26. Dezember 2019 / 20:16 Uhr

Chance verpasst: DHfK Leipzig führt meist, verliert aber 28:29 bei den Füchsen Berlin

Chance verpasst: DHfK Leipzig führt meist, verliert aber 28:29 bei den Füchsen Berlin

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
Maciej Gębala
Maciej Gębala © Rainer Justen
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Knapper hätten die Leipziger Handballer im Fuchsbau der Berliner am zweiten Weihnachtsfeiertag kaum verlieren können. Trotz einiger Großchancen in den letzten Minuten konnte sich Bundesligist SC DHfK nicht zum Fest beschenken. Am Ende hieß es vor 9000 Zuschauern 28:29 (13:13) aus Sicht der Gäste.

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Berlin/Leipzig. Die Füchse wollten sich vor heimischen Publikum unbedingt für die 23:24-Niederlage im Hinspiel revanchieren. „Mit Leipzig haben wir noch eine Rechnung offen. Das Hinspiel war eine wirklich bittere Niederlage für uns und daher sind wir nun doppelt motiviert“, so Trainer Velimir Petkovic vor der Partie. Das wollten die Leipziger um Cheftrainer André Haber natürlich verhindern. Auch Nationalspieler Philipp Weber sprach bei Sky vor dem inoffiziellen Ostderby über die umkämpfte Partie: „Egal, wie Sie dieses Spiel nennen wollen: Gegen Berlin ist es immer ein heißer Kampf und ein besonderes Spiel für uns. Wir werden alles in die Waagschale werfen.“ Er gab jedoch zu, dass er mit seinem Auswahlkollegen Paul Drux lieber zusammenspiele, als sich mit ihm messen zu müssen.

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Der SC DHfK Leipzig gastierte in Berlin. Zur Galerie
Der SC DHfK Leipzig gastierte in Berlin. ©

Bereits in der ersten Hälfte zeigte sich deutlich, wie heiß die Teams auf dieses Spiel waren - nicht in zahlreichen Toren, sondern in guter Defensivarbeit. Die Leipziger mussten enorm oft aus dem Rückraum abschließen und kamen offensiv denkbar schlecht in die Partie. Zu allem Überfluss scheiterte Lucas Krzikalla mit zwei Siebenmetern an Keeper Martin Ziemer, der anfangs den Unterschied machte und in der ersten Hälfte rund 50 Prozent aller Bälle hielt.

Birlehm verriegelte den Kasten

Nach 15 Minuten und 5:9-Rückstand war das besinnliche Fest für Trainer Haber längst vergessen. Der Coach wurde in der Auszeit laut: „Wir nehmen nur die Scheiß-Chancen. Ich will, dass wir ins Tempospiel kommen.“

Das kam bei der Mannschaft an. Das Spiel wurde schneller, mehrfach trafen die Leipziger über ihre Außenpositionen und nutzen ihre gute Defensivarbeit für schnelle Gegentreffer. Dabei half eine doppelte Unterzahl der Hausherren, die sie sowohl einem Foul von Jacob Holm als auch einer Strafe gegen den Trainer Petkovic verdanken zu hatten. Den Ausgleich machte kurz vor der Pause Raul Santos, erst zum 12:12, dann erneut zum 13:13.

Patrick Wiesmach verwandelt in der zweiten Hälfte via Siebenmeter zur ersten Führung für die Sachsen zum 15:14 und einer torreicheren Halbzeit. In der 36. Minute ist Leipzig in Unterzahl nach umstrittenen Foul von Alen Milosevic an Fabian Wiede. Beim Stand von 16:16 ist es jetzt der DHfK-Torwart, der den Unterschied macht und drei Würfe in Folge hält. Birlehm verriegelte den Sachsen häufig den Kasten, beendete das Spiel mit 35 Prozent gehaltenen Bällen jedoch etwas vorzeitig, da Jens Vortmann für die Schlussphase übernahm.

Raul Santos vergibt letzte Chance

Leipzig ging in der umkämpften zweiten Hälfte mit zwei Toren in Führung, verlor diese aber zu schnell wieder durch Zeitstrafen. Schlussphase: Santos vergab einen enorm wichtigen Wurf beim 28:28, die Berliner spielten die Uhr auf 15 Sekunden runter. Jens Vortmann hielt den folgenden Wurf, aber Milosevic verursachte einen nicht unumstrittenen Siebenmeter, den Hans Lindberg sicher verwandelte.

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Haber nahm eine letzte Auszeit, ging die Möglichkeiten und die Strategie für die wenigen Sekunden durch. Den letzten Wurf nahm Raul Santos und vergab erneut die Chance. Leipzig verlor eine spannende Partie denkbar knapp. Füchse-Keeper Ziemer meinte: "Mir war es ganz recht, dass Leipzig den letzten Wurf von Außen nimmt."

Kompliment vom Füchse-Trainer Petkovic

André Haber sagte: "Ich glaube, Berlin hat nur zwei Mal geführt in der zweiten Halbzeit. Das Ergebnis ist bitter, denn wir haben ein gutes Spiel gemacht. Wir müssen uns vorwerfen, dass wir nicht mit drei Toren weggezogen sind. Dann wäre es nicht auf die letzte Minute angekommen." Joel Birlehm ergänzte: "Es ist diese Saison nicht das erste Mal, dass wir gegen ein richtig gutes Team ein offenes Spiel geliefert haben. Das Ergebnis nervt natürlich. Wir machen leider vorn ein, zwei dumme Fehler und bekommen den Gegentreffer ins leere Tor."

Füchse-Trainer Petkovic analysierte: "Das ist Bundesliga, wir wollten heute 60 Minuten vor ausverkauftem Haus brennen, wir haben in der letzten Minute den Sieg erkämpft. Wir haben das Glück erzwungen, aber verdient gewonnen. Kompliment auch an Leipzig."