01. März 2018 / 10:18 Uhr

Charakterfrage bei Eintracht Braunschweig: Zeit für einen Umbruch?

Charakterfrage bei Eintracht Braunschweig: Zeit für einen Umbruch?

Alex Leppert
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Die Eintracht vor richtungsweisenden Zeiten. Acht Verträge neigen sich dem Ende zu. Was wird aus Torsten Lieberknecht?
Die Eintracht vor richtungsweisenden Zeiten. Acht Verträge neigen sich dem Ende zu. Was wird aus Torsten Lieberknecht? © dpa, imago/Hübner/Schroedter/Sportfoto Rudel
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Bitter, die Pleite gegen Fürth. "Lethargisch", sagt Torsten Lieberknecht über die erste Halbzeit. Vereinsintern rumort es. Die Saison ist zum Vergessen, welche Hebel werden in der kommenden Spielzeit umgelegt? Acht Verträge bei Eintracht Braunschweig laufen aus. 

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Selten war eine Niederlage so ernüchternd. Das 1:2 bei der SpVgg Greuther Fürth hat die Stimmung bei den Fans von Fußball-Zweitligist Eintracht Braunschweig auf den Nullpunkt sinken lassen. Auch der Verein schien wie versteinert zu sein.

Stille in Braunschweig

Ganze drei Tage lang gab's keinerlei Neuigkeiten von den Profis auf der eigenen Homepage, bei Eintracht-TV, auf Facebook oder Twitter. Einzige Ausnahme: ein Foto von Suleiman Abdullahi beim Training. Der nigerianische Stürmer war zuletzt mit Knieproblemen ausgefallen.

„So, wie er in den letzten Wochen gespielt hat, hat man gesehen, dass wir ihn und seine Dynamik gebraucht haben“, sagte Trainer Torsten Lieberknecht nach dem Fürth-Spiel. In der Partie am Sonntag (13.30 Uhr) gegen Jahn Regensburg ist der Angreifer möglicherweise wieder dabei.

Das sind die Bilder zum Spiel Greuther Fürth gegen Eintracht Braunschweig:

Quirin Moll (links) köpft den Ball vor Julian Green. Zur Galerie
Quirin Moll (links) köpft den Ball vor Julian Green. ©
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"Die wollen immer!"

Doch es lag nicht nur an Abdullahis Fehlen, dass in Fürth fast gar nichts zusammenlief. „Die ersten Halbzeit wurde von uns etwas lethargisch geführt“, meinte Lieberknecht, der sich über die Niederlage „maßlos“ ärgerte. Präsident Sebastian Ebel sprach unter der Woche sogar von einer „Charakterfrage“ und äußerte Zweifel an der Einstellung der Mannschaft. Auf die hatte Lieberknecht vor dem Fürth-Spiel noch nichts kommen lassen: „Die wollen immer!“, hatte er betont.

Ultras-Protest, 50+1-Diskussion, Lieberknechts „Endspiel“, die nicht publik gemachte Vertragsverlängerung mit Geschäftsführer Soeren Oliver Voigt aus dem Vorjahr – und nun die Einstellung der Mannschaft, in der nicht jeder den Ernst der Lage verstanden zu haben scheint. Dass Ebel, den es wahrlich nicht in die Öffentlichkeit drängt, in dieser Saison schon so oft kleine und große Brände löschen musste, ist ein weiteres Zeichen dafür, dass bei der Eintracht vieles nicht rundläuft.

Die Spieler von Eintracht Braunschweig gegen Greuther Fürth in der Einzelkritik:

Jasmin Fejzic: Beim ersten Gegentor machtlos, beim zweiten eher unglücklich, ansonsten selten geprüft. Note: 4. Zur Galerie
Jasmin Fejzic: Beim ersten Gegentor machtlos, beim zweiten eher unglücklich, ansonsten selten geprüft. Note: 4. ©

Arnold lobt Engelhardts Spirit

Am Mittwoch gab es dann doch mal wieder Neuigkeiten von den Blau-Gelben: Ersatztorwart Marcel Engelhardt hat seinen auslaufenden Vertrag bis 2021 verlängert. „Ich sehe in den nächsten Jahren eine gute Perspektive für mich. Natürlich ist es auch mein Ziel, selbst regelmäßig zwischen den Pfosten zu stehen“, sagt der 24-Jährige, der in dieser Saison sein bisher einziges Zweitliga-Spiel bestritt. „Marcel hat den Sprung in den Profibereich bei uns geschafft. Er zeigt immer eine top Einstellung, hält den Druck im Training hoch. Wir haben großes Vertrauen in ihn“, betont der Sportlicher Leiter Marc Arnold.

Somit laufen noch sieben Verträge aus (Kumbela, Khelifi, Hochscheidt, Zuck, Schönfeld, Sauer, Dacaj). Nicht mitgezählt der von Joe Baffo, der ein erstes Angebot der Eintracht abgelehnt hat. Nach Auftritten wie dem in Fürth könnte man dies aber auch als Chance sehen, den Kader rundzuerneuern. Dann nämlich, wenn sich die Charakterfrage weiter stellen sollte.

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