24. September 2021 / 18:38 Uhr

Chemie Leipzig gegen Jena nicht chancenlos: „Wir können überall bestehen“

Chemie Leipzig gegen Jena nicht chancenlos: „Wir können überall bestehen“

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
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Chemie Leipzigs Benny Schmidt (vorn) geht zuversichtlich in die Partie gegen Jena. Vielleicht ist er auch wieder selbst erfolgreich, wie hier gegen Tasmania Berlin. © Christian Donner
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Chemie Leipzig ist seit vier Ligaspielen sieglos. Am Samstagnachmittag wartet mit dem FC Carl Zeiss Jena schon der nächste schwere Brocken auf die Leutzscher. Routinier Benny Schmidt ist davon überzeugt, dass an den Kernbergen auch ein Sieg möglich ist. 

Leipzig. Chemie Leipzig reist an die Kernberge und trifft am Sonnabend, 14:05 Uhr, auf den FC Carl Zeiss Jena. Ganz chancenlos fühlen sich die Leutzscher nicht. „Warum auch? Wir können überall bestehen“, sagt Routinier Benny Schmidt.

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Rathenow aufgearbeitet, Jena vor der Brust – zwischen dem gefühlten Underdog und einem der Top-Favoriten der Liga liegen nur sechs Tage. Im Gegensatz zum 1:1-Unentschieden gegen die selbstbewusst-offensiven Rathenower wird es beim Auswärtsspiel auf der Baustelle Ernst-Abbé-Sportfeld niemanden überraschen, wenn die Abwehr um die Routiniers wie Benny Schmidt Schwerstarbeit verrichten muss.

Der 31-Jährige, der am letzten Spieltag erstmals in dieser Saison in der Startelf stand und seit 2014 wieder für die BSG Chemie spielt, sieht seine Mannschaft keineswegs als reinen Außenseiter. „Ich habe ein gutes Gefühl, dass auch dort etwas geht“, meint er voller Selbstvertrauen und mit Blick auf die meist guten Leistungen der Chemiker auf fremden Plätzen. Sogar bei Tabellenführer BFC stand man zuletzt kurz vor einem Punktgewinn, konnte aber zwei gute Möglichkeiten in der Schlussphase nicht nutzen. „Vielleicht fehlt uns etwas die Konstanz“, meint er mit Blick auf die eher maue Heimbilanz, ganz untypisch für eine Leutzscher Mannschaft, die sonst eher im heimischen Kunze-Sportpark festungsähnliche Zustände erzeugt und dort nur schwer zu bezwingen ist.

Kraftaufwendige Spiel fordert Tribut

Die praktizierte Spielweise, schnell das Mittelfeld zu überbrücken und die schnellen Spitzen einzusetzen, greift auswärts meist besser. Die Heimmannschaften müssen in der Regel das Spiel machen, was Chemie entgegenkommt und die Kontersituationen ermöglicht. Dass entscheidende Spieler fehlen, müssen die Leutzscher verkraften. Zumindest auf die Rückkehr des eigentlich unverzichtbaren Stephané Mvibudulu wird gehofft, auch wenn der sich zurecht nicht drängen lässt mit einer Prognose. „Mir geht es schon viel besser, aber man muss vorsichtig sein“, sagt der beste Stürmer der BSG, der bisher in fünf Spielen 411 Minuten lang zum Einsatz kam und drei Tore erzielte (Im Vergleich: Denis Jäpel 11 Spiele, 693 Minuten, ebenfalls drei Tore).

Auf eine Leistungsexplosion der schnellen Offensivkräfte Timo Mauer und Denis Jäpel wird ebenso gehofft wie auf mehr Konstanz in den Leistungen von Anton Kanther. Zuletzt rotierten vor allem letztere in die Elf und wieder hinaus, Kanther kam zuletzt von der Bank für Mauer und bereitete den Ausgleich durch Florian Brügmann vor, der ebenfalls eingewechselt wurde. Eigentlich verwunderlich beim Routinier, der als Königstransfer gilt und in jedem Spiel ausgewechselt wurde bislang.

Das kraftaufwendige Spiel der Chemiker fordert seinen Tribut. Ein Erfolgserlebnis wünscht man auch Flo Kirstein, der ganz vorn allein auf weiter Flur einen steten Abnutzungskampf führt und zuletzt keine nennenswerten Szenen hatte. Vielleicht platzt ja ausgerechnet an den Kernbergen der Knoten und Benny Schmidt behält recht.