03. Dezember 2021 / 15:02 Uhr

"Sprung ins kalte Wasser": Chemie Leipzigs Andy Müller-Papra über seine Zeit als Sportlicher Leiter

"Sprung ins kalte Wasser": Chemie Leipzigs Andy Müller-Papra über seine Zeit als Sportlicher Leiter

Frank Müller
Leipziger Volkszeitung
Andy Müller-Papra (l.) im Gespräch mit Chemie Leipzigs Vorstandsvorsitzenden Frank Kühne.
Andy Müller-Papra (l.) im Gespräch mit Chemie Leipzigs Vorstandsvorsitzenden Frank Kühne. © imago images
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Nach drei Jahren als Sportlicher Leiter bei der BSG Chemie Leipzig ist nun für Andy Müller-Papra Schluss. Nicht ohne Stolz blickt der 40-Jährige auf seine Zeit zurück. Auch eine spätere Rückkehr in das Fußballgeschäft kann sich der Immobilienkaufmann durchaus vorstellen. 

Leipzig. Seit einigen Tagen ist Andy Müller-Papra wie bereits vermeldet nicht mehr sportlicher Leiter bei Fußball-Regionalligist Chemie Leipzig. Nach etwa dreieinhalb Jahren anstrengender ehrenamtlicher Tätigkeit für die Grün-Weißen neben Familie und Beruf braucht der Ex-Profi nach eigenem Bekunden eine Pause und trat zurück. Auf diese nun beendete Phase in so wichtiger Rolle unmittelbar nach seiner aktiven Sportlerlaufbahn schaut er in einem ersten Durchatmen durchaus mit Befriedigung zurück.

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„Nicht nur ich, sondern alle im Verein sind stolz, dass wir in dieser Zeit zu einer festen Größe in der Regionalliga geworden sind“, sagte er, ohne seine eigene Rolle dabei herausstellen zu wollen. „Als ich mein Amt als sportlicher Leiter antrat, war das allerdings wie ein Sprung ins kalte Wasser, denn zu dem Zeitpunkt im Sommer 2018 waren wir gerade aus der Regionalliga in die Oberliga zurück abgestiegen und hatten nur zwölf Spieler unter Vertrag.

DURCHKLICKEN: Bilder aus der Karriere von Andy Müller-Papra

13. September 2002:  Diebische Freude bei Co-Trainer Joachim Niklasch und Andy Müller nach dem 1:1 des SV 1919 Grimma beim VfB Leipzig. Zur Galerie
13. September 2002:  Diebische Freude bei Co-Trainer Joachim Niklasch und Andy Müller nach dem 1:1 des SV 1919 Grimma beim VfB Leipzig. ©

Doch die Leutzscher trafen unter maßgeblicher Beteiligung des ehemaligen starken Linksbeiners viele richtige Personalentscheidungen, rappelten sich umgehend und stiegen beinahe folgerichtig gleich wieder auf. „Das sehe ich auch persönlich als schönen Erfolg an“, betont er. Zu den erfreulichen Punkten seiner Amtszeit gehöre auch, wie die Strukturen im Verein gewachsen sind. Er verweist auf den neuen Kunstrasenplatz, dass das Kabinengebäude „Fuchsbau“ saniert worden ist, dazu Umkleide-Container aufgestellt werden konnten, Flutlicht eingerichtet wurde und bald eine dauerhafte derartige Anlage installiert wird. „Und dass der Neubau unseres Sanitärtakts auf den Weg gebracht und angeschoben wurde, ist natürlich auch ganz wichtig.“


"Ziel sollte die 3. Liga sein"

Sportlich freue es ihn, dass die Leutzscher nun schon das dritte Jahr hintereinander in der vierten Liga mitmischen. „Wir haben viele junge Spieler geholt, meist hat es gut geklappt, mit ihnen die Mannschaft zu verstärken, auch wenn es auch ein paar andere Beispiele gibt, mit denen das nicht so gut gelungen ist“, bekennt Müller-Papra. Er glaube, dass unter den aktuell möglichen Bedingungen im Alfred-Kunze-Sportpark gute Arbeit geleistet wird, auch wenn immer irgendetwas besser laufen kann. Man habe aber eben keine Profibedingungen wie manch andere in der Liga. „Dennoch haben wir uns von Saison zu Saison weiterentwickelt, uns nach vorn bewegt. Und unser Kader ist nicht nur stärker, sondern auch breiter geworden.“

Befragt nach der weiteren Entwicklung von Chemie glaubt der scheidende sportliche Leiter, dass sich der Verein weiter in der Regionalliga etablieren, vielleicht auch bald weiter oben mitspielen wird. Und es sei richtig, dass die Chemiker weiter in die Vereinsstruktur investieren. „Das Ziel sollte nicht zuletzt angesichts der Fanszene die 3. Liga sein. „Immerhin sind bei uns die Zuschauerzahlen trotz Corona gestiegen“, erklärt er.

Für immer wird Andy Müller-Papra dem runden Leder übrigens nicht verloren gehen. „Dafür liebe ich dieses Spiel zu sehr, als dass ich eine Rückkehr in eine Funktion im Fußball ausschließen möchte. Ich muss aber erstmal wieder etwas Luft holen“, sagt der Immobilienkaufmann. Er glaube, dass Chemie die kleine momentane sportliche Delle bald beenden und „die Kurve kriegen“ wird.