13. Oktober 2018 / 21:27 Uhr

Chancenwucher des RSV, Eike Doht Brieselangs Sieggarant (mit Galerie)

Chancenwucher des RSV, Eike Doht Brieselangs Sieggarant (mit Galerie)

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
Dragan Erkic (l.) sieht nach 80 Minuten wegen Nachtretens die Rote Karte.
Dragan Erkic (l.) sieht nach 80 Minuten wegen Nachtretens die Rote Karte. © Benjamin Feller
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AOK-Landespokal: Landesliga-Nord-Spitzenreiter unterliegt dem SV Grün-Weiss Brieselang trotz eines starken Auftritts.

RSV Eintracht 1949 - SV Grün-Weiss Brieselang 2:3 (0:2). Tore: 0:1 Dragan Erkic (8.), 0:2 Daniel Cikaric (41.), 1:2 Julian Rauch (55.), 1:3 Maurice Malak (75., Strafstoßtor), 2:3 Dennis Keller (90.+4, Strafstoßtor). Zuschauer: 181.

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Die Brandenburgliga-Fußballer des SV Grün-Weiss Brieselang waren sich am Samstag bewusst, dass sie beim Einzug in das Viertelfinale des AOK-Landespokals eine gehörige Portion Glück auf ihrer Seite hatten. Am Ende stand ein schmeichelhafter 3:2 (2:0)-Erfolg gegen den Landesliga-Nord-Spitzenreiter RSV Eintracht 1949 auf der Anzeigetafel. „Natürlich sind wir froh und erleichtert“, befand Brieselangs Trainer Patrick Schlüter nach der Achtelfinal-Partie vor 181 Zuschauern auf dem Sportplatz an der Stahnsdorfer Zillestraße, war vom Auftritt seiner Mannschaft insgesamt aber enttäuscht.

„Wir haben einen grottenschlechten Tag erwischt und konnten weder spielerisch noch läuferisch überzeugen. Wie man so schlecht Fußball spielen und trotzdem drei Tore schießen kann, ist mir eigentlich ein Rätsel.“ Ausgenommen von dieser Kritik war nur Torhüter Eike Doht. „Nachdem er im bisherigen Saisonverlauf auch schon zweimal gepatzt hat, hat er uns heute bei fünf, sechs Situationen den Arsch gerettet“, fand Schlüter lobende Worte für seinen Schlussmann, der einen echten Sahnetag erwischte und die Angreifer des Gastgebers regelmäßig zur Verzweiflung brachte.


In Bildern: RSV Eintracht unterliegt Grün-Weiss Brieselang im Achtelfinale des AOK-Landespokals unglücklich mit 2:3.

Tom-Melvin Schmidt (l.) im Zweikampf mit Tim Schönfuß. Zur Galerie
Tom-Melvin Schmidt (l.) im Zweikampf mit Tim Schönfuß. © Benjamin Feller

Die Kicker des RSV, die in der Liga mit 21 Punkten und 42:4 Toren nach sieben Spieltagen souverän an der Tabellenspitze liegen, waren von Beginn an das tonangebende Team und hatten durch Tim Schönfuß den ersten Abschluss der Partie auf ihrer Seite (8.). Sein Flachschuss war aber sichere Beute für Doht, der das Spiel anschließend schnell machte und der Ausgangspunkt zur Brieselanger Führung war. Nach seinem Abschlag kam das Leder zu Kenta Sato, der sich auf der linken Seite bis zur Grundlinie durchsetzte und auf Dragan Erkic zurücklegte. Der schob eiskalt zum 1:0 für die Gäste, die wieder auf den zuletzt verletzten Alexander Greinert bauen konnten, ein (8.).

 In der Folge hatte der Gastgeber mehr vom Spiel, ließ vor dem Tor aber die letzte Cleverness vermissen oder scheiterte bei mehreren guten Chancen an Doht. Auf der anderen Seite musste Eintracht-Keeper Ken Straße zunächst bei einer Doppelchance von Erkic und Dennis Blumhagen sein Können unter Beweis stellen (21.), ehe Daniel Cikaric nach Zuspiel von Erkic zum 2:0 traf (41.).

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Nach dem Seitenwechsel konnten die Gäste aus dem Osthavelland dann kaum noch für Entlastung sorgen. Der RSV erarbeitete sich Chancen im Minutentakt und kam durch den bis dato glücklosen Torjäger Julian Rauch zum mehr als verdienten 1:2-Anschlusstreffer (55.). In der Folge vergaben Rauch (56.), Alexander Lange (60.), Artur Kowalczyk (61.) und erneut Rauch (74.) hochkarätige Chancen.

Auf der anderen Seite entschied Schiedsrichter Max Mangold nach einem vermeintlichen Foul von Kowalczyk an Erkic nach der einzigen nennenswerten Offensivaktion der Gäste nach der Pause auf Elfmeter. Maurice Malak ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte in Minute 75 sicher zum 3:1.

Knieverletzung bei Jeffrey Kniestedt

Nachdem Erkic in der Folge wegen Nachtretens mit der Roten Karte vorzeitig zum Duschen geschickt wurde (80.), rannten die Gastgeber in Überzahl immer wieder an, trafen durch Marcus Stachnik noch die Latte (89.) und kamen in der vierten Minute der Nachspielzeit durch den eingewechselten Dennis Keller per Elfmeter noch zum 2:3-Anschlusstreffer. Danach war aber Schluss und der Viertelfinaleinzug der Kicker aus Brieselang perfekt. Die Freude über den Sieg wurde neben der Roten Karte für Erkic aber auch durch eine Knieverletzung von Jeffrey Kniestedt getrübt.

"Dem RSV kann man zu dieser Mannschaft und der Art und Weise wie sie Fußball spielen nur gratulieren", fand Patrick Schlüter im Anschluss an die Partie noch lobende Worte für den Kontrahenten. "Wir können mit unserer gezeigten Leistung nicht zufrieden sein, freuen uns aber trotzdem auf das Viertelfinale."

Sein Gegenüber Patrick Hinze konnte seiner Mannschaft bis auf die fehlende Kaltschnäuzigkeit im Abschluss keine Vorwürfe machen. "Ich habe den Jungs gesagt, dass ich stolz auf sie bin. Wir haben unser Spiel konsequent durchgezogen." Mit Blick auf den Elfmeter für Brieselang sagte er: "Damit entscheidet der Schiedsrichter die Partie. Bei so einem Spielverlauf darf ich solch einen Elfmeter nicht geben."

RSV Eintracht 1949: Straße - Möhl, Ring, Kowalczyk , Stachnik - Neubauer (82. Kausch), Schönfuß - Lange (65. Keller), Paul, Kruska (63. Buchholz) - Rauch.

Grün-Weiss Brieselang: Doht – Kniestedt (57. Czeponik), Blumhagen, Jordanov, Schimmack (81. Ide) – Schmidt, Greinert (69. Borchers) – Cikaric, Malak, Sato – Erkic.