23. September 2020 / 19:31 Uhr

Chancen nicht genutzt! Chemie Leipzig verliert gegen Carl Zeiss Jena

Chancen nicht genutzt! Chemie Leipzig verliert gegen Carl Zeiss Jena

Britt Schlehahn
Leipziger Volkszeitung
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Hängende Köpfe bei den Spielern der BSG Chemie. In einer Partie auf Augenhöhe war für die Leipziger mehr drin gewesen. © PICTURE POINT
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Am siebten Spieltag ist es dann soweit. Die BSG Chemie Leipzig erleidet ihre erste Saisonniederlage. Die Grün-Weißen lassen zu viele Hochkaräter liegen und verlieren letztendlich gegen Jena mit 0:2.

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Leipzig. "Wir gehen nicht als Favoriten ins Spiel", so Chemie-Trainer Miroslav Jagatic vor Beginn der Partie gegen Drittligaabsteiger FC Carl Zeiss Jena. Auch wenn mancher das "Topduell" herbeischreiben möchte, wenn der Dritte auf den Siebten trifft.

Chemie hat bisher eine sehr beachtliche Leistung abgeliefert. Nach sechs Spieltagen stehen drei Siege und drei Unentschieden zu Buche mit einer 11:4-Torbilanz. Aber Jagatic nutzt jede Gelegenheit, um klar auf das Saisonziel Klassenerhalt zu verweisen.

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Chemie Leipzig kann am siebten Spieltag der Regionalliga Nordost ihre Chancen nicht nutzen und verliert zu Hause gegen Jena mit 0:2. Zur Galerie
Chemie Leipzig kann am siebten Spieltag der Regionalliga Nordost ihre Chancen nicht nutzen und verliert zu Hause gegen Jena mit 0:2. ©

Die Ausgangslage war für beide Mannschaften glänzend: Chemie mit dem 4:1-Sieg gegen Meuselwitz und Jena mit einem 5:1 gegen den BAK. Sowohl Jagatic als auch Jena-Trainer Dirk Kunert sahen bei ihren Mannschaften dabei noch einiges Verbesserungspotential. Kunert fordert von seiner Elf dominanteres Verhalten bei Ballbesitz, denn er wusste, dass es am Mittwoch ein "hitziges Spiel" bei der bisher ungeschlagenen BSG geben würde.

Chemie hatte deutlich mehr vom Spiel

Die Startelf veränderte Jagatic im Gegensatz zum Meuselwitz-Spiel nur auf zwei Positionen: Andy Wendschuch rückte wieder in die Startelf und Tomas Petracek lief wieder auf. Im Kader von Jena stand Felix Müller in der Startelf. Vor einem halbvollen Stadion begann Jena druckvoll. Doch die erste wirkliche Chance hatten die Chemiker. Stephane Mvibudulu schoss allerdings über das Tor. Jena drückte und ein Torwartfehler von Bellot brachten die Thüringer in der 17. Minute in Führung. Der doppelte Torschütze vom BAK-Spiel Verkamp nutzte seine Chance.

Die Reaktion von Jagatic an der Seitenlinie lautete „Schaffen wir noch“. Daran hielten sich seine Spieler. Lucas Surek kam über links und prüfte Torwart Lukas Sedlak. Ein scharfer Distanzschuss von Bury verfehlte das Tor nur knapp. Als Mvibudulu in der 42. Minute allein vor dem Jenaer Tor auftauchte, blieb der Erfolg aus. Die Chemiker blieben aber dran und hatten deutlich mehr vom Spiel. Allerdings vergaben Bury und erneut Mvibudulu die Möglichkeit zum Ausgleich.

In der Halbzeit wechselte Jagatic Boltze und Fassbender ein, der auch den ersten Torschuss für Chemie in der zweiten Halbzeit lieferte. In der 54. Minute bediente Fassbender Mvibudulu, doch blieb das Tor abermals aus.

Düzel trifft das leere Tor

Auf der Gegenseite scheiterte Oesterhelweg an Bellot in der 59. Minute. Das Spiel wurde ruppiger. Chemie-Kapitän Karau bekam die gelbe Karte. Die Grün-Weißen tauchten immer wieder im gegnerischen Strafraum auf, waren präsent. In der 67. Minute folgte ein erneuter Wechsel: Kirstein und Nikolajewski kamen für Wajer und Reinhard. Neue Kräfte für den Ausgleich, der für die 2300 Chemiefans schon längst fällig gewesen wäre. Die Elf von Jagatic ackerte und besaß mehr Ballanteile. Ein Freistoß, von Bury getreten, verpuffte in 76. Minute.

Jenas Trainer hatte ein hitziges Spiel erwartet und Bellot hielt die Torschüsse von Jena. Benjamin Luis sollte die Offensive in den letzten Spielminuten stärken, Surek musste weichen. Die letzten Spielminuten waren nichts für schwache Nerven ob der Möglichkeiten zum Ausgleich. Der Alfred-Kunze-Sportpark klang dabei wie vor Corona.

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Kurz vor Ende treffen Fassbender das Aussennetz und Mvibudulu die Bande neben dem Tor. Bei der darauffolgenden Ecke steht auch Bellot im Strafraum. Kirstein prüfte Jenas Schlussmann noch einmal in der Nachspielzeit, doch änderte dies nichts am Ergebnis. Jena siegt mit 2:0, denn in der letzten Minute traf noch Can Düzel in das leeres Tor.

"Absolut geiles Spiel"

Das Stadion feierte trotz der Niederlage seine Mannschaft. Jenas Bank rannte jubelnd auf den Platz und der Zuschauer sah, wie sehr sich Jena über den Sieg sehr freute. Morgan Fassbender kommentierte das Resultat trocken mit den Worten: „Solche Tage gibt es“. Stephane Mvidulu freute sich über die vielen Torchancen im Spiel. „Das ist kein Grund zum Verzweifeln. Beim nächsten Mal geht es wieder.“ Auch Außenverteidiger Manuel Wajer war vom Spiel angetan: „Es war ein Regionalligaspiel auf einem superhohen Niveau.“

Jenas Trainer Dirk Kuhnert lobte nach dem Spiel seine Mannschaft: „Ich bin hoch zufrieden mit dem Sieg. Chemie war bisher ungeschlagen. Wir haben das die erste halbe Stunde gut gemacht. In der zweiten Halbzeit wussten wir, dass viel auf uns zukam und dann kam Chemie. Der Torwart hat uns gerettet. Ein dreckiger Sieg ist gut für die Köpfe der Spieler.“

Der Chefcoach von Chemie Leipzig äußerte sich ebenfalls begeistert: „Absolut geiles Spiel, die ersten 20 Minuten haben wir verpennt. Ich kann der Truppe keinen Vorwurf machen. Ich habe dann aufgehört die Chancen zu zählen. Es fehlte die Effizienz. Wir haben heute gegen eine Drittligamannschaft gespielt. Wir haben Bock auf das nächste Spiel“, so Jagatic.