03. April 2021 / 20:25 Uhr

Chancen allein reichen nicht: RB Leipzig vergibt gegen effektive Bayern letzte Meisterchance

Chancen allein reichen nicht: RB Leipzig vergibt gegen effektive Bayern letzte Meisterchance

Elena Boshkovska
Leipziger Volkszeitung
Leipzig, 03.04.2021, Red Bull Arena, Fussball, Bundesliga, 27.Spieltag ,  
RB Leipzig vs. FC Bayern München , 
Im Bild: Tor für Bayern. Leon Goretzka (18, Bayern) trifft zum 0:1. , 
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Foto: PICTURE POINT / Roger Petzsche , 
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Die Entscheidung in der ersten Hälfte: Leon Goretzka trifft zum 1:0 für Bayern. © Picture Point
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Es reicht halt einfach nicht. Der FC Bayern München ließ RB Leipzig alle Möglichkeiten, aber die Gastgeber wussten sie nicht zu nutzen. 0:1 (0:1) verloren die Messestädter die Partie gegen den FCB und damit alle Hoffnungen auf einen möglichen ersten Meistertitel. Der Rückstand auf den Klassenprimus beträgt nun sieben Punkte.

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Leipzig. Aus der Traum von der Meisterschale. Bei der 0:1-Niederlage im Spitzenspiel gegen Rekordmeister FC Bayern München kann RB Leipzig im eigenen „Wohnzimmer“ die zahlreichen Torchancen nicht nutzen und verpasst es, bis auf einen Punkt an die Münchener heranzurücken. Die Bayern gewinnen die Partie dank eines Tores von Leon Goretzka in der 38. Minute und zeigen, dass sie auch ohne Robert Lewandowski durchaus gefährlich sind und Siege einfahren können. Den Leipzigern bleibt nun nur noch eine minimale und recht unrealistische Chance auf den Titel.

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Statistik positiv, Ergebnis negativ

Der Anpfiff des Spitzenspiels verzögert sich leicht aufgrund eines Risses im Netz des Bayern-Tors. Nationaltorwart Manuel Neuer flickt den zwar erfolgreich mit seinem Handtuch. Schiri-Assistent Lasse Koslowski passt die provisorische Lösung allerdings nicht. Schließlich kommen Kabelbinder zum Einsatz. Als endlich angepfiffen wird, legt RB sofort intensiv los. Zum ersten Mal nähern sich die Roten Bullen dem Bayern-Tor bereits in der ersten Minute, ohne Effekt. es ist ein Sinnbild für alles, was folgt.

DURCHKLICKEN: Bilder vom 1:0-Auswärtserfolg des FC Bayern München gegen RB Leipzig

Der Meisterschaftskampf ist entschieden: RB Leipzig hat nach der 0:1-Niederlage gegen den FC Bayern München nun bereits sieben Punkte Rückstand auf den Rekordmeister. Zu viel um sich noch reelle Chancen auszurechnen. Zur Galerie
Der Meisterschaftskampf ist entschieden: RB Leipzig hat nach der 0:1-Niederlage gegen den FC Bayern München nun bereits sieben Punkte Rückstand auf den Rekordmeister. Zu viel um sich noch reelle Chancen auszurechnen. © Getty Images

So sieht es nach etwa 20 Minuten rein statistisch gut für die Leipziger aus, sie haben mehr Ballbesitz, dominieren die Partie, gewinnen mehr Zweikämpfe. In der intensiven Partie sichert sich Nordi Mukiele die erste gelbe Karte und damit seine fünfte. Der Verteidiger fehlt im nächsten Spiel beim SV Werder Bremen. Bayern zeigt sich untypisch schwach, hat Probleme im Aufbauspiel, weniger Torabschlüsse. Aber dann kippt die Lage. Leipzig lässt nach und der Rekordmeister dreht auf: mehr Ballbesitz und bessere Zweikampfquote. Und mehr Effektivität: In der 38. Minute macht Leon Goretzka nach Zuspiel von Thomas Müller das erste (und einzige) Tor der Partie, wohl gemerkt aus der ersten Chance. Mit dem 0:1 zur Halbzeitpause ist die Meisterschaft bereits entschieden.

Totale Offensive bringt nichts

Die Kabinenansprache vom Coach scheint es aber in sich zu haben, denn die Roten Bullen kommen aggressiv zurück. Sie stehen jetzt weder besser und spielen offensiv gegen den Ball, kommen endlich zu mehr Torabschlüssen. Den Speed schraubt zudem Justin Kluivert hoch, den Julian Nagelsmann für Emil Forsberg ins Spiel schickt. Bereits in der ersten Viertelstunde nach Wiederanpfiff erarbeiten sich die Hausherren ganze sieben Chancen, darunter einige Hochkaräter. Die Intensität nimmt nicht ab, Dayot Upamecano holt Bayerns Kingsley Coman hart von den Füßen und sieht ebenfalls Gelb. Auch er wird in der kommenden Woche fehlen.

Nach gut 70 Spielminuten stehen 9:0 Torschüsse zu Buche, aber immer noch ein 0:1 auf der Anzeigetafel. Ein Ausgleich scheint lediglich eine Frage der Zeit. Aber – und da zeigt sich das altbekannte Leipziger Problem – die Gastgeber können diese Möglichkeiten nicht in Zählbares ummünzen. Nagelsmann versucht es nun mit Offensive total: Das Feld verlassen Amadou Haidara und Dani Olmo. Für sie kommen Yussuf Poulsen und Alexander Sørloth, später noch Hee-chan Hwang. Aber es reicht schlicht nicht. Zu allem Überfluss verletzt sich Poulsen, muss wieder ausgewechselt werden. Es bleibt bei der Niederlage.