07. Oktober 2021 / 18:30 Uhr

Chemie Leipzigs Florian Kirstein: Mal Retter, mal Sünder

Chemie Leipzigs Florian Kirstein: Mal Retter, mal Sünder

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
Bei der BSG Chemie Leipzig läuft es zur Zeit nicht. Florian Kirstein und Co. können es im Sachsenpokal nun besser machen.
Bei der BSG Chemie Leipzig läuft es zur Zeit nicht. Florian Kirstein und Co. können es im Sachsenpokal nun besser machen. © PICTURE POINT / Roger Petzsche
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Die aktuelle Ergebniskrise wundert Chemie-Stürmer Florian Kirstein ein wenig, denn die späten Gegentore seien untypisch für den Leutzscher Regionalligisten. Im Pokal gegen Fortuna Chemnitz darf man sich aber keine derartigen Ausrutscher leisten.

Leipzig. Punktspielpause, es ist Pokalzeit! Die BSG Chemie tritt bei Fortuna Chemnitz an (Sonntag, 14 Uhr) und will eine Runde weiterkommen. Zuletzt fehlte es bei den Leutzschern an den richtigen Ergebnissen, nun wollen die Grün-Weißen zurück in die Erfolgsspur. Eine wichtige Rolle dabei spielt Stürmer Florian Kirstein, der zuletzt Licht und Schatten erlebte. Der schnelle Stoßstürmer war zuletzt so etwas wie die Lebensversicherung für Chemie: Kirstein traf sowohl in Jena als auch gegen Auerbach, bereitete zudem einen Treffer in Jena vor. Trotzdem holte sein Team aus diesen beiden Spielen nur einen Punkt – und auch daran war „Kirsche“ beteiligt.

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Kirstein bekommt seine Chancen

Denn seine Chancenausbeute ist ausbauwürdig, zu viele „Hundertprozentige“ lässt der gebürtige Lauchhammerer liegen. „In Jena war es schon schlimm. Ich habe einige Male die falsche Entscheidung getroffen“, ärgert sich der 26-Jährige noch immer. Immer wieder hat er sich die Szenen danach angeschaut, immer wieder ist er daran verzweifelt: „Vielleicht blieb nach der ersten vertanen Chance doch irgendeine Winzigkeit im Kopf hängen, die mich beim zweiten und dritten Mal dann beeinflusst hat“, sinniert er.

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Ihn beschäftigte das sehr, er diskutierte mit den Mitspielern, aber am Ende war klar, dass ihn das stärker machen wird: „Das verrückte ist ja, dass ich so oft noch nicht in der Spitze gespielt habe. So viel Spielzeit und demzufolge Situationen vor dem Tor hatte ich lange nicht.“ Verletzungen warfen ihn zurück, er kam oft nur für zehn Minuten ins Spiel, wenn Chemie alles oder nichts spielte. Jetzt ist das anders, auch aufgrund der langen Verletztenliste und Formschwankungen anderer Spieler bekommt Kirstein seine Zeit – und Chancen.

„Eine Charakterfrage, jeder einzelne ist jetzt gefragt!“

„Der Trainer hat zu mir gesagt, ich solle mehr schießen und weniger nachdenken. Gegen Auerbach hat das gleich gut geklappt“, freut sich der Stürmer, der nach den englischen Wochen auf dem Zahnfleisch kroch. Zu viele Gedanken versuche er sich nicht zu machen, das ziehe ihn bloß nach unten: „In Facebook darf man dann nicht reinschauen, das muss man tunlichst vermeiden, da macht man sich sonst nur fertig.“

Die aktuelle Ergebniskrise wundert Florian Kirstein ein wenig, denn die späten Gegentore seien untypisch für Chemie: „Vielleicht treffen wir da manchmal die falschen Entscheidungen, vielleicht fehlen auch zu viele erfahrene Spieler, die in solchen Situationen für mehr Ruhe sorgen könnten.“ Kommt da das Pokalspiel in Chemnitz gerade richtig? Ist das jetzt mehr Last oder Lust? Kirstein: „Irgendwie beides, oder? Sowohl als auch, finde ich. Einerseits haben wir 14 Tage Punktspielpause, in der vielleicht der eine oder andere Verletzte zurückkommen kann, andererseits darf man auch Chemnitz nicht unterschätzen. Eine Charakterfrage, jeder einzelne ist jetzt gefragt!“