest © Florian Petrow

Wie gefährlich Budapest sein kann, bewies der Tabellenzweite im zweiten Abschnitt mit einem 5:0-Lauf. Es war der große Wassereinbruch für Waspo, nun drohten die Schotts zu brechen. Immer wieder trafen die Ungarn sehenswert aus der Distanz, während Waspo offensiv auf dem Trockenen saß.

„Das Viertel war ein Desaster“, räumte Waspos Darko Brguljan ein. Der montenegrinische Star glänzte oft, leitete das wichtige 5:6 durch Marko Macan mit einem guten Pass ein und warf drei Tore, die Weltklasse waren.

Winkelhorst stellt den Anschluss her

Nach dem förmlichen Toreguss folgten im dritten Viertel nur zwei Treffer, der gute Jorn Winkelhorst schaffte den Anschluss, bis zum Stand von 10:11 schlug Budapest jedoch schnell zurück. Als Waspo zu Beginn des finalen Durchgang doppeltes Innenpfostenpech hatte und den Ausgleich verpasste, schien das ein Knackpunkt zu sein. „Aber wir kommen zurück und bleiben dran, machen immer weiter, das war sehr stark“, lobte Waspo-Vorsitzender Bernd Seidensticker.

Zum 11:12 traf Brguljan mit einem Wurf, der sogar in der Zeitlupe rätselhaft blieb. Es war ein Gewaltakt. Die Zuschauer feuerten Waspo nun stehend an. „Die Fans haben uns zum Punktgewinn getrieben“, so Seehafer. Es war spannend und wurde sogar dramatisch, als Budapest einen Strafwurf erhielt. Schenkel rückte den Ball nicht sofort raus, er grinste den Schützen an und signalisierte per Kopfschütteln, dies sei kein Penalty gewesen. Und der Ungar Krisztian Manherzc zeigte Nerven, traf die Unterlatte.


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Man konnte kaum noch hinsehen. Und exakt das tat auch Ivan Nagaev vor seinem Tor zum 12:12. Ihm gelang aus eigentlich zu spitzen Winkel ein No-Look-Goal. Der Russe, der demnächst eingebürgert werden und für den DSV spielen soll, feierte schreiend, riss beide Arme hoch.

„Am Ende können wir glücklich sein mit dem Resultat, es ist ein Punkt mehr für uns“, sagte Brguljan, „nun wollen wir gegen Roter Stern den ersten Sieg.“ Gegen Belgrad spielt Waspo am 1. Dezember (18 Uhr). Ein Sieg wäre sehr wichtig im Platz um Kampf vier, der zur Teilnahme am Final-8-Turnier berechtigt