29. Juni 2021 / 18:59 Uhr

Chemie Leipzig wehrt sich gegen NOFV-Entscheid und veröffentlicht Dokumente: "Kompliziertes Genehmigungsverfahren"

Chemie Leipzig wehrt sich gegen NOFV-Entscheid und veröffentlicht Dokumente: "Kompliziertes Genehmigungsverfahren"

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
Der Alfred-Kunze-Sportpark soll viertligatauglich gemacht werden.
Der Alfred-Kunze-Sportpark soll viertligatauglich gemacht werden. © Andre Kempner
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Die Regionalliga-Zulassung der BSG Chemie Leipzig die kommende Spielzeit sollte nur noch Formsache sein – dank der mobilen Flutlichtanlage des FC Liverpool. Seit drei Jahren kämpfen die Leutzscher für das künstliche Licht. Ein schwieriges Unterfangen, da die Stadt Eigentümer des Alfred-Kunze-Sportparks ist und die Arena zwischen einem Naturschutz- und Wohngebiet liegt.

Leipzig. Das große Flutlichtdrama in Leutzsch geht weiter – die BSG Chemie fühlt sich ungerecht behandelt und wehrt sich. Jetzt geht man mit diversem Schriftverkehr mit dem NOFV und der Stadt an die Öffentlichkeit, um zu beweisen, dass Vorwürfe des Verbandes haltlos sind.

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Abstimmungen vorangeschritten

Unter anderem sollen die eingereichten Dokumente zeigen, dass Chemie seit 2017 alle möglichen Schritte gegangen sei, um den Bau einer Flutlichtanlage zu gewährleisten. Trotz des Abstieges in die Oberliga 2018 wurde die Planung weiter vorangetrieben: „Die Aktivitäten der letzten drei Jahre sind das absolute Maximum dessen, was unser Verein in jeglicher Hinsicht selbst leisten konnte. Das verzögerte, komplizierte Genehmigungsverfahren lag und liegt nicht in unserem Einflussbereich.“ 14 Monate dauerte allein die Beantwortung der Bauvoranfrage – bauen in Deutschland ist bekanntermaßen ein schwieriges Unterfangen, ganz kompliziert wird es, wenn Naturschutz- und Anwohnerbelange hinzukommen. Ein beigefügter Rahmenterminplan zeigt das gesamte Manko deutlich auf: Von jetzt an haben die Planer 50 Wochen veranschlagt, bis das Flutlicht stehen könnte. Fast die Hälfte davon hat man realistisch-vorsichtig für die Erteilung der Baugenehmigung eingerechnet.

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Für die nun avisierte Lösung einer temporären Anlage seien die Genehmigungen kein Problem, teilt der Verein mit. „Derzeit laufen zahlreiche Absprachen zu notwendigen Genehmigungsverfahren, um dem NOFV bis zum 20.7.2021 die Regionalligatauglichkeit unseres AKS mittels einer angemieteten, temporären Flutlichtanlage nachweisen zu können“. Bei dieser Anlage handelt es sich nicht um das mobile Flutlicht, das im DFB-Pokalspiel gegen Paderborn zum Einsatz kam. Jenes „Pokal-Flutlicht“ genügt den Kriterien zum Schutz der Nachbarschaft vor Lichtimmissionen nicht. Bei der nun bestellten temporären Flutlichtanlage vom FC Liverpool wird dies anders sein – die Immissionsschutzauflagen können erfüllt werden.

Mut macht ein Auszug eines Schreibens des Sportbürgermeisters Heiko Rosenthal, in dem es heißt: „Die Abstimmungen, insbesondere mit den zuständigen Naturschutz- und Immissionsschutzbehörden, sind weit vorangeschritten und lassen erwarten, dass die nunmehr unmittelbar vor ihrer Einreichung stehenden Bauantragsunterlagen ohne Nachforderungen unverzüglich genehmigt werden.“

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