05. März 2020 / 15:15 Uhr

Chemie Böhlen möchte gegen den SV Naunhof aus bisherigen Fehlern lernen

Chemie Böhlen möchte gegen den SV Naunhof aus bisherigen Fehlern lernen

Heiko Henschel
Leipziger Volkszeitung
Symbolbild
Roßwein rechnet beim Spiel gegen Alemannia Geithain mit schwierigen Bodenverhältnissen. © Christian Modla
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Kreisoberliga: Deutzen wäre mit einem abermals engen Ding einverstanden, Roßwein hofft auf Wiedergutmachung der 0:5 Klatsche im Hinspiel.

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Muldental. Der vergangene Spieltag dürfte einer der spannendsten in der Geschichte der hiesigen Kreisoberliga der Männer gewesen sein. Und könnte in puncto Dramatik am zurück liegenden Wochenende sogar in ganz Fußball-Deutschland seinesgleichen gesucht haben. In vier der sieben Begegnungen veränderte sich die Punkteverteilung durch Treffer in der Nachspielzeit. Mittlerweile ist der Puls wieder auf Normalniveau gesunken, doch erneute Ausschläge nach oben sind auch in Runde 18 nicht ausgeschlossen.

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Regis-Breitingen muss auf Stefan Gentsch und Jimmy Lange verzichten

So vielleicht beim Lokalderby zwischen dem SV Blau-Weiß Deutzen (11.) und dem SV Regis-Breitingen (14.). Das ewig junge Nachbarschafts-Duell in der Glück-Auf-Sportstätte verspricht angenehme Unterhaltung und einen knappen Ausgang wie beim 1:1 in der Hinrunde. Überhaupt gab es in keinem der letzten acht Aufeinandertreffen ein Ergebnis mit mehr als einem Tor Differenz. Blau-Weiß-Coach Rolf Tröger - der trotz aller Erfahrung beim glücklich endenden 2:1-Krimi bei Partheland beinahe Herztropfen benötigt hätte - wäre mit einem abermals engen Ding durchaus einverstanden, so lange seine Mannschaft die Nasenspitze vorn hat: „Gewusst wann und wie. Aber Spaß beiseite, das war vorige Woche ein typisches 0:0-Spiel. Wir haben glücklich gewonnen, da fragt hinterher allerdings keiner danach. Gegen Regis-Breitingen gilt es diesen wichtigen Dreier zu veredeln. Mit Stefan Gentsch und Jimmy Lange fallen zwei Stammkräfte wegen Verletzungen einige Zeit aus, doch Jammern hilft nicht. Da müssen es andere richten.“

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Ein eigentlich später, im Vergleich zu einigen anderen Partien aber im Grunde genommen zeitiger Treffer hat die Regiser beim insgesamt gesehen gerechten 1:1 gegen Naunhof in der Schlussphase um den Sieg gebracht. Auf einen solchen wartet der SVR nunmehr seit sechs Spielen. Dass diese Serie nicht zur Endlosschleife werden darf, ist Spielertrainer Sven Streitberg vollauf bewusst: „Wir wollen in Deutzen erst den Schwung und dann etwas Zählbares mitnehmen. Ich muss niemanden extra motivieren, dort will keiner verlieren. Wobei es gegen die Blau-Weißen bei allem Kampf immer freundschaftlich fair zuging. Martin Grunert fehlt wegen eines Bänderrisses, hinsichtlich des Einsatzes von Sören Paul nach seiner Zahn-OP besteht Hoffnung.“

Gruhne macht sich auf einen heißen Tanz gefasst

Dass man eine Begegnung mit 3:3 gewinnen kann, diesen Nachweis hat Spitzenreiter Bornaer SV im Gipfeltreffen gegen Roßwein erbracht. Denn beim Stand von 1:3 dachte sich manch Zuschauer beim Blick auf die Uhr: „Die Sache ist gelaufen, der Schiri pfeift ja eh gleich ab“. Doch als er es dann tat, war nichts mehr wie vorher. Andererseits hätte BSV-Coach Marco Gruhne auf das komplette Programm an Aufregung gern verzichtet: „Doch am Ende kackt die Ente. Wobei wir spielerisch ohnehin eine Klasse besser waren. Allerdings hat Roßwein bei Standards eine brutale Qualität und macht aus wenig viel.“ Nun fahren die in fremden Gefilden bisher ungeschlagenen Schwarz-Gelben zum SV Ostrau (3.), gegen den es im Hinspiel eine böse 0:5-Klatsche setzte. Womit sich ein Trend bestätigte, weil es zwischen den Konkurrenten noch nie ein Unentschieden und stets ein zu Null gab. Die Jahnataler - welche beim 1:1 in Burkartshain in der 95. Minute den Vorsprung durch ein Tor des gegnerischen Keepers einbüßten - stellen die Betonabwehr der Staffel und Gruhne macht sich vor der Reise an die Kirchstraße auf einen heißen Tanz gefasst: „Die haben eine richtig abgezockte Truppe, doch wir haben etwas gutzumachen. Personell ist bei uns aktuell so weit alles in Ordnung, nur Oliver Aurig wird wegen Krankheit nicht dabei sein. Und Majd Almoussa ist mittlerweile reumütig zurück gekehrt.“

Zum Zuschauen verurteilt war der BSV Einheit Frohburg (4.) wegen des Ausfalls des Matches in Leisnig. Einheits Co-Trainer Mirko Deißner passte die Absage gar nicht in den Kram: „Wir wären gern im Rhythmus geblieben, aber es ist nicht zu ändern. Umso mehr gilt die Konzentration der nächsten Aufgabe.“ Zu Gast im Werner-Seelenbinder-Stadion ist der Döbelner SC (10.), dem die Rennstädter beim Premieren-Treffen im Spätsommer eine schmerzliche 6:0-Schlappe zufügten. Doch seitdem ist viel Wasser durch Mulde und Wyhra geflossen, der Landesklasse-Absteiger hat sich längst gefangen und keine der jüngsten fünf Begegnungen verloren. In Klinga-Ammelshain riss er vor Wochenfrist in letzter Sekunde ein 4:4 aus dem Feuer Auch Deißner hat gesunden Respekt vor dem DSC: „Die junge Truppe hat sich enorm entwickelt, das wird eine ganz schwierige Kiste. Das wird nicht im Vorbeigehen zu erledigen sein.“ Allerdings kann der BSV laut aktuellem Stand fast volle Kapelle vermelden. Lediglich Domenik Kuhnitzsch fällt definitiv aus, ihm wurden nach einer früheren Schulter-OP die Metall-Platten entfernt.

Von Beginn an Paroli bieten

Ohne sie letztlich zu berühren übersprang der FSV Alemannia Geithain (7.) die Latte beim 4:2 gegen Tresenwald Machern. Dass der kommende Gegner ein anderes Kaliber darstellt, steht allerdings fest wie das Amen in der Kirche. Hausherr Roßweiner (2.) gewann im Frühherbst das erste Duell mit 3:1 und damit nunmehr sieben Partien hintereinander gegen die Alemannen. Zudem ist der RSV die Torfabrik der Liga und seit acht Spielen unbesiegt. Die Geithainer haben jedoch nur eines weniger vorzuweisen und möchten jetzt im Stadion an der Haßlauer Straße auch das achte folgen lassen. FSV-Coach Marco Seifert orakelt, wie es zu schaffen sein könnte: „Zum Beispiel mit kaum zu verteidigenden Bilderbuchtoren wie gegen keineswegs schlechte Tresenwalder. Aber das klappt halt nicht immer so perfekt. In Roßwein geht es darum, bei sicher komplizierten Bodenverhältnissen von Beginn an Paroli zu bieten. Im Kader wird es wohl eine mächtige Rotation geben. Wegen Urlaub, Arbeit und Verletzung könnten unter Umständen sieben bis acht Leute wegfallen. Da benötige ich Würfelspiel und Telefon, für zwei oder drei Wechselspieler wird es hoffentlich dennoch irgendwie reichen.“

Drei Schritte vor und dann vier zurück. Die fehlende Konstanz seines SV Chemie Böhlen (8.) treibt Spielertrainer Toni Röder nach dem ernüchternden 0:3 gegen Großsteinberg förmlich in den Wahnsinn: „Dabei machen wir in der Vorbereitung nichts anders und die gleiche Sportart bleibt es auch. Aber ich will nicht alles schlecht reden, es muss schließlich weiter gehen und aus den Fehlern gelernt werden.“ Beim seit sechs Begegnungen ungeschlagenen SV Naunhof (9.) gilt es für die Pleißestädter, an den 4:1-Erfolg aus der Hinrunde anzuknüpfen. Die oftmals präsentierten Löcher in der Abwehr wie bei einem Schweizer Käse wären in der „Clade“ allerdings absolut kontraproduktiv. Röder baut auf eine positive Reaktion seines Teams: „Ich erwarte von jedem, dass er Gas gibt und für die Mannschaft arbeitet. Nun wird sich zeigen, wer sein Ego hinten anstellen kann und Charakter zeigt.“

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Der Anstoß erfolgt auf allen Plätzen am Samstag um 15 Uhr. Zur selben Zeit starten die Muldentaler Duelle zwischen dem TSV Burkartshain (12.) und dem SV Klinga-Ammelshain (5./Hinspiel 6:0) sowie dem SV Tresenwald Machern (15.) und Schlusslicht SC Partheland (16./Hinspiel 1:1). Am Sonntag kreuzen zeitgleich der TSV Großsteinberg (6.) und der VfB Leisnig (13./Hinspiel 4:1) die Klingen.