01. Februar 2020 / 14:10 Uhr

Chemie Leipzig-Kapitän Karau: "Manchmal könnte ich noch 100 Jahre weiterspielen"

Chemie Leipzig-Kapitän Karau: "Manchmal könnte ich noch 100 Jahre weiterspielen"

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
Leitwolf und Kapitän - Stefan Karau bei der Teamvorstellung.
Leitwolf und Kapitän - Stefan Karau bei der Teamvorstellung. © Christian Modla
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Leitwolf Stefan Karau ist bei den Grün-Weißen seit Jahren nicht wegzudenken, dennoch rückt das Karriereende immer näher. Im SPORTBUZZER-Interview spricht er über die verbleibende Zeit bei Chemie, den Klassenerhalt und die Lage der Liga.

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Leipzig. Immer vorn dran, schonungslos gegen sich und den Gegenspieler, grün-weißes Blut in den Adern: Das ist Stefan Karau. Der Kapitän der BSG ist ein Vorbild an Einsatz und Kampfgeist. Der gebürtige Torgauer zeigt kompromisslos die Chemie-Tugenden und ist damit sprichwörtlich die „menschgewordene Eiche aus dem Leutzscher Holz“. Der 33-Jährige über Erfurter Verschwendung, drohende Tritte, das Ziel Klassenerhalt und ein mögliches Karriere-Ende.

Erfurt ist ganz raus, Nordhausen steht nach Abzug von neun Punkten Strafe und drei Punkten vom Sieg gegen Erfurt sogar hinter Chemie – ist das die verrückteste Saison überhaupt, welche Sie erleben?

Normal ist das jedenfalls nicht. Ich finde das schade, jetzt müssen sie eben gerade stehen für die Verschwendung, die sie betrieben haben. Die Punktabzüge verzerren die Tabelle, aber da müssen jetzt alle durch.

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Schon als Kind war Stefan Karau bei den Grün-Weißen, damals FC Sachsen Leipzig. Zur Galerie
Schon als Kind war Stefan Karau bei den Grün-Weißen, damals FC Sachsen Leipzig. ©
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In punkto Klassenerhalt müsste die Situation Chemie doch aber eher entgegen kommen…

Weiß ich nicht, glaube ich nicht. Man weiß ja nicht, wer alles runter kommt, die Ostvereine der 3. Liga sind längst nicht alle im ruhigen Fahrwasser. Da ist man ganz sicher gut beraten, wenn man schön straff und konzentriert bleibt.

Besteht da nicht die Gefahr, dass man als Spieler vielleicht etwas zurücksteckt, es lockerer angehen lässt?

Ich persönlich ziehe ganz sicher nicht zurück, das kommt niemals in Frage. Wir älteren Spieler passen da schon auf, ob wir jemanden in den Allerwertesten treten müssen, aber ich glaube, das müssen wir gar nicht. Das geht auch gar nicht bei diesem Publikum, das wir haben. Das verzeiht alles, nur keine Halbherzigkeiten.

Fühlt man sich da nicht als Verein bestätigt, dass man zwar kleinere Brötchen backen muss, dafür aber finanziell in ruhigem Fahrwasser ist?

Chemie hat sicher vieles richtig gemacht, sich peu a peu nach oben gearbeitet, wenngleich man finanziell sicher – wie kein Verein - nicht auf Rosen gebettet ist. Das ist ein täglicher harter Kampf.

Gegen den BFC kamt ihr schwer ins neue Jahr, jetzt geht’s nach Babelsberg. Zehn Punkte Vorsprung machen euch zum Favoriten, oder?

Auswärts tun wir uns immer ein bisschen schwer. Die Teams sind fast alle auf Augenhöhe, da kann man sich von den Punkten nicht leiten lassen. Du kannst gegen alle gewinnen, aber auch gegen alle verlieren. Ich denke, wir werden wieder kompakt stehen und dürfen den Beginn nicht wieder verschlafen. Dann ist alles drin. Aber ich werde auch mit einem Punkt nicht hadern, wenn es denn so kommt.

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Wie ist der Ausblick auf die restliche Saison? Klappt's mit dem Klassenerhalt?

Wenn wir nochmal so eine Serie spielen wie in der ersten Halbserie, sollten wir es packen. 40 Punkte müssten ausreichend sein. Aber jetzt werden die Spiele immer enger, jeder wird kratzen und beißen, es wird härter zur Sache gehen. Da musst du mithalten, sonst gibt’s auf die Mütze.

In wenigen Tagen feiern Sie ihren 34. Geburtstag. Wie lange sieht man Sie noch auf dem Platz bei Chemie?

Das wüsste ich selber gerne. Vertrag habe ich bis Sommer, sicher muss man sich mal zusammensetzen. Aber ich muss das auch mit meiner Familie klären und besprechen. Wenn der Körper weiter mitmacht, warum nicht? Aber es gibt solche und solche Momente. Es gibt Tage, da sage ich mir, warum tust du dir das eigentlich an? Und manchmal könnte ich noch 100 Jahre weiterspielen.

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