19. Mai 2021 / 17:43 Uhr

Chancenlos: Dynamo Dresdens B-Elf fliegt bei Lok Leipzig mit 0:4 aus dem Sachsenpokal

Chancenlos: Dynamo Dresdens B-Elf fliegt bei Lok Leipzig mit 0:4 aus dem Sachsenpokal

Stefan Schramm
Dresdner Neueste Nachrichten
Dynamos Jonas Oehmichen im Zweikampf mit Damir Mehmedovic vom 1. FC Lok Leipzig
Dynamos Jonas Oehmichen im Zweikampf mit Damir Mehmedovic vom 1. FC Lok Leipzig © Christian Modla
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Die mit Talenten gespickte Dresdner Truppe zieht gegen die gestandene Männerelf aus der Messestadt klar den Kürzeren. Auch in der Höhe ein verdientes Ergebnis.

Leipzig. Zweitliga-Aufsteiger Dynamo Dresden ist am Mittwochnachmittag sang- und klanglos aus dem Sachsenpokal ausgeschieden. Der Drittligist verlor das traditionsreiche Duell beim 1. FC Lokomotive Leipzig mit 0:4 (0:2). Ziane (1./28.) besorgte die verdiente Pausenführung. Unmittelbar nach dem Seitenwechsel erhöhte Sascha Pfeffer (46., Foulelfmeter) für die mit allen Wassern gewaschene Männertruppe gegen das Dresdner Talente-Team, das eine wahre Lehrstunde erhielt. Pfeffer war es auch, der in der 86. Minute zum Endstand traf.

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Dynamo mit denkbar schlechtem Start

Co-Trainer Heiko Scholz – für ihn mit seiner langen Probstheidaer Vergangenheit als Spieler und Trainer war es fast ein Heimspiel – coachte die junge Truppe. Sie begann mit sechs jungen Profis und fünf Junioren. Durchschnittsalter der Startelf: 18,5 Jahre! Im Vergleich zum 2:0-Viertelfinalsieg gegen den Bischofswerdaer FV fehlten diesmal jegliche Vertreter aus der ersten Reihe des frischgebackenen Zweitliga-Aufsteigers. Die wurden für das Spiel am Sonnabend beim SV Wehen Wiesbaden geschont, wo sich Dynamo die Drittliga-Meisterschaft sichern kann.

DURCHKLICKEN: Das war das Halbfinale zwischen Lok Leipzig und Dynamo Dresden

Dynamo Dresden ist mit einem „Nachwuchsteam“ aus dem Sachsenpokal ausgeschieden. Der Zweitliga-Aufsteiger (weinrot) verlor sein Halbfinale beim starken Regionalligisten 1. FC Lok Leipzig mit 0:4. Leipzig Zur Galerie
Dynamo Dresden ist mit einem „Nachwuchsteam“ aus dem Sachsenpokal ausgeschieden. Der Zweitliga-Aufsteiger (weinrot) verlor sein Halbfinale beim starken Regionalligisten 1. FC Lok Leipzig mit 0:4. Leipzig © Christian Modla

Niklas Kreuzer, Jonathan Meier und Pascal Sohm standen nicht im Aufgebot, an ihrer Stelle begannen Louis Schmidt, Jonas Saliger und Julius Hoffmann, Justin Löwe trug die Kapitänsbinde. Auch die gegen Schiebock eingewechselten Marvin Stefaniak und Ransford Königsdörffer waren nicht mit von der Partie. Der von Almedin Civa trainierte Regionalligist aus der Messestadt konnte dagegen im Wesentlichen seine erste Reihe aufbieten, angeführt von Mannschaftskapitän Sascha Pfeffer, der vor zehn Jahren mit Dynamo in die 2. Bundesliga aufgestiegen war.

Die Gäste hatten im altehrwürdigen Bruno-Plache-Stadion einen denkbar schlechten Start. Nach einem langen Ball kurz nach dem Anstoß erwischte Djamal Ziane Dynamos Nachwuchsmann Lorenz Hollenbach auf dem falschen Fuß, setzte sich durch und netzte letztlich unbedrängt aus Nahdistanz zum 1:0 ein – nach 16 Sekunden! Diesen Blitzstart ihres Teams nach mehr als 200 Tagen ohne Pflichtspiel feierten die Leipziger Anhänger, die sich nahe dem Stadion postiert hatten, mit Feuerwerk.

Sascha Pfeffer traf humorlos zum 0:3

Die Dynamos kamen auch danach nur schwer in die Partie, waren meist mit dem Verteidigen gegen körperlich starke und entschlossene Leipziger beschäftigt. Und hätte Schlussmann Stefan Kiefer bei Tom Nattermanns Chance nicht mit schöner Flugeinlage den Ball von der Linie gekratzt, wären die Dresdner schon sechs Minuten später mit zwei Toren im Hintertreffen gewesen. Nach vorn ging bei der SGD wenig. Meist stellte Lok die Räume zu, die wenigen Dresdner Flanken flogen ins Nirgendwo. In der Regel war schon weit vor der Strafraumgrenze Endstation.

Die Hausherren brachten ihre Flanken dagegen an den Mann – so auch in der 28. Minute, als Djamal Ziane trocken zum verdienten 2:0 abzog. Nun waren von der nahen Connewitzer Straße laute Anfeuerungsrufe für die Probstheidaer zu vernehmen. Und die blieben dem 3:0 in der Folge wesentlich näher als Dynamo einem möglichen Anschluss. Sascha Pfeffer stand kurz vorm Pausenpfiff frei vorm leeren Dresdner Tor, verpasste den Ball nur um einen Meter. Der Zwei-Tore-Rückstand zur Halbzeit war aus Sicht der Schwarz-Gelben schmeichelhaft.


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Heiko Scholz brachte mit Beginn des zweiten Durchgangs Kenny Weyh für Hollenbach, doch auch der neue Mann erwischte einen Fehlstart. Sieben Sekunden nach Wiederanpfiff foulte er Ziane im Strafraum. Schiedsrichter Max Bringmann entschied sofort auf Elfmeter. Sascha Pfeffer versenkte humorlos zum 3:0 (46.). Das war schon die Vorentscheidung in dieser recht einseitigen Begegnung. Die erfahrenen Probstheidaer waren topmotiviert und ließen die SGD zu keinem Zeitpunkt in die Partie kommen.

DURCHKLICKEN: Das sagen Spieler und Trainer

Trainer Almedin Civa (Lok Leipzig): „Ich war sehr zufrieden. Ich denke von der ersten bis zur letzten Minute waren wir hochkonzentriert. Dynamo macht es in der Jugend sehr sehr gut, das waren alles hochtalentierte Spieler. Das wussten wir. Wir hätten noch ein paar Tore mehr machen können. Die Konkurrenz in Sachsen ist sehr hoch, jetzt haben wir zehn Tage Zeit und gucken, dass wir das auch holen. Wir freuen uns riesig, jetzt haben wir morgen früh Training.“ Zur Galerie
Trainer Almedin Civa (Lok Leipzig): „Ich war sehr zufrieden. Ich denke von der ersten bis zur letzten Minute waren wir hochkonzentriert. Dynamo macht es in der Jugend sehr sehr gut, das waren alles hochtalentierte Spieler. Das wussten wir. Wir hätten noch ein paar Tore mehr machen können. Die Konkurrenz in Sachsen ist sehr hoch, jetzt haben wir zehn Tage Zeit und gucken, dass wir das auch holen. Wir freuen uns riesig, jetzt haben wir morgen früh Training.“ ©

In der 65. Minute kam bei Dynamo Haffke für Hoffmann ins Spiel, das weiterhin voll unter Kontrolle der Lok-Elf war. Auf der Gegenseite hatte Zak Paulo Piplica, Sohn des bekannten einstigen Cottbuser Bundesliga-Keepers, in der 71. Minute Feierabend, eine Viertelstunde vor Schluss ging dann auch Doppeltorschütze und Mann des Tages Djamal Ziane vom Rasen. Die Partie plätscherte ihrem Ende entgegen, in der 86. Minute machte Sascha Pfeffer nach schöner Einzelleistung mit dem 0:4 den Deckel drauf.

Das Sachsenpokal-Finale am 29. Mai bestreitet der 1. FC Lok gegen den Chemnitzer FC, der sich im Halbfinale gegen Drittligist Zwickau durchgesetzt hatte.