03. Mai 2021 / 18:16 Uhr

Chemie Leipzigs „wandelndes Lexikon“: Hans-Günther Hänsel mit 76 Jahren verstorben

Chemie Leipzigs „wandelndes Lexikon“: Hans-Günther Hänsel mit 76 Jahren verstorben

Jens Fuge
Leipziger Volkszeitung
Unbenannt
Hans-Günther Hänsel ist am Sonntag im Alter von 76 Jahren in Erfurt verstorben. © Westend-Presseagentur/TFV/SPORTBUZZER-Montage
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Der ehemalige Fußball-Funktionär Hans-Günther Hänsel ist verstorben. Jahrzentelang war er für die Geschicke verschieder Fußballvereine in der DDR zuständig. Seine Weggefährten erinnern an ihn und behalten ihn als jemanden, „der so vielen Menschen geholfen hat“, in Erinnerung.

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Leipzig. Hans-Günther Hänsel ist tot. Der Fußballfunktionär, der bei Chemie Leipzig, Rot-Weiß Erfurt und dem 1. FC Union Berlin arbeitete, verstarb am Sonntag in Erfurt im Alter von 76 Jahren. Hänsel arbeitete fast 60 Jahre im und mit dem Fußball. „HGH“, wie er genannt wurde, stieg bereits mit 22 Jahren bei Chemie Leipzig als Nachwuchsleiter ein – und 1970 zum Sektionsleiter auf.

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„Wir haben ihn respektiert, obwohl er nur wenig älter war als wir“, erinnert sich Chemies Stürmer-Idol Wolfgang Lischke, „er war ein fleißiger Mann, der gemacht hat, was ging, um Chemie oben zu halten“. Achim Jungnickel, der 1978 ähnlich jung Nachfolger des nach Erfurt wechselnden Hänsel als Sektionsleiter wurde, verliert einen „Freund seit 55 Jahren“: Er kenne keinen, „der so vielen Menschen geholfen hat. Wenn jemand Probleme hatte – Hans-Günther war immer da“.

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Geboren 1944 im polnischen Teil von Görlitz, war Hänsel ab 1954 Fußballer bei Aufbau Altenburg, wo er ab 1959 auch als Nachwuchsübungsleiter und Schiedsrichter aktiv war. 1967 kam er nach Leutzsch. Aus dieser Zeit kennt ihn auch der frühere Auswahltrainer Frank Engel: „Hans-Günther hat mich ja erst zum Übungsleiter gemacht. Als ich wegen dauernden Verletzungen mit Leistungssport aufhören und meinen Spielerpass abholen wollte, meinte er zu mir: Kein Problem, kriegst du, aber da unten steht deine neue Mannschaft! Das war dann die 2. D-Jugend, deren Trainer gerade zur Armee eingezogen worden war“. Engel spricht von einem sehr engagierten Funktionär.

1978 wurde Hans-Günther Hänsel stellvertretender Klubvorsitzender des FC Rot-Weiß Erfurt und ging 1986 zu Union Berlin, wo er 1987 Vorsitzender wurde. 1989 kam er nach Böhlen, wo er den Prozess des Zusammenschlusses mit Chemie Leipzig begleitete und 1990 Manager beim FC Sachsen Leipzig wurde. Bewegte Zeiten, in denen auch der erfahrene Funktionär des Öfteren an seine Grenzen stieß. 1993 ging er zurück nach Thüringen und wurde Hauptgeschäftsführer beim Thüringer Fußball-Verband.