12. Dezember 2019 / 16:10 Uhr

Chemie Leipzig gegen die beste Abwehr der Liga

Chemie Leipzig gegen die beste Abwehr der Liga

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
Für Tommy Kind und Co. geht es am Freitag in Berlin gegen die beste Abwehr der Liga.
Für Tommy Kind und Co. geht es am Freitag in Berlin gegen die beste Abwehr der Liga. © Christian Modla
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Gegen Viktoria Berlin steigt das letzte Spiel des Jahres. Und da müssen die Chemiker gegen die beste Abwehr der Regionalliga Nordost ran.

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Am Freitag tritt Chemie zum letzten Spiel des Jahres 2019 bei Viktoria Berlin an (19 Uhr) – und möchte am liebsten etwas mitnehmen. „Das wäre der schöne Abschluss eines tollen Jahres“, sagt Vereinsvorsitzender Frank Kühne. Wenn es nach der Tabelle geht, fallen nicht viele Tore, denn beide Vereine haben erst 18 Treffer erzielt.

Aber auch die Abwehrreihen können glänzen, denn Viktoria hat mit lediglich 14 Gegentoren die beste Abwehr der gesamten Liga. Und Chemie hat – wie auch Lokalrivale Lok und der SV Lichtenberg – zwanzig Gegentreffer zugelassen und damit die zweitbeste Defensive der Regionalliga. Allerdings haben die Berliner bei einem Spiel mehr auch vier Punkte mehr auf dem Konto. Kein Wunder also, dass das Hinspiel 0:0 endete. Trotzdem sind die Berliner für Trainer Miro Jagatic der Favorit: „Wenn man sich deren Kader anschaut, das ist der Wahnsinn. Spielerisch sehe ich sie unter den drei stärksten Teams, nur beim Abschluss haben sie Probleme. Ich hoffe, das bleibt so!“ Tatsächlich dürfen sich die Leutzscher schon etwas ausrechnen, denn Viktoria siegte erst ganze zweimal zu Hause und erzielte dabei sechs Treffer. Chemie gewann aber auch erst einmal in der Fremde.

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Es sieht also schon sehr ausgeglichen aus. Der Chemie-Coach hofft, dass der vom Trainerteam entworfene Fahrplan aufgeht. Beobachtet wurde der Gegner ausreichend oft: „Ich sehe viele Spiele, in Berlin und auf anderen Plätzen. Da sieht man vieles“. Die eigenen Probleme müssen dabei ausgeblendet werden. Mit Tomas Petracek fehlt der bewegliche Angreifer, Alex Bury hat die fast chronischen Probleme längst nicht überwunden und wird individuell vorbereitet. Hinzu kam unter der Woche ein Schockmoment im Training, als Daniel Heinze und Sebastian Berg mit den Köpfen zusammen rauschten und beide benommen liegen blieben. „Blut war überall, beide wurden behandelt und geklebt“, berichtet Jagatic. Bleibt abzuwarten, ob es für Freita reicht, ein dickes blaues Auge wird auf jeden Fall vom Unfall künden.

Dass Chemie ein Flutlichtspiel an einem Freitag bestreitet, sei zwar eine schöne Sache, doch der Trainer sieht die Ansetzung eher kritisch: „Wir sind Amateure, das weiß doch nun Jeder. Die Spieler müssen wieder sehen, ob sie frei kriegen oder eher gehen können, und dann freitags mit dem Bus nach Berlin, das ist auch nicht ohne“. Dass sich Spieler zum Treffpunkt verspäten, weilja auch in Leipzig dicker Verkehr herrscht, sei in Kauf zu nehmen: „Dann muss der Bus halt warten“. Eine optimale Vorbereitung sei das nicht, kritisiert Jagatic. Statt die Amateure zu schützen, werde die Kluft so noch größer gemacht. Doch er gibt sich kämpferisch: „Letztlich ist es jetzt so, wir werden das natürlich annehmen und das Beste draus machen!“ Jens Fuge