20. Oktober 2021 / 16:03 Uhr

Chemie Leipzig möchte mit Dennis Mast das Team der Zukunft bauen

Chemie Leipzig möchte mit Dennis Mast das Team der Zukunft bauen

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
Dennis Mast (l.) bei seinem ersten Kurzeinsatz für Chemie am Sonntag bei Tennis Borussia Berlin.
Dennis Mast (l.) bei seinem ersten Kurzeinsatz für Chemie am Sonntag bei Tennis Borussia Berlin. © Christian Donner
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Die Leipziger haben mit Dennis Mast einen erfahrenen Mittelfeldspieler verpflichtet. Zuvor hatte der 29-Jährige nach einen Mittelfußbruch keinen Vertrag mehr beim Halleschen FC erhalten. Bei der BSG möchte der gebürtige Rathenower noch einiges erreichen.

Leipzig. Allgemeines Erstaunen hat die neueste Verpflichtung der BSG Chemie hervorgerufen: Mit Dennis Mast konnte der Regionalligist einen äußerst erfahrenen Mittelfeldspieler verpflichten. Zuletzt hatte Mast beim Halleschen FC gespielt, durch einen Mittelfußbruch platzte ein neuer Vertrag und somit war der 29-Jährige zuletzt vereinslos.

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„Dieser Wechsel ist für uns ein ganz wichtiger“, sagt Chemies Sportchef Andy Müller-Papra, der für die kommende Saison den weiteren Kader-Umbau im Auge hat, da viele ältere Spieler im Kader sind, die nicht mehr ewig spielen werden. „Da wollen wir Erfahrung reinbringen, deshalb haben wir Dennis auch langfristig verpflichtet. Wie immer galt aber auch hier, dass wir nicht mehr Geld ausgeben, als wir auch einnehmen“. Bis 2024 gilt das Arbeitspapier, das die BSG Chemie dem erfahrenen Profi vorgelegt hat. Damit stößt man durchaus in neue Dimensionen vor, denn bislang wurden meist Einjahresverträge unterzeichnet, maximal selten ein Zweijahreskontrakt unterschrieben. „Wir müssen perspektivisch denken!“, meint Müller-Papra mit Blick auf einen weiteren Qualitätssprung im Kader der Grün-Weißen.

In den Planspielen nimmt Mast eine wichtige Position ein. Mit der Erfahrung von 22 Zweit-, 179 Dritt- und 39 Viertligaspielen und 28 erzielten Treffern ist er neben Florian Brügmann (30) und Benny Boltze (35) der erfahrenste Spieler im Alfred-Kunze-Sportpark. „Ich möchte schon einiges erreichen bei Chemie“, sagt der Schwarzschopf, der in Halle wohnt und erst mit dem neuen Tagesrhythmus klarkommen muss. Denn bei Chemie wird abends trainiert und nicht tagsüber wie bei seinen bisherigen Stationen Halle, Karlsruhe, Würzburg, Chemnitz und Bielefeld. Zudem die achtwöchige Pause nach dem Mittelfußbruch - ungewohnt für einen, der nach eigener Aussage in seiner gesamten Karriere noch nie ernsthaft verletzt und nie länger als zwei, drei Tage aus dem Training raus war. „Das hat mich erst mal rausgeworfen“, gibt er zu, „man hat relativ viel Zeit, nachzudenken, aber ich habe auch schnell wieder nach vorne geschaut“.

Entwicklung mitmachen

Der Weg zu Chemie fand sich über seinen Berater, zumal Mast sich der Regionalliga gegenüber nicht prinzipiell verschloss. „Chemie signalisierte großes Interesse, konnte sich von Beginn an eine langfristige Zusammenarbeit vorstellen. Privat passt das perfekt, weil wir in Halle bleiben und unser Kind nicht aus der gewohnten Umgebung reißen wollten, und ich möchte das Projekt gern langfristig begleiten und die Entwicklung hier mitmachen“, so Mast. Die Chemie zwischen Miro Jagatic, Andy Müller-Papra und ihm stimmte sofort, berichtet der gebürtige Rathenower, der im Nachwuchs von Chemie Premnitz, Energie Cottbus und Halle groß wurde. Über die Leutzscher weiß er bisher gar nicht so viel, zumal er noch nie im AKS spielte: „Ich freue mich aber tierisch drauf, das mal selbst zu erleben. Schon die Unterstützung bei TeBe war ja gigantisch“. Dass er zum Einstand die Vereinschronik „Leutzscher Legende“ als Geschenk erhielt, macht es ihm aber sicher leichter.

Dennis Mast nahm in Berlin zunächst auf der Chemie-Bank Platz.
Dennis Mast nahm in Berlin zunächst auf der Chemie-Bank Platz. © Christian Donner

Da der bekennende Veganer und Koch („bei uns zu Hause koche ich“) nun durch das erst abends stattfindende Training mehr Zeit hat, orientiert er sich schon mal leicht in Richtung Karriereende: „Ich nutze den Vormittag für mein zweites Standbein. Ich absolviere eine duale Ausbildung im Finanzdienstleistungsbereich, weil ich oft erlebt habe, dass viele Jungs sich nicht so die Platte machen, was nach dem Fußball kommt. Da kann man durchaus helfen, finde ich“.

Zunächst aber geht es am Sontag (13 Uhr) gegen Fürstenwalde. Natürlich will Chemie da nachlegen und den nächsten Sieg einfahren. Für Dennis Mast wäre das ein mehr als gelungener Einstand.