29. Juni 2020 / 11:18 Uhr

Chemie Leipzigs Schmidt: "Am liebsten wäre mir, wenn es morgen wieder losginge"

Chemie Leipzigs Schmidt: "Am liebsten wäre mir, wenn es morgen wieder losginge"

Britt Schlehahn
Leipziger Volkszeitung
Immer mit ganzem Herzen mittendrin, statt nur dabei: Benjamin Schmidt im Trikot der BSG Chemie Leipzig.
Immer mit ganzem Herzen mittendrin, statt nur dabei: Benjamin Schmidt im Trikot der BSG Chemie Leipzig. © Christian Donner
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Füße hoch und mal richtig ausgiebig nix machen? Für Benjamin Schmidt ist das kein Zustand. Seit Februar befindet sich die Nummer 13 der BSG Chemie Leipzig in Zwangspause. Für den Defensivspieler ist es die schlimmste Phase seiner Karriere.

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Leipzig. Seit dem 1. Juli 2014 spielt Benjamin Schmidt für die BSG Chemie Leipzig. Damit zählt der 30-Jährige neben Kapitän Stefan Karau zu den dienstältesten Spielern des Regionalligisten. Schmidt hatte bereits von 1996 bis 2011 für den FC Sachsen gespielt und wechselte dann wie der gesamte Sachsen-Nachwuchs zum ambitionierten RB, der aufgrund seiner Gründungskonstellation keinen Juniorenbereich besaß.

Seit Februar in der Zwangpause

Zu der Zeit spielten die Roten Bullen noch in der Regionalliga und ihre zweite Mannschaft in der Sachsenliga. Als Schmidt 2014 nach Leutzsch zurückkehrte, hatte die BSG den Aufstieg aus der Bezirks- in die Sachsenliga geschafft und war nach der Insolvenz der SG Sachsen der alleinige Mieter im Alfred-Kunze-Sportpark. Nach zwei Jahren Landesliga ging es im Schnelldurchgang durch die Oberliga direkt in die Regionalliga am Ende der Saison 2016/17. "Einer der schönsten Momente war das letzte Spiel gegen Schott Jena und dann der Aufstieg", hält Benjamin Schmidt im Gespräch mit dem SPORTBUZZER fest. Der sei viel emotionaler gewesen als als der Wiederaufstieg im vergangenen Sommer." 2016 war Regionalliga eigentlich weit weg, der Aufstieg eine echte Überraschung. Vor einem Jahr sei der Gang in die Regionalliga dagegen erwartet worden.

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Die BSG Chemie Leipzig empfing zum letzten Spieltag den SV SCHOTT Jena (10) (Christian Modla) Zur Galerie
Die BSG Chemie Leipzig empfing zum letzten Spieltag den SV SCHOTT Jena (10) (Christian Modla) ©

Zu den schlimmsten Momenten in seiner Karriere gehört für den "Schmidder" dagegen die Coronapause: keine Spiele und der Wegfall von fünf- bis sechsmal Training pro Woche. Da die Nummer 13 der BSG beim letzten Heimspiel gegen Altglienicke am 7. März gelbgesperrt war, pausiert Schmidt nun sogar schon seit Februar. Eine lange Zeit, deren Ende noch nicht abzusehen ist. Auch wenn der Nordostdeutsche Fußballverband auf einen Saisonstart Anfang August spekuliert, erst wenn konkrete Pläne vorliegen, will Chemie wieder richtig ins Training einsteigen. “Am liebsten wäre mir, wenn es morgen wieder mit dem bekannten Alltag losgehen würde”, so der 30-Jährige.

Endlich mal belohnen

Die Pause vom Regionalligaalltag verbrachte Schmidt, der an der Universität Leipzig Lehramt für Sport und Ethik studiert, auf jeden Fall nicht beim Gucken von Geisterspielen. Diesbezüglich sei er nicht so „fußballinteressiert“. Von Partien ohne Publikum hält er ohnehin gar nichts, vor allem nicht im Alfred-Kunze-Sportpark.

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Die Vorfreude auf eine starke Regionalliga mit den Absteigern aus der 3. Liga ist auf jeden Fall groß, auch wenn unklar ist, ob dann Fans zugelassen sein werden. Die soeben per Abbruch zu Ende gegangene Spielzeit habe gezeigt, dass Chemie “gegen alle Mannschaften mithalten konnte und eine gute Defensive besitzt. Nun muss an der Kaltschnäuzigkeit gearbeitet werden, damit wir uns für das kraftraubende Spiel auch mal mit ein paar Toren belohnen”, so Schmidt. Da der derzeitig bekannte Kader für die nächste Saison vor allem aus Defensiv- und Mittelfeldspielern besteht, hofft der Chemie-Kicker auf das Gespürt des sportlichen Leiters Andy Müller-Papra bei der Suche nach torgefährlichen und entsprechend kaltschnäuzigen Stürmern.