29. November 2020 / 18:17 Uhr

Chaos-Rennen in Bahrain: Hamilton gewinnt Grand Prix nach Grosjeans Feuer-Unfall

Chaos-Rennen in Bahrain: Hamilton gewinnt Grand Prix nach Grosjeans Feuer-Unfall

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Lewis Hamilton hat den Großen Preis von Bahrain gewonnen, der vom Unfall von Romain Grosjean überschattet wurde.
Lewis Hamilton hat den Großen Preis von Bahrain gewonnen, der vom Unfall von Romain Grosjean überschattet wurde. © Getty Images/Montage
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Lewis Hamilton hat den Großen Preis von Bahrain gewonnen. Der Mercedes-Pilot setzte sich vor Max Verstappen und Alexander Albon durch. Überschattet wurde das Rennen von einem schweren Startunfall des französischen Piloten Romain Grosjean. Der Wagen Grosjeans ging nach dem Crash in Flammen auf. Der Fahrer verletzte sich wie durch ein Wunder nicht schwerer.

Unter dem Schock des Feuer-Unfalls von Romain Grosjean hat Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton im Wüsten-Chaos von Bahrain seinen Siegeszug fortgesetzt. Nach dem Horror-Crash des Haas-Piloten und einer mehr als 80-minütigen Unterbrechung nahm der Mercedes-Pilot mit seinem elften Erfolg des Jahres die Bestmarken von Michael Schumacher und Sebastian Vettel in Angriff. Die beiden Deutschen konnten jeweils 13 Mal in einer Saison gewinnen. Am Ende sorgte sich Hamilton aber nur um Grosjean: "Das war ein Riesen-Schock. Das ist einfach erschreckend zu sehen, wie das Auto auseinander gebrochen ist", sagte der Mercedes-Pilot nach dem Rennen. "Das hat uns alle daran erinnert, dass das wirklich ein gefährlicher Sport ist. Wir spielen mit dem Limit."

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Zwei Wochen nach seinem siebten Titelgewinn in der Türkei verwies Hamilton mit einer perfekten Reifen-Strategie in Sakhir Max Verstappen im Red Bull auf den zweiten Platz. Der Brite hat nun wie auch Vettel viermal in der Wüste gewonnen.

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Vettel erlebt nächstes Debakel mit Platz 13

Dritter bei dem Flutlicht-Chaos, das Grosjean ersten Untersuchungen zufolge weitgehend unbeschadet überstand, wurde Verstappens Teamkollege Alex Albon. Der Thailänder profitierte drei Runden vor Schluss von einem Motorschaden bei Sergio Perez im Racing Point.

Unter dem Safety Car wurde das chaotische Rennen daraufhin beendet. Vettel erlebte im Ferrari beim drittletzten Grand Prix des Jahres mit Position 13 ein Debakel.

Die Bilder waren schockierend. Schon nach wenigen hundert Metern kam es zu dem fürchterlichen Crash. Grosjean zog aus zunächst unbekannten Gründen mit seinem Haas nach rechts, touchierte dabei Daniil Kwjat von Alpha Tauri und schoss förmlich in die Leitplanke. Dann schossen Flammen aus dem Wrack. Wie ging es Grosjean? Wo war er? Der Franzose befreite sich aus seinem in zwei Teile gerissenen Wagen. Ein Streckenarzt half dem geschockten Piloten nach wenigen Sekunden, die aber in diesem unglaublichen Szenario wie eine Ewigkeit wirkten, über die Leitplanke. Grosjean saß kurz danach im Auto des Streckenarztes. Er musste gestützt werden, als er anschließend in einen Krankenwagen begleitet wurde.

Grosjean mit Verletzungen an Händen und Knöcheln

Rote Flaggen wurden geschwenkt, das drittletzte Saisonrennen schon nach zwei Runden unterbrochen. Dann Entwarnung vom Haas-Team. Grosjean zog sich nur „einige kleinere Verbrennungen an seinen Händen und Knöcheln“ zu. Sonst sei er aber okay. Sein Zustand war stabil, er konnte mit einem Helikopter ins Krankenhaus geflogen werden.


In der Garage klatschten Grosjeans Kollegen spontan Beifall, als er offensichtlich ohne größeren Schaden von den Ärzten behandelt wurde. Hamilton schüttelte ungläubig über den Horror-Unfall den Kopf.

„Alle Systeme, die wir entwickelt haben - der Halo, die Barrieren, die Gurte - haben so funktioniert, wie sie sollten“, urteilte der Fahrer des Medizinwagens Alan van der Merwe. „Mir wurde gesagt, er ist geschockt“, kommentierte Haas-Teamchef Günther Steiner im TV-Sender Sky die beklemmenden Szenen. „Das war Glück im Unglück, muss man sagen.“ In der Zwischenzeit wurde die Unfallstelle sichergestellt und die Leitplanke repariert. Ein Kran transportierte das entzweite Wrack ab.

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Auch Stroll mit Horror-Unfall

Nach einer XXL-Unterbrechung wurde der Grand Prix mit einem stehenden Start fortgesetzt. An der Spitze blieb Hamilton, der sich tags zuvor seine 98. Karriere-Pole gesichert hatte.

Ein Überschlag von Racing-Point-Fahrer Lance Stroll nach einer Berührung mit Kwjat sorgte aber für die nächste Unterbrechung. Der Kanadier konnte mit Hilfe eines Streckenpostens aus seinem Auto kriechen. Das Safety Car kam in der dritten Runde auf den Asphalt, der pinke Rennwagen wurde mit einem Kran geborgen. Der Russe Kwjat bekam eine Zehn-Sekunden-Strafe aufgebrummt.

Nach fünf Runden durfte wieder frei gefahren werden - Vettel lag zu diesem Zeitpunkt nur auf dem 15. Platz. „Der Wagen ist unfahrbar“, klagte der Ferrari-Pilot, drehte sich prompt und fiel ans Ende des Feldes zurück. Frust pur beim Deutschen, der zwei Wochen nach seinem dritten Platz in Istanbul seinen Aufwärtstrend fortsetzen wollte.

„Wir haben nichts zu verlieren, lasst uns Vollgas geben“, forderte Verstappen über Funk. Der Niederländer tat auch, was er konnte und holte sich mit frischen Reifen in der Schlussphase sogar die schnellste Rennrunde. Am erneut weltmeisterlich souveränen Hamilton kam er dennoch nicht mehr vorbei.