19. Mai 2020 / 10:32 Uhr

Chaos um den Aufstieg in die Dritte Liga

Chaos um den Aufstieg in die Dritte Liga

Jan-Philipp Wottge
Kieler Nachrichten
Szene aus der abgelaufenen Saison: Die Spieler des VfB Lübeck feiern einen Treffer gegen Holstein Kiel II. Insgesamt traf der Spitzenreiter der Fußball-Regionalliga-Nord 64-Mal ins gegnerische Gehäuse.
Szene aus der abgelaufenen Saison: Die Spieler des VfB Lübeck feiern einen Treffer gegen Holstein Kiel II. Insgesamt traf der Spitzenreiter der Fußball-Regionalliga-Nord 64-Mal ins gegnerische Gehäuse. © Jan-Phillip Wottge
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Das macht der VfB Lübeck nicht mit! In der Regionalliga Nord droht in der Aufstiegsfrage nachhaltig Zoff. Spitzenreiter VfB lehnt Relegationsspiele um den Drittligaaufstieg gegen den Tabellenzweiten, VfL Wolfsburg II, vehement ab und verabschiedete seine Profis in den Sommerurlaub. Die Hansestädter ließen verlauten, dass sie vielmehr die personellen Planungen und infrastrukturellen Maßnahmen rund ums Stadion für eine Zukunft in der dritten Liga konsequent vorantreiben werden.

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Was war passiert? In einer Videokonferenz votierten letzte Woche die Vertreter der 18 Nord-Regionalligisten mit 8:6 Stimmen (vier Enthaltungen) für eine Relegationsrunde mit Hin- und Rückspiel bei einem Abbruch der Saison 2019/2020, anstatt für die Quotientenregel, nach der die Lübecker direkt aufsteigen würden. Über das entstandene Meinungsbild der Protagonisten will der Norddeutsche Fußballverband (NFV) Ende Juni auf einem Außerordentlichen Verbandstag entscheiden.

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In Lübeck sorgt das Vorgehen für Kopfschütteln. Der VfB reklamiert via Vereinshomepage das Aufstiegsrecht für sich: „Nach allen denkbaren objektiven und rechtlich vertretbaren Wertungskriterien kann der Aufsteiger nur VfB Lübeck heißen.“ Dabei verweisen die Grün-Weißen auf Fakten: Der VfB stand zum Ende der Hinrunde wie auch zum Zeitpunkt eines möglichen Saisonabbruchs vor den Wölfen im Regionalliga-Ranking. Beide direkten Duelle (1:2, 2:1) wurden bereits ausgetragen. Die Quintessenz aus VfB-Sicht: „Aufstiegsspiele sind keine Option. Sie sind auch vom NFV nicht vorgeschlagen und der VfB Lübeck würde Aufstiegsspielen nicht zustimmen.“ Gegenüber dem Sportbuzzer legte VfB-Vorstandssprecher Thomas Schikorra nach: „Das Ding ist absolut wasserdicht, es wird keine Relegation mit Wolfsburg geben. Der NFV wird einen Saisonabbruch beschließen, wir werden aufsteigen.“

Unklarheit auch in den anderen Staffeln

Das Chaos komplett machen die anderen Regionalligen. In Bayern soll die Liga im September fortgesetzt werden – ohne den Ersten Türkgücü München, der vorzeitig aufsteigen soll. Im Westen herrscht zwar Einigkeit über einen Abbruch, doch ob anstatt Spitzenreiter SV Rödinghausen (hat nicht für die Dritte Liga gemeldet) der Zweite SC Verl in die Relegation gegen den Nordost-Vertreter Lok Leipzig (liegt nach Quotientenregelung vorne) geht, ist so ungewiss wie das Szenario im Südwesten, wo eine Entscheidung ebenso aussteht.