14. März 2021 / 20:56 Uhr

Champions League? Wolfsburg-Sportdirektor Schäfer: „Ich traue unserer Mannschaft alles zu“

Champions League? Wolfsburg-Sportdirektor Schäfer: „Ich traue unserer Mannschaft alles zu“

Engelbert Hensel, Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Vorsichtig optimistisch: VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer traut Wolfsburg die Champions League zu.
Vorsichtig optimistisch: VfL-Sportdirektor Marcel Schäfer traut Wolfsburg die Champions League zu. © Roland Hermstein
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Der VfL Wolfsburg mischt voll mit im Kampf um die Champions League - aber reicht es am Ende auch für die Königsklasse? Sportdirektor Marcel Schäfer gibt sich nach dem 5:0 gegen Schalke vorsichtig optimistisch.

Lange Zeit hatten sie sich beim VfL bedeckt gehalten, wenn es um das Thema Champions League ging, doch das ist nun nicht mehr ganz so. Nach dem deutlichen 5:0-Sieg des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten gegen Schlusslicht Schalke 04, bei dem Shkodran Mustafi (Eigentor), Wout Weghorst, Ridle Baku, Josip Brekalo und Maximilian Philipp mit ihren Toren für einen nie gefährdeten VfL-Sieg sorgten, sprachen die Profis erstmals offen über die Königsklasse. Allen voran Wout Weghorst. „Wenn du auf Platz drei stehst, noch neun Spiele und einen Vorsprung hast, ist es klar, dass das ein Ziel sein muss“, sagte VfL-Torjäger Weghorst nach dem höchsten Sieg seit dem 8:1 gegen den FC Augsburg im Mai 2019.

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48 Punkte haben die Wolfsburger in dieser Saison schon gesammelt, nur in der Vizemeister- und Pokalsieger-Saison waren es zu diesem Zeitpunkt mehr (53). Zudem hat der VfL nach der überraschenden Niederlage der Leverkusener (1:2 gegen Bielefeld) seinen Vorsprung auf einen Nicht-Champions-League-Platz an diesem Spieltag ausgebaut, ihn und Borussia Dortmund auf Platz fünf trennen sechs Zähler. Es läuft also alles in Richtung Königsklasse? Marcel Schäfer sagt: „Ich traue unserer Mannschaft alles zu und habe grundsätzlich kein Problem damit, wenn ein Spieler darüber spricht.“ Über die Champions League spricht. „Keine Frage, wir sind in einer guten Ausgangsposition im Kampf um diese Plätze. Ich bin immer froh, wenn Spieler ihre Ziele und Träume äußern“, so Schäfer weiter. Gleichwohl zeigt der VfL-Sportdirektor auf, dass der Weg in die Königsklasse noch lang sei. Und: „Wir wissen, dass wir ein extrem schwieriges Programm in der letzten Phase der Saison haben.“ Das schwere Restprogramm mit Spielen gegen Eintracht Frankfurt, Bayern München, Borussia Dortmund und RB Leipzig – wie der VfL Teams, die ganz oben mitmischen.

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Gut: Mit dem Schützenfest gegen völlig überforderte Schalker sendete der VfL ein Signal an die Konkurrenz. Und ganz unabhängig von der Konkurrenz hat die Mannschaft in der zweiten Halbzeit eindrucksvoll untermauert, dass sie in die Königsklasse will. „Natürlich redet man darüber in der Mannschaft“, sagte Weghorst bei Sky. Ridle Baku, Torschütze zum 3:0, schloss sich an: „Wenn man sich die Tabelle anschaut, ist es natürlich sehr schön. Wir sind Dritter, das haben wir registriert und wollen den Platz natürlich verteidigen.“

Etwas differenzierter und zurückhaltender äußerte sich Trainer Oliver Glasner. „Wir stehen relativ weit vorn“, sagte der Österreicher zwar, „aber wichtig ist, dass wir weiterhin so akribisch trainieren und die Jungs weiter als Mannschaft harmonieren und die Spieler ungeachtet ihrer Situation immer für das Team da sind.“ Wenn das seinen Schützlingen gelinge, „denke ich schon, dass wir unter den ersten fünf, sechs Plätzen bleiben werden“, so Glasner, der nicht das Gefühl hat, dass sich im Saison-Endspurt irgendjemand hängenlässt.

Nach zwei Pflichtspiel-Niederlagen in Folge ist der VfL wieder zurück in der Erfolgsspur. Gegen Schalke zeigte das Team abermals, wie stabil es ist. Nach einer durchwachsenen ersten Halb-zeit gab der VfL in den zweiten 45 Minuten Vollgas. Weghorst: „Die erste Halbzeit war nicht gut, das war eine unserer schwächsten Halbzeiten in dieser Saison. Aber das kann mal passieren, wir hatten viele neue Spieler drin, eine andere Aufstellung.“ Gleich auf vier Positionen hatte Glasner tauschen müssen.

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Mit dem Weghorst-Tor kurz nach der Pause jedoch platzte der Knoten. Danach sei das Selbstvertrauen „größer geworden“. Jeder habe sich dann „mehr getraut. Das Ergebnis waren dann fünf Tore.“ Zwei davon bereitete der Top-Torjäger vor, der jetzt bei 16 Liga-Toren steht und damit so viele erzielt hat wie Schalke in der gesamten Spielzeit. „Das Tor war super“, lobte Glasner. „Es werden sicherlich noch ein paar Tore dazukommen. Was mich aber auch richtig freut, sind seine beiden Assists.“


Fünf Treffer gelangen dem VfL insgesamt, die im Kampf um die Champions League noch entscheidend sein können, wenn das Torverhältnis ausschlaggebend werden sollte. Da haben die Wolfsburger (plus 22) im Vergleich zu den Verfolgern das deutlich bessere. Schäfer: „Wenn wir über diesen Wettbewerb reden, müssen wir genauso agieren.“ So, wie in der zweiten Halbzeit am Samstagnachmittag gegen Schalke.

Eberl bestätigt: Kein Kontakt zu Glasner

Erfolg macht begehrt – das merkt derzeit auch VfL-Trainer Glasner. Zuletzt war der Österreicher unter anderem bei Borussia Mönchengladbach als Nachfolger von Coach Marco Rose (geht im Sommer zu Borussia Dortmund) gehandelt worden. Am Samstag äußerte sich Gladbach-Sportdirektor Max Eberl im ZDF-Sportstudio zu den Gerüchten.

„Wir haben bis jetzt keinen Kontakt gehabt. Er macht einen großartigen Job in Wolfsburg“, sagte Eberl über Glasner, der beim VfL noch einen Vertrag bis 2022 hat. Diese Aussage deckt sich mit der des Österreichers, dieser hatte bereits vor dem Schalke-Spiel auf der Pressekonferenz betont: „Ich habe nicht mit Gladbach gesprochen, es hat sich auch niemand bei mir gemeldet.“

Er habe mit dem VfL noch sehr viel vor, und „ich werde alles geben, hier eine maximal erfolgreiche Saison zu spielen“. Von weiteren Nachfragen zu diesem Thema bat er abzusehen, „da ich keine Antworten mehr darauf gebe“.